Datenstandard

Wenn der CIO das Geschäft treibt

Ein CIO, der nicht wirklich über Technik redet, die Geschäftsführerin eines Veranstalters, die die Rolle der Veranstalter in Frage stellt und sechs Vertriebssysteme, die trotz grundverschiedener Meinungen immer mehr gleich machen. Die neue Denke der Traveltechies auf dem fvw Travel Technology Day 2014.

von Dirk Rogl, 04.04.2014, 11:07 Uhr

Sicherlich, der Chief Information Officer eines Großkonzerns sollte schon etwas weiter blicken als ein Leiter EDV klassischer Prägung. Mittu Sridhara, CIO von TUI Travel ist da wirklich ein Extrem. Auf dem fvw Travel Technology sprach er über sich massiv ändernde Marktplätze der Touristik und den Anspruch der TUI, den Kunden auch in der digitalen Welt zu begeistern. Neue Systeme für Kundendialog und Engagement will er schaffen.

Ob TUI Travel für diese Ziele nun eine pan-europäische Buchungsplattform benötigt und welche Schnittstellen und Datenformate dafür gepflegt und gefördert werden müssen, ist Mittu Sridhara gar nicht so wichtig. Und noch etwas dürfte Sridhara ziemlich egal sein: Der in der deutschen Touristik engagiert geführte Grundsatzstreit über die Vorteile von zentralen oder dezentralen Angebotsservern im touristischen Vertrieb, den DRV-Datenstandard und die neuen Datenformate OTDS und EDF.

Auf dem fvw Travel Technology Day standen die Granden von Traveltainment, Peakwork, Travel-IT, Traffics, Bewotec und Schmetterling einträchtig nebeneinander. Trotz aller Rivaltität unter den Vertriebssystemen: Es gibt niemanden mehr, der auf seinen Grundsätzen beharrt. Sollten sich die Herren nun noch auf ein einheitliches Datenformat für die Anlieferung der Veranstalterdaten einigen, würden sie den Veranstaltern einen riesigen Gefallen tun - wenn es die Veranstalter denn noch gibt.

"Der Kunde und der Leistungsträger sind die einzigen festen Pole in dieser Branche", sagte Grudrun Schön, Geschäftsführerin IT der DER Touristik. Und weil das so ist, baut sie ihr hoch komplexes neues Vertriebssystem so auf, dass es trotzdem flexibel anpassbar bleibt. Die Rewe-Tochter kann wahlweise als Reisebüro oder Veranstalter auftreten, als Mittler oder Händler oder vielleicht als etwas, was heute nicht einmal Gudrun Schön kennt.

"Der Wettbewerb ist dort, wo der Kunde ist", sagte Mittu Sridhara. Keine neue Erkenntnis, aber eben doch eine neue Priorität für die Travel-Tech-Szene. Nie dachte sie kundenorientierter als heute. Geht nicht, gibt´s nicht.

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