Aida

Kreuzfahrt-Fieber in Hamburg

Wir Hanseaten sind ja als cool bekannt. Aber jetzt gibt Hamburg bei Kreuzfahrten richtig Gas.

von Klaus Hildebrandt, 10.02.2010, 11:40 Uhr

Lange hatte Hamburg den Kreuzfahrtboom verschlafen. Aber 2010 wird ein Rekordjahr, wie eine (von mir moderierte) Diskussion des Travel Industry Clubs zeigte. Die Stadt hat das Potenzial erkannt. Mit dem neuen Terminal in Altona und einem geplanten Terminal in der Hafencity werden die Kapazität und der Komfort für die Kreuzfahrtgäste noch mal steigen. Gestern abend dann die Taufe der Aida Blu in Hamburg. Es ist wirklich unglaublich: Es war saukalt, die Gehwege spiegelglatt – und trotzdem pilgerten tausende Hamburger an den Hafen, um das Taufspektakel mit Lightshow und Feuerwerk mitzuerleben.

In der Halle feierten danach die Touristiker und Geschäftspartner von Aida. Dabei ging es nicht nur um Fachthemen. Beherrschendes Small-Talk-Thema bei den Damen waren die tief dekolletierte Robe von Taufpatin Jette Joop (wer die wohl entworfen hat?) und der pralle Babybauch von Moderatorin Barbara Schöneberger. Damit das Kreuzfahrtfieber in Hamburg nicht abkühlt, tauft MSC am 6. März die Magnifica (dann wird besonders bei den Damen sicher Taufgast Eros Ramazotti für Gesprächsstoff sorgen). Dann kommt noch der Rock-Liner von TUI Cruises mit Udo Lindenberg, die Cruise Days im Sommer und eine Rekordzahl von Anläufen von Aida und anderen Schiffen. Aber eigentlich müssen sich die Kreuzfahrt-Planer in Hamburg bei einer Dame bedanken: Ohne die Queen Mary 2, die Hunderttausende bei ihren Besuchen mobilisierte, hätte sich das Kreuzfahrtfieber in Hamburg längst nicht so verbreitet.

Kommentare

von Kreuzfahrtinspektor, 10.02.10, 14:59
Das Vergangene und Kommende zeigt dass die Hamburger keine verkühlten, verschlossenen Köpfe sind, sondern ausserordentlich begeisterungsfähig. Die Entwicklung ist wirklich ausserordentlich, auch wenn man sich fragt ob das CruiseTerminal irgendwann nochmal erwachsen, und seinem Containerdasein entwachsen wird. Gerade für diejenigen die noch keine Seereise unternommen haben, bietet sich Hamburg als Abfahrt und/oder Ankunft allerbestens an – bis hin zur Transatlantiküberquerung mit der Queen Mary 2.

von Wolfgang Hoffmann, 27.02.10, 10:47
"Kreuzfahrtfieber"... genau das ist der richtige Ausdruck. Eine Krankheit, die da zugrunde liegt, beherrscht jegliches Erfolgsdenken der Wirtschaftsunternehmen. Dabei ist das Prinzip "Wachstum" das Mantra, quer durch alle Profitcenter. Es ist ein Spiel, mehr eine Art optimistisches Kalkül, bei dem der Zeitfaktor eine wichtige Komponente ist, der aber nicht als solcher einkalkuliert ist von den Unternehmen. Uhren oder Kalender werden da willkürlich ausgelegt. Man setzt irgendeinen Faktor willkürlich ein, um sein Umsatzziel hypothetisch zu definieren. Salopp beschrieben: Wachstum = Tonnage : Zeit x Umsatz (wobei "Umsatz" nicht Rendite ist, dafür gilt eine andere, ergänzende Formel, die alles noch mehr strubbelig machen würde, - also vernachlässigt man das.) Kaum tritt ein unvorhergesehener Fall (Unfall, Terror, Piraten, Krieg, Blockade, Zeitgeist, neues Produkt, Wirtschaftskrise, Naturkatastrophen...) ein, bricht ausgerechnet dieser Zeit-Faktor komplett in sich zusammen und verlängert sich logischerweise bis in die Unendlichkeit. Je investitionsintensiver das Produkt ist, desto fragiler ist es auch. "Aussitzen" kann vielleicht eine Pension mit 5 Zimmern. Wenn da das Investitionsgut weg ist, erstellt man von der Versicherungssumme das nächste. Ist aber ein AIDA Schiff diskreditiert, wirkt sich das u.U., trotz Versicherungssumme, auf das gesamte Kreuzfahrtgeschäft aus. Wir haben unser Büro zwar auf die hochwertigen Produkte der Touristik ausgerichtet, haben deshalb auch nahezu ausschließlich die höher betuchte Klientel, aber wir haben bewusst keine Monokultur entstehen lassen, die sich dem Zeitgeist unterworfen hat. Wir bedauern jetzt bereits die RBs, die "ausgewiesene Kreuzfahrtexperten" sind. Das breite Aufstellen unserer Produktpalette ist und bleibt oberstes Gebot.

von Reiner Iserlohe, 01.03.10, 21:59
Das "Kreuzfahrtfieber" bricht bei mir aus, wenn ich die neuen Provisionstabellen sehe, insbesondere die von AIDA. Da geniert man sich nicht die geforderten Mindestumsätze für 2 stellige Provisionen mal eben um 40% zu erhöhen, gibt ja schliesslich mehr Schiffe.. Natürlich nicht mal auf den gesamten Reisepreis. Auf den Fluganteil gibt es eh nur 5%. Gleichzeitig schämt sich bei diesem Topveranstalter niemand Kataloge auszuliefern auf deren Rückseite des Preisteils die Gebrauchsanleitung für den Onlinekunden steht, von den Dutzenden von Links/Hinweisen zur Onlinebuchung im Hauptkatalog ganz zu schweigen. Der "wichtigste Vertriebspartner" solle es mal verteilen, wozu soll er auch sonst noch gut sein? Das wäre doch mal ein Titelthema für die FVW? Aber da traut man sich ja nicht, man könnte ja einen Anzeigenkunden verprellen. Traurig, diese ganze Branche die nur auf kurzfristigen Erfolg setzt und das Ziel einer vertrauensvollen Zusammenarbeit doch zunehmend verspielt hat.

von anneta, 07.07.10, 09:04
Ich möchte auch bei Taufspektakel präsent zu sein! Das muss eine tolle Show gewesen sein. Ich habe sogar ein paar Soundtracks von ihm durch http://www.mp3hunting.com mps SE gefunden - das war wirklich etwas erstaunlich und auch schlechtes Wetter konnte nicht aufhören, das zu zeigen.

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