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Tunesien für Fortgeschrittene

Eine Reise durch Tunesien ist mehr als touristische Produktkunde, findet Klaus Hildebrandt. Reisebüros erlebten ein Land, bei dem nicht nur in der Reisebranche vieles im Wandel ist.

von Klaus Hildebrandt, 03.05.2018, 07:27 Uhr
fvw-Chefredakteur Klaus Hildebrandt erkundete Tunesien.
Foto: fvw

Auf den Straßen der tunesischen Städte herrscht Wahlkampf: Am Wochenende können die Tunesier erstmals in ihrer Geschichte ihre lokalen Vertreter bestimmen. In Europa sind Kommunalwahlen nichts Besonderes. Doch in der arabischen Welt und auf dem afrikanischen Kontinent sind demokratische Prinzipien, wie sie Tunesien nach dem Arabischen Frühling (der in anderen Ländern gleich wieder in einen Winter überging) einführte, eine absolute Ausnahme. Trotz aller Probleme sind die Tunesier stolz auf diesen Wandel. Das erlebten die Teilnehmer des fvw DRV Destination Forums auf ihrer Reise durch das Land.

Bei der Veranstaltung ging es darum, über die Entwicklung der Destination zu informieren und sie nach den Anschlägen 2015 wieder in die Köpfe der deutschen Reisebüro-Mitarbeiter zu bringen. „Das Land wird unterschätzt“, brachte es ein Reisebüro-Chef auf den Punkt. Viele der Reiseprofis waren zuvor schon in Tunesien, aber zumeist vor Jahren. Und die Newcomer hatten, wie sie beim abschließenden Kongresstag sagten, oft ganz falsche Vorstellungen. Wie sich das Produkt entwickelt, welche Chancen es über den Badetourismus hinaus gibt und warum die Hoteliers trotz der nicht einfachen vergangenen drei Jahre stark in Renovierungen und sogar neue Häuser investieren, lesen Sie demnächst im fvw Magazin.

Mich hat neben den kulturellen Besichtigungen, der großen Gastfreundschaft und den lebendigen Diskussionen beim Kongresstag mit mehr als 130 Touristikern aus beiden Ländern vor allem der Vortrag von Natascha Boussiga von der Deutsch-Tunesischen Handelskammer in Tunis beeindruckt. Sie berichtete vom mühseligen Übergang zur Demokratie und von Problemen wie der hohen Arbeitslosigkeit, aber zeichnete auch das Bild eines liberalen Rechtsstaats, das in der Region heraussticht. Über den Tourismus hinaus gibt es sehr enge Beziehungen zwischen beiden Ländern. Rund 250 deutsche Unternehmen, vor allem Autozulieferer und aus der Texilbranche, sind in dem Land aktiv und beschäftigen 55.000 Menschen. Auch deutsche Veranstalter und Hotelgruppen wie Deutsche Hospitality, Accor und Four Seasons sind wieder im Expansionsmodus.

In Tunesien sind viele Tourismuszonen wie etwa Sousse nicht nur räumlich dicht am Leben der Einheimischen. Auf dieser Reise haben wir viele Eindrücke mitgenommen, die über die Branche hinausgehen – und auch wie stark der Tourismus zur wirtschaftlichen Entwicklung und politischen Stabilität beitragen kann. Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Land, welche Eindrücke nehmen die Teilnehmer des vierten fvw DRV Destination Forums mit nach Hause? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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