Work-Life-Balance

Fit fürs (Frei-)Zeitmanagement?

Wenn der Terminkalender aus allen Nähten platzt und Freizeit ein Fremdwort ist, sollten Sie dringend etwas ändern. Bloß wie? Trainer und Coach Stefan Klotmann aus Hannover hat die Tipps.

13.03.2014, 14:00 Uhr
Die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, ist gar nicht so einfach.
Foto: Thinkstock

Die Termin dauert heute wieder etwas länger, außerdem warten drei weitere Kunden auf eine Beratung, und im Hinterkopf schwirrt Dir noch die Monatsabrechnung herum – der Feierabend rückt in immer weitere Ferne. Auch wenn Überstunden und das Extra-Arbeitspensum schon fast dazugehören, sollten sie im Rahmen bleiben. Kommt die wohlverdiente Freizeit nämlich dauerhaft zu kurz, macht das unzufrieden – und im schlimmsten Fall sogar krank. Wie Sie Arbeit und Freizeit in Balance bringen, weiß der Trainer und Coach Stefan Klotmann. Wir haben mit ihm gesprochen.

Work-Life-Balance – ein Modewort. Was versteht man überhaupt darunter?

Erst einmal geht man von fünf Bereichen aus, die in unserem Leben eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehören der Körper, das soziale Umfeld mit Familie und Freunden, die Arbeit, Sinn und Werte sowie die Zukunft. Sind diese Bereiche ausgewogen, spricht man von Work-Life-Balance. Erhält hingegen einer der Bereiche zu viel Gewicht – und das über einen längeren Zeitraum – gerät man aus der Balance. Dann lauert auch bereits das nächste Modewort, der Burnout.

Und was kann man dagegen tun?

Ganz wichtig: Sich über die eigenen Ziele klar werden! Fragen Sie sich dabei, was Sie wollen und wo Sie stehen, und das in regelmäßigen Abständen – dann kommen Sie nicht vom Weg ab. Wer in die Selbstständigkeit startet, etwa als mobiler Reiseberater, sollte sich nicht einfach hineinstürzen, sondern im Vorfeld klären, was er erreichen möchte und wie viel Zeit er dafür aufbringen kann. Steckt man erst einmal in der Stress-Spirale, ist es schwierig, da wieder herauszufinden.

Stichwort Stress: Jeder hat ihn, viele leiden darunter. Was tun?

Eine Allroundmittel dagegen gibt es nicht, jeder muss für sich den passenden Ausgleich suchen. Das kann zum Beispiel dreimal Joggen pro Woche oder ein Treffen mit Freunden sein. Vor allem geht es darum, sich Zeit für sich selbst zu nehmen – wem es hilft, vereinbart dafür ein Jour fixe. Hier rückt nochmals das Thema Zielsetzung in den Fokus: Wer Ziele hat, arbeitet effektiver und kann sich somit mehr Handlungsspielraum beziehungsweise mehr Zeit „freischaufeln“. Ihre Ziele definieren Sie dabei am besten „Smart“: S pezifisch, konkret formuliert, m essbar, a ktionsorientiert, r ealistisch, t erminiert.

Ein gutes Zeitmanagement ist also von großer Bedeutung. Haben Sie dafür Tipps?

Ich empfehle die Faustregel „60-20-20“: 60 Prozent Arbeit, 20 Prozent für unvorhergesehene Dinge wie Telefonate oder Störungen und 20 Prozent Zeit für Freizeit und soziale Kontakte. Ebenfalls sollte man sich bremsen, alles immer sofort erledigen zu wollen. Daher ist es ratsam, Prioritäten zu setzen und seine Aufgaben in dringlich oder „nur“ wichtig zu unterteilen. Das gilt genauso, wenn – wie so oft – mal wieder alles zusammenkommt. In der Regel haben die Kunden Verständnis, wenn man sie um ein paar Minuten vertröstet. Schließlich legen sie ja Wert darauf, dass man sich auch für sie Zeit nimmt.

Die meisten müssen ihren Arbeitseifer eher bremsen. Doch was, wenn die Motivation nachlässt?

Ungeliebte Dinge gibt es ständig – egal, ob es um den Stapel Papier auf dem Schreibtisch geht, die Steuererklärung oder einen unangenehmen Anruf. Am besten, man plant sich dafür Extra-Zeit ein und überlegt sich im Vorfeld eine Belohnung. Bereits kleine und einfache Belohnungen haben eine positive Wirkung. Zudem sollte man sich bewusst machen, was man schon alles geschafft hat – das erzeugt positive Gefühle, die gegebenenfalls helfen, Entscheidungen zu treffen oder Veränderungen herbeizuführen.

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