Amadeus

Amadeus und Sabre gehen auf Nummer sicher

Mit viel Getöse, mit Argumenten und mit politischen Druck bekämpfen die GDS-Betreiber die Iata-Initiative für den neuen Flugdatenstandard NDC. Ein Trost für den Reisevertrieb, mächtige Partner zu haben. Doch deren Vorbereitungen auf NDC laufen schon.

von Georg Jegminat, 24.05.2013, 15:38 Uhr

Die Furcht ist groß. Reisebüros, Online-Portale, der Geschäftsreise-Bereich, Consolidator und Veranstalter, die Flugtickets verkaufen, fragen sich: Wie stark greift der Flugdatenstandard NDC (New Distribution Capability) in unsere Geschäftsmodelle ein? Welche Funktionen werden uns genommen und damit unsere Erlösquellen?

Soweit erkennbar, bildet NDC aber nur die Voraussetzung dafür, wie sich das Zusammenspiel im Flugticketvertrieb ändert. Denn entscheidend wird sein, wie die einzelnen Fluggesellschaften die Möglichkeiten des Datenstandards anwenden. Und hier beginnt das große Schweigen.

Doch die GDS-Betreiber lassen sich gar nicht erst auf diese Unsicherheiten ein. Amadeus und Sabre warnen öffentlich, sie führen Klage bei den Wettbewerbshütern und Verbraucherschützern in Washington und Brüssel, sie suchen sich Koalitionäre im Widerstand – und doch stellen sie sich schon auf NDC ein. Erst kauft sich Amadeus einen türkischen Betreiber eines Kundenbindungsproramms (Hitit Loyality), das bei der Individualisierung von Buchungsanfragen helfen soll. Dann schließt Amadeus mit American Airlines einen Vertrag ab, der die NDC-Funktionen einschließt. Inzwischen hat auch Sabre mit United Airlines ein gleichartiges Abkommen geschlossen, dabei aber tunlichst vermieden, in Pressemitteilungen das Kürzel NDC zu verwenden.

Aus Unternehmenssicht ist die Vorsorge verständlich. Aber hilft es auch der Glaubwürdigkeit ihrer Klagen in Brüssel und Washington? Signalisieren sie nicht: Die Würfel sind gefallen?

In den nächsten Wochen, so der Zeitplan der Iata, soll der erste Prototyp für die Anwendung von NDC laufen. Aber bis zur Markteinführung werden noch viele Millionen Tickets auf traditionellem Weg verkauft. Zeit also für Reisebüros, Veranstalter und Co, den Airlines ihre Bedeutung im Ticketvertrieb vor Augen zu führen.

0
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten