Apple

Achtung Mac-User: Übernachtungen können teuer werden ...

Orbitz läutet die nächste Runde im Targeting ein: Mac-User bekommen auf dem US-Reiseportal teurere Angebote als Windows-Benutzer.

von Arndt Aschenbeck, 27.06.2012, 14:00 Uhr

Sind Sie Apple-User? Tja, tut mir leid, Sie werden wohl demnächst keine Reiseschnäppchen-Angebote mehr im Netz finden. Warum nicht? Weil Ihnen die Portale die günstigen Hotels gar nicht mehr zeigen werden. Sie halten das für übertriebene Zukunftsmusik? Ist es aber nicht.

Denn das US-Reiseportal Orbitz experimentiert bereits in diese Richtung. Es behandelt seine Kunden unterschiedlich – je nachdem, ob sie Mac- oder Windows-User sind. Die findigen Amerikaner haben herausgefunden, dass die Steve-Jobs-Jünger durchschnittlich 30 Prozent mehr für eine Übernachtung ausgeben als die Bill-Gates-Anhänger.

Da liegt es nahe, dieser Nutzergruppe gleich teurere und luxuriösere Hotels anzubieten. Orbitz gibt gegenüber dem Wall Street Journal auch offen zu, gefilterte Angebote zu testen. Die Macher des Portals legen aber Wert darauf, dass sie nicht ein und das gleiche Zimmer unterschiedlichen Nutzergruppen zu verschiedenen Preisen zeigen.

Das Orbitz-Beispiel zeigt, dass das Thema hybrider Kunde und Targeting offensichtlich sehr differenziert betrachtet wird. Auf der einen Seite werden die Möglichkeiten durch Cookies und Behavioural Targeting immer filigraner und individueller, auf der anderen Seite scheinen aber „steinzeitlich“ wirkende Konzepte, die nur auf einem Merkmal beruhen, weiter ihre Berechtigung zu haben.

Das Zauberwort heißt Datamining. Die Kunst scheint immer mehr zu sein, zuerst einmal Informationen über das Kundenverhalten überhaupt verfügbar zu machen. Und die noch größere Kunst ist dann, aus diesem Datenwust die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dabei scheint sowohl Intuition als auch Kreativität gefragt zu sein.

Und, was geben Ihre Datenschätze und Ihre Kundendatenbank so her? Würden Sie beispielsweise Kunden aus Hamburg andere Hotels zeigen, als denen aus München? Oder halten Sie das für Quatsch? Wo sehen Sie die Grenzen solcher Ansätze? Und sollte jemand von der Schufa mitlesen, vielleicht sollte Sie mal über eine Statistik über die Bonität von Mac-Usern im Vergleich zu Windows-Usern nachdenken ...

Kommentare

von Sven Maletzki, 27.06.12, 17:01
Das ist doch eher eine kleine Randnotiz. Es ist nicht neu, nach Merkmalen des Zugriffs auf den Webserver zu schauen. Der Browser oder die Browser-Version wird ja quasi fast überall ausgewertet. Jetzt kommt das Betriebssystem dazu, nur dass es nicht die Funktionalität der Webseite, sondern den Inhalt beeinflusst. Ich habe seit heute einen iMac, benutze im Büro und bestimmt auch weiterhin zu Hause einen Windows-PC und surfe gerne mit meinem Chromebook oder meinem Android-Tablet. Wenn ich nun vier verschiedene Inhalte zu sehen bekomme und gar nicht weiß und erkennen kann, warum das so ist, besuche ich bestimmt die Seite nicht noch einmal...

von Horst, 28.06.12, 17:03
Netter showcase - aber mehr auch nicht. Über intelligentes Datenmanagement kann jedes Unternehmen Kleinstzielgruppen bearbeiten, wenn es sich denn lohnt. Das es technisch möglich ist heißt ja nicht, dass es auch wirtschaftlich / businessrelevant ist. Halbgares Zeug in meinen Augen...

0

Informativ, spannend, subjektiv: Abonnieren Sie den RSS-Feed für den fvw Blog und bekommen Sie ungewöhnliche Einblicke in die Touristik.

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten