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Das Gerangel um den Iata-Datenstandard NDC spitzt sich zu

Kann die Iata die New Distribution Capability (NDC) durchsetzen oder nicht? In einem transatlantischen Brückenschlag hat sich Widerstand formiert. Aber auch die Lösungsanbieter für NDC drängen nun aus allen Ecken.

von Georg Jegminat, 28.10.2013, 15:26 Uhr

Kurz vor der Passenger Summit der Iata in Dublin wird es lebhaft um das Thema NDC. Mehrere Verbände aus den Bereichen Vertrieb, Technologie und Geschäftsreise in den USA und Europa wollen einen alternativen Standard entwickeln. Dieser solle die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen. Nun appellieren die Sprecher in einer parallel laufenden Pressekonferenz in Dublin und Washington DC an die Iata, sich an der Initiative zu beteiligen. Das dürfte recht blauäugig sein. Schließlich arbeiten einige Airlines und die Iata bereits seit gut zwei Jahren an NDC.

Aber ganz ohne Wirkung ist deren Auftritt dennoch nicht. Denn es zeigt sich, dass insbesondere Unternehmen mit großem Reiseaufkommen überhaupt nicht begeistert von NDC sind. Sie fürchten intransparente Preise und dass ihre Reiserichtlinien ausgehebelt werden.

Zudem hat sich die Skepsis gegenüber der Datensammelwut von Firmen und staatlichen Stellen durch den NSA-Skandal erheblich vergrößert. Die Angst vor Firmenspionage schwingt mit. Ein zweites Risiko bildet die ausstehende Beurteilung von NDC durch die US-Regierung. Bereits seit zwei Jahren beschäftigt sich die US-Öffentlichkeit mit den ausufernden Kosten für Zusatzleistungen bei Flügen. Viele Verbraucher fühlen sich abgezockt. Wenn sich nun Verbände für einen alternativen Standard einsetzen, nehmen sie der Iata das Argument, dass Innovationen blockiert werden sollen.

Auch wenn die Iata bisher ein großes Geheimnis um Pilotanwendungen von NDC macht, drängen sich einige IT-Anbieter in den Vordergrund, um eventuell neue Kunden zu gewinnen. Das ist zum Beispiel Vayant mit einer personalisierten Flugsuche oder Edifly. Edifly ist ein IT-Dienstleister, der Messaging-Dienste für Unternehmen anbietet, die im Reisebereich arbeiten. Gerade auf dieser Ebene hatte das NDC-Konzept Fragen offen gelassen. In nächsten Zeit wird es also spannend.

Kommentare

von Gabriele Baumgarten, 29.10.13, 15:36
Kommen Sie zur asr Mittelstandstaung und fragen Sie zu diesem Thema David Rutnam, Europa Chef der IATA! wir werden mit ihm darüber diskutieren - einfacher kann man es nicht haben.

von Gabriele Baumgarten, 29.10.13, 17:15
Für Alle die es noch nicht wissen, der Termin der Mittelstandstagung ist der 9. November 2013 in Berlin!! Das nh Hotel liegt nur eine S-Bahn Station vom Hauptbahnhof entfernt. Also, wer der IATA direkt zu diesem Thema seine Meinung sagen möchte, sollte unbedingt dabei sein!!! Alle Infos unter www.asr-mittelstandstagung.de

von Alexander, 29.10.13, 19:11
Ich wünsche allen viel Spaß mit dem Direktor der IATA. Er darf keine Commercials diskutieren oder auch nur ansprechen. Es geht um einen XML Datenstandard, der an sich ja nicht das Problem darstellen sollte. Aber die Kombination mit dem CRM oder der Vertriebswege, ist für jede Airline frei wählbar und ausserhalb der IATA Regularien. Und genau hier liegt das Hauptproblem. Die Kommunikation ist komplett verunglückt. Das von Thoughtworks gedrehte Video, für dessen Entstehung 90 Tage benötigt wurden, gibt einen Vorgeschmack was da auf uns zukommt.Jedem sei dieses Video ans Herz gelegt und er möge überlegen, wie er die Daten aus einem GDS und mehreren Direct Connects auf diese hübsche Seite zaubert. hier der Link zu dem Video: http://www.youtube.com/watch?v=lW-fIRooeVc Jetzt kann jeder überlegen, welchen Aufwand er treiben kann und darf, die nicht am NDC teilnehmenden Airlines zu integrieren. Ich würde mich ja freuen, wenn die IATA sagen würde, das ist unser Standard und ab 2018 ist es der einzige Weg an unser Inventory heranzukommen. Alles Airlines alle Routings, alle Interlines einfach jeder Flug, analog einer weltweiten Einführung der elektronischen Tickets, Aber nein, das wäre ja zu einfach, daher alle Standards NBC oder Legacy brav nebeneinander und für das Front End,die Airlines sind sich nämlich selbst nicht einig.Also lieber Agent , lasst Euch doch einmal etwas schönes einfallen. Installationen von Interfaces und deren Wartung spielt ja in den Kosten kaum eine Rolle. Die Airlines tragen sie nämlich nicht. Warum sollen wir uns in diesem Thema engagieren? Ich möchte natürlich gerne Ancilleries verkaufen und den best möglichen Service bieten, aber gibt es dafür nicht kostengünstigere Wege. Ich gehe hier nicht auf den Datenschutz oder weitere Probleme ein, das wird an anderer Stelle sicherlich sehr gut untersucht werden, aber wenn es hier eine größere IT Firma gibt, die sich dieses Themas annimmt wird sie in kürzester Zeit ein etwas kleineres GDS sein. Und täglich grüßt das Murmeltier, hatten uns die Airlines nicht auch die GDS gebracht. Da haben sie wenigstens für deren Einführung bezahlt.

von Jochen Szech, 01.11.13, 10:52
Hallo Alexander, wir laden Sie zu unserer Tagung am 09.11. ein. Je mehr kritische Anmerkungen es gibt, um so besser. Beste Grüße Jochen Szech ASR Vizepräsident

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