Direct Connect

Google ist nicht immer der Gewinner

Die Angst vor Google ist ein echtes Phänomen. Dabei steht der Reisevertrieb vor ganz anderen Herausforderungen. Und Google steht vor ganz anderen Herausforderungen als den Reisevertrieb.

von Dirk Rogl, 29.01.2013, 15:33 Uhr

Es ist erstaunlich, mit wie viel Verve Google von Teilen der Touristik zur größten Bedrohung des Reisevertriebs stilisiert wird. Gewiss, niemand verdient mehr in der Touristik als Google über seine Werbeeinnahmen. Google ist die größte Werbeplattform der Branche und ihr größter Trafficlieferant. Längst nicht alles, was Google anfasst, wird aber im Handumdrehen ein Erfolg. Ein paar Beispiele:

Google betont immer wieder, selbst nicht Händler oder Produzent werden zu wollen. Allen Zweiflern zum Trotz hat sich an dieser Kernaussage über Jahre nichts geändert. Selbst in anderen Branchen stößt die vertikale Expansion des IT-Riesen an Grenzen. Nicht die Google-Tochter Motorola ist heute führender Smartphone-Hersteller, sondern Samsung und Erzrivale Apple.

Google ist ein extrem wichtiger Player in der globalen Wirtschaft. Und Google hat durchaus das Zeug, die Regeln im Reisevertrieb gewaltig zu verändern. Aber wieso sollte Google das tun? Google profitert viel mehr von der heutigen Branchenlogik als etwa Apple, Facebook oder Amazon, die ebenfalls das Potenzial für massive Marktveränderungen haben. Niemand dieser Web-Multis wird es schaffen, die Reiseindustrie im Alleingang umzukrempeln. Alle brauchen Partner: Leistungsträger, Experten, Service-Dienstleister, vermutlich sogar Reise-Mittler.

In der neuen fvw 3/13 beschreiben wir sehr ausführlich den 3D-Effekt, der mit aller Macht auf den globalen Reisevertrieb zukommt. Die Kombination aus der Angebotsbildung in Echtzeit (Dynamic Pricing), der Angebotssuche in immer größeren Datenmengen (Data Mining) und der direkten Verbindung touristischer Anbieter untereinander (Direct Connect) bietet für jeden Touristik-Profis enorm viel Chancen und gewiss auch Risiken. Treiber dieser „drei D´s“ ist übrigens nicht Google, sondern die rasante Entwicklung der Internet-Technologie, in der es bekanntlich keinen zentralen Knotenpunkt gibt. Bereits am Donnerstag gibt es die neue fvw 3/13 als E-Paper.

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