Deutsche Bahn

Ran an die VHS-Hörer

Wie bediene ich die Fahrkartenautomaten der DB? Bei der VHS Dortmund ist ein entsprechender Kurs ein Top Seller. Und wer ist wohl der Kursleiter?

von Dirk Rogl, 27.01.2009, 17:45 Uhr

Der großen

war das Thema heute eine kleine Meldung wert. Uns erst recht: Immer am vierten Donnerstag im Monat lädt die Volkshochschule Dortmund zu einem

über die Bedienung von Fahrkartenautomaten der DB ein. "Auch technisch versierte Bahnreisende verzweifeln häufig bei der Bedienung des Automaten", heißt es in der offiziellen Kursbeschreibung. Doch die Dortmunder können sich auf ihre VHS verlassen und auf Dirk Haferkemper, den Leiter des örtlichen DB-Reisezentrums. Denn der schult seine Kunden persönlich, erst in den Räumen der VHS und dann beim Praxistest im Hauptbahnhof. Das Angebot ist kostenfrei und offenbar ein echter Renner. Ich habe die leise Vermutung, dass die Programmbeschreibung der VHS nicht unbedingt den PR-Richtlinien der aufstrebenden DB Mobility Logistics AG entspricht. Mich würde es nicht einmal wundern, wenn der selbstlose Schulungseinsatz des Herrn Haferkemper nicht in allen Details mit der Leitung seines Arbeitgebers DB Vertrieb abgestimmt ist. Dennoch gebührt dem mir völlig unbekannten Dirk Haferkemper mein voller Applaus. Sicher, es ist ein Armutszeugnis für die DB, dass solche Kurse nötig sind. Doch wir wollen nicht vergessen, dass DB Vertrieb gerade mit Hochdruck an der intuitiven Benutzerführung ihrer automatischen Ticketschalter arbeitet. Bis die Intuitions-Innovation beim Kunden ankommt, ist Aufklärung gewiss eine gute Sache. Mehr noch: manch Reisebüro könnte sich vom Einsatz des Herrn Haferkemper eine Scheibe abschneiden. Ein VHS-Kurs zur individuellen Urlaubplanung würde bestimmt nachgefragt werden. Oder einer über den vollen Durchblick bei Zuschlägen und Steuern bei Flugtickets. Die kommunalen Bildungseinrichtungen sind gewiss nicht als Werbeplattform für Reisebüros gedacht, aber kostenfreier Beratungsservice wird vermutlich nicht nur in Dortmund gern in Anspruch genommen.

Kommentare

von barthel.eu, 28.01.09, 01:54
Auch wenn der letzte Absatz einen Anflug von Sarkasmus aufweist, finde ich die Idee nicht abwegig. Eine solche Schulung würde - richtig verpackt - den Reisenden sicherlich die Komplexität des Produktes Reise nahebringen... -- Ganz regulär könnte es dabei darum gehen, wie der Kunde die Qualität des Reisebüros richig einschätzen (bzw. das richtige Reisebüro auswählt) und anschliessend seine Informationen bspw. durch Reiseführer und Internet vervollständigen kann. -- Anm.: Ich werde sehr häufig, gerade von Studenten gefragt, wie man denn ein gutes Reisebüro findet. Die Ergebnisse des Mystery Shopper zeigen ja - keiner kann alles. Aber ein Student der eine schlechte Erfahrung im Reisebüro macht ist sicherlich nicht geneigt, es nochmal woanders zu versuchen...

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