Airlines

Carsten Spohr und Mick Jagger

Für Airliner war es eine durchwachsene Woche. Die Verbraucherschützer feiern Etappenerfolge. Wenigsten hat Lufthansa einen neuen Chef. Die fluglastige Wochenschau.

von Klaus Hildebrandt, 07.02.2014, 14:28 Uhr

1. Fangen wir mit dem Positiven an: Nun hat das Rätselraten um den Nachfolger von Christoph Franz ein Ende, heute wurde Carsten Spohr als neuer LH-Chef bestätigt. Endlich! Natürlich wollte Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber alles richtig machen, aber zuletzt geriet die Hängepartie fast zur Farce, als dann auch noch der Name von Kurzzeit-NL-Legionär René Obermann auftauchte. Die Berufung von Spohr zeigt, dass jemand, der eine komplexes Unternehmen von der Pike auf kennt – und trotzdem die nötige analytische Distanz für eine gravierende Umstrukuturierung besitzt – es ganz bis an die Spitze schaffen kann. Das ist doch mal eine gute Nachricht!

2. Weniger gut für Airlines waren die Nachrichten von der Verbraucher-Front: Erst verschärfte das EU-Parlament den Kommissionsentwurf zur Neuregelung der Rechte von Passagieren, vor allem Verspätungen. Dann hatten Condor und TUIfly das Nachsehen bei Urteilen, in denen die Richter die Anzahlungspraxis bei Flügen monieren. Da werde das Insolvenzrisiko bei Airlines auf den Verbraucher abgewälzt, hieß es. Eine Insolvenzabsicherung für Fluggesellschaften, die auch viele Reisebüros fordern, würde Abhilfe schaffen. Aber die steht, weil global notwenig, in den Sternen. Gut ist, dass sowohl der Beschluss des EU-Parlaments als auch die jüngsten Urteile noch keine endgültigen Entscheidungen sind.

3. Ryanair hat Kreide gefressen und will nun sogar über die einst verhassten GDS vertreiben, um mehr Geschäftsreisende zu gewinnen. Auch bei der Handy-Nutzung an Bord während Start und Landung geht es, wie bei Lufthansa, voran. Allerdings gilt der Flugmodus. Denn am liebsten würde Michael O`Leary sicher Telefonzellen an Bord aufstellen.

4. Bei British Airways läuft im März die Playlist von Michael Jagger im Bord-Programm, bestimmt garantiert Beatles-frei. Jetzt muss Spohr kontern und als erste Amtshandlung Helene Fischer verpflichten.

5. Air Berlin wirbt nach längerer Zeit wieder im TV, mit einem ziemlich langen Spot. Das Motto heißt Bewegung. Bewegung war in den vergangenen Monaten wegen der miesen Zahlen vor allem intern. Hoffen wir nun, dass sich die Ausweitung des Angebots nach langer Schrumpfkur auszahlt. Damit Spohr nicht nur Bewegung von Seiten der Golf-Carrier und der Low Coster erfährt, sondern auch damit auf dem heimischen Markt ordentlich Wettbewerb herrscht.

Kommentare

von Stefan Werner, 08.02.14, 17:18
Aus Sicht der Airlines mag das wirklich keine gute Woche gewesen sein. Aber aus Sicht der Kunden schon. Die Fluggesellschaften haben es sich durch ihren wenig kundenfreundlichen Umgang sogar mit berechtigten Reklamationen (und das gilt längst nicht nur für Ryanair!) selbst zuzuschreiben, dass die Verbraucherschützer immer stärker auf neue Regelungen drängen. So hat ja auch der Geschäftsreise-Verband VDR diese Woche, anders als Airline-Lobby, die Abstimmung des Europäischen Parlaments begrüßt, das den laxen Kommissionsvorschlag zur Entschädigung bei Verspätungen verschärfen möchte. Dazu kommen dann noch einige Flugportale mit ihren Abzocke-Gebühren, wie auch die FVW ja neulich geschrieben hat. Das alles sorgt in der Öffentlichkeit nicht gerade für "Freude am Fliegen".

von Mike Hutner, 27.02.14, 01:15
Ich muss dem Stefan hier Recht geben, die Fluggesellschaften machen doch sonst was sie wollen, wenn man ihnen nicht mal auf die Füße steigt. Die Fluggebühren an sich übersteigen in vielen Fällen zudem den eigentlichen Flugpreis, hier ist doch auch noch was zu machen, da könnten die Flughafengesellschaften mal was machen. Und sicher kann man hier sparen, ohen die ach so wichtigen Sicherheitsrichtlinien runterschrauben zu müssen, die im Übrigen auch viele Fluggäste verärgern. Zip-Beutel usw.

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