Deutsche Bahn

Willkommen beim 1. FC Deutsche Bahn

Was ist eigentlich bei der Deutschen Bahn los? Wilde Spekulationen machen in diesen Tagen die Runde. Das jüngste Gerücht betrifft Bahnchef Grube selbst. Das Ganze erinnert irgendwie an das Sommertheater eines Chaos-Klubs.

von Tobias Pusch, 13.07.2015, 10:29 Uhr

Mitten im Hochsommer brodelt für gewöhnlich die Gerüchteküche der Bundesliga. Transfers werden bekannt gegeben, Verträge aufgelöst und neue Trainer angeheuert. Doch in diesem Jahr erhalten die Klubs im Buhlen um mediale Aufmerksamkeit Konkurrenz von ungewohnter Seite: Die Deutsche Bahn mischt routiniert im Wettkampf um die krasseste Personalie mit.

Zunächst gab es Ende Juni muntere Spekulationen über die Neubesetzung des Vorstands. Verlässt der in letzter Zeit etwas abschlussschwache Personenverkehrs-Chef Homburg den Kader? Was ist mit dem glücklosen Transport-Flitzer Rausch? Und wer folgt auf Personal-Mann Weber (Karriereende) sowie die von einer Vertragsauflösung bedrohte Technik-Dirigentin Hangarth? Ebenfalls spannend: Kolportierte Umbaupläne, die die gesamte Struktur des 1. FC Deutsche Bahn durcheinander würfeln und einen Börsengang auf lange Sicht unwahrscheinlich machen würden.

Als sich die Wogen rund um diese Neuigkeiten gerade etwas geglättet hatten, da vermeldete der Spiegel am Samstag den nächsten möglichen Transfer-Knaller: Chef-Lobbyist Ronald Pofalla, der seine Stärken im rechten Mittelfeld hat, wird möglicherweise früher als geplant den Vorstands-Kader des 1. FC Deutsche Bahn bereichern. Und nicht nur das: Laut dem Artikel wurde ihm für später sogar die Nachfolge von Klub-Boss Rüdiger Grube in Aussicht gestellt.

„Wenn Pofalla nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus“, zitiert das Hamburger Magazin in seinem Artikel. Wer genau diesen Ausspruch getätigt hat, wird leider verschwiegen, man beruft sich lediglich auf eine Person „im Unternehmen“. Diese Art der indirekten Unternehmenskommunikation offenbart ebenfalls deutliche Parallelen zum Fußballgeschäft – wenngleich man sich eher an die Gepflogenheiten eines Chaos-Klubs erinnert fühlt. Denn auch dort dringen immer wieder Interna dank gut geölter Schnittstellen nach Außen und sorgen für die sommerliche Unterhaltung der interessierten Beobachter.

Doch egal, welcher Bahn-Mitarbeiter hier seine Spielchen treibt und mit dem Streuen dieser Gerüchte seine Ziele verfolgt: Grube "hat Vertrag" bis Ende 2017. Bis dahin wird noch viel Wasser die Spree hinunterfließen und so manche Spekulation die Runde machen. Oder anders ausgedrückt: Nach dem Gerücht ist vor dem Gerücht. Und: Die nächste Personalie ist immer die schwerste!

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