Börse, Aktien

Aus dem Poesiealbum

Das sind zwar jetzt keine Zeiten, um an Sprüchen aus dem Poesiealbum Halt zu suchen. Aber manches Wort aus dem Finanzbereich ist zumindest nachdenkenswert. Ich habe den Praxistest gemacht.

von Michael Krane, 21.10.2008, 10:24 Uhr

"What goes up, must go down." Gilt im Nachhinein immer. Ist aber eigentlich Unsinn, denn auf lange Sicht steigen Aktien. Was "lange Sicht" heißt, kommt auf den Langmut des Anlegers an. "What comes down, must go up." Meine private Maxime für Kursrückgänge. Funktioniert nur mit viel Geduld. Kostet manchmal Geld. "Gewinne immer laufen lassen." Schön und gut, aber ohne Navi so gut wie unbrauchbar. "Fasse nie in ein fallendes Messer." Verkaufe niemals, wenn die Kurs rapide fallen. Falsch. Wer es macht, stellt fest: Es tut gar nicht so weh. Den Verlust einfach mental wegbuchen. Glauben Sie mir, es schläft sich danach besser. "Geld muss man wie Mist behandeln - man muss es breit streuen." Gilt immer, hilft dem eigenen Depot und der allgemeinen Konjunktur. Gerade in Zeiten wie diesen hat jeder, der es sich leisten kann, die volkswirtschaftliche Pflicht zu konsumieren. "Die Gebrüder Wright hätte man bei ihrem ersten Flugversuch gleich abschießen sollen." Das soll der erfolgreiche Investor Warren Buffett zum Thema Airline-Aktien gesagt haben. Der Spruch ist unfair. Es gibt Leute, die mit ihren Airline-Aktien Geld verdient haben. Wer die beiden sind, ist nicht genau bekannt. Als Journalist sollte man keine Aktien von Unternehmen kaufen, mit denen man beruflich zu tun hat. Daran halte ich mich. Es ist mir bislang nicht schwer gefallen. "Geld macht glücklich." Aber nur, wenn man es hat.

Kommentare

von Dieter, 21.10.08, 11:10
Könnte es sich bei den beiden, die mit Airline-Aktien (mal) Geld verdient haben, um Hinrich Bischoff selig und Jürgen Marbach handeln? Oder Herrrn Wöhrl, der vielleicht deswegen beim BTW-Gipfel so strahlte?

von barthel.eu, 21.10.08, 12:42
"Für jeden Gewinner gibt es einen Verlierer" -- Ich verstehe die Wirtschaft nicht. Ohne Luftverkehr bräche die Globalisierung zusammen. Aber die Manager konzentrieren sich auf Masse statt Klasse (Preis statt Marke). Gestandene Reisebüromanager verkaufen Low Cost aber erwarten Förderung und Werbekostenzuschüsse von den Leistungsträgern als wären wir noch "in der guten alten Zeit". Billig kann aber jeder verkaufen. Einen Billigeren gibt's immer. Die persönliche Betreuung entwickelt sich aber bereits zum Alleinstellungsmerkmal - neudeutsch "USP"...

von Andreas Schulte, 21.10.08, 14:46
ja, ja, so ist das mit der Wirtschaft und den Menschen, die sie machen. ""Geld macht glücklich." Aber nur, wenn man es hat."" Geld ist auch nie weg - es hat eben nur ein anderer. Früher war es auch viel einfacher das Prinzip mit dem Geld zu verstehen. Man ging in eine Wirtschaft, trank etwas. Wenn der Durst gestillt war, machte man nen Deckel oder bezahlte gleich. im Fall des Deckels wusste man, dass man einen "Kredit" aufgenommen hatte. Nach dem Barzahlen war man schuldenfrei. Das Geld war trotzdem weg - es war beim Wirt. Das alles wäre doch eigentlich ganz simpel und jeder könnte es im Eigenversuch testen und lernen - nur schade, dass es keine so richtig gestandene Wirtschaften mehr gibt.

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