China

Olympia schlecht für Tourismus?

Sportereignisse sollen Urlauber werben. Doch die gerade beendeten Olympischen Spiele waren kein Tourismus-Katalysator.

von Klaus Hildebrandt, 26.08.2008, 08:35 Uhr

Schon im Vorfeld der Spiele in Beijing klagten deutsche Veranstalter: Hohe Hotelpreise, verschärfte Visa-Bestimmungen und die Tibet-Debatte schreckten die Deutschen. Eine Olympia-Studie der

kommt zu dem Schluss, dass die Auswirkungen von Olympischen Spielen auf den Tourismus generell überschätzt werden – ebenso wie auch beim chinesischen Outbound-Tourimus eine gehörige Ernüchterung eingetreten ist. Knauserige Chinesen werden nicht leere Pensionen an Mosel und Rhein füllen. Spannend wird, ob China nun ein touristisches Comeback erlebt. Ich glaube ja. Denn trotz aller politischen Debatten ist China ein interessantes Land, das nicht nur auf Wirtschaftskapitäne großen Reiz ausübt.

Kommentare

von Sven Maletzki, 26.08.08, 12:49
Ich denke, hier sind wohl eher die "Olympischen Spiele" gemeint. Die "Olympiade" ist ja schließlich nur der Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen (in der Regel 4 Jahre). Und die hat wohl kaum Einfluss auf den Tourismus.... ;-) :-) Der Sven

von Klaus, 26.08.08, 12:56
Danke für den Hinweis. Der Unterschied ist mir wohl bewusst (weshalb im Text ja auch von Olympischen Spielen die Rede ist), aber ein bißchen schriftstellerische Freiheit in der kurzen Titelzeile darf doch wohl sein, oder? Gruß nach Leipzig, Klaus Hildebrandt

von Martin Pundt, 27.08.08, 11:39
Also dafür brauchen wir nun wirklich keine ETOA-Studie! Seit der Expo 2000 wissen wir bestens, dass Großereignisse dafür da sind, Politikern Denkmäler zu setzen und Steuergelder fürs nationale Ego zu verschwenden - aber bestimmt nicht, um den Tourismus anzukurbeln! Wer 2006 als Ausländer die Fussball-WM in Deutschland besuchte, den haben wir eben nicht 2007 am Rhein, in den Alpen oder auf Rügen wiedergesehen - erst 2008 zur EM in Österreich und der Schweiz. Und wer 2008 in Beijing die Leichtathletikwettkämpfe im Vogelnest verfolgte, kommt 2009 eben nicht zurück, um sich China in Ruhe anzusehen - sondern fährt zur Leichtathkletik-WM nach Berlin. Klar: Nur mit der Argumentation von wirtschaftlichen Folgeeffekten lassen sich Großereignisse der Bevölkerung verkaufen, wenn sie per se ein Zuschussgeschäft sind -realitätsfremd bleiben solche Gedankenspiele trotzdem. Eine einzige DERTOUR-Reiseakademie, ein einziger Germany Travel Mart bewegt dauerhaft mehr für den Tourismus in eine Destination als manches Großereignis - bei einem Bruchteil der Kosten. Leider fehlt selbst dies wenige Geld (in Deutschland wie anderswo) für die gezielte Tourismusförderung. Ist halt nicht spektakulär genug: George W. Bush lässt sich lieber neben Michael Phelps ablichten - in der Hoffnung, dass der Glanz von 8 Goldmedaillen etwas auf ihn abfärbt - als sich mit Vertretern der Tourismusbrache zu zeigen. Ist ja auch nicht so medienwirksam... Auch insofern ist Olympia leider wirklich schlecht für den Tourismus. Solange der Expedienten-Vierkampf (Beraten, Abschliessen, Einbuchen, Zusatzleistungen verkaufen) nicht olympisch wird - mit guten Medaillenchancen für die deutschen Reisebüros! - wird sich daran wohl wenig ändern.

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