Weiterbildung

Tipps für zukünftige Studenten

Immer mehr Expis wollen's wissen. Und zwar richtig. Viele drücken für die Karriere nebenberuflich die Schulbank – morgens Counter, abends im BWL-Seminar.

03.08.2011, 16:08 Uhr
Foto: Jupiterimages

Wer sich auf diesen Spagat zwischen Job und Weiterbildung einlässt, braucht Biss. Davon haben viele Expis eine ganze Menge. „In der Touristik gibt es eine deutliche Akademisierung“, sagt Harald Pechlaner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswirtschaft. Akademiker sind gefragt. Auch die Auswahl an Hochschulen und privaten Instituten ist größer denn je. Doch wie findet man die richtige Hochschule?

Tipps für künftige Studenten

Ausrichtung
Passt die Grundausrichtung des Studiums zu den eigenen Berufsplänen? Am besten informiert man sich auch vor Ort, zum Beispiel beim Tag der offenen Tür. Nutzt die Chance einer persönlichern Studienberatung.

Praxis
Je näher die Hochschulen an Wirtschaft und Unternehmen sind, desto praxisnäher ist das Studium.

Lehrplan
Schauen Sie sich den Lehrplan genau an. Ist der Ablauf plausibel?

Lehrkräfte
Wie ist die die Relation zwischen Dozenten bzw. Professoren und Studenten? Je intensiver die Betreuung, desto besser.

Akzeptanz
Der Studiengang und Abschluss sollten offiziell anerkannt, also akkreditiert sein. Problematisch ist es, wenn der Abschluss an einer Hochschule außerhalb der EU gemacht wird und das Niveau dadurch nur schwer einzuschätzen ist.

Karriere
Wie sind die konkreten Job-Aussichten danach? Infos geben ehemalige Studenten aus Alumni-Netzwerken? Vielleicht gibt es auch von der Hochschule eine Statistik, wo Absolventen einen Job fanden.

Kosten
Stehen die Gebühren im Verhältnis zu den Leistungen? Gibt es Stipendien? Wie lange müssen Sie sparen oder abbezahlen?

Kurse am Wochenende

Kim Kedrowitsch (28), Hamburg
Foto: Privat

Kurz vor den Klausuren klingelt der Wecker früh, sehr früh. Um fünf Uhr wühlt sich Kim Kedrowitsch aus dem Bett, kocht sich Kaffee und lernt. Sie studiert Tourismus und Eventmanagement, ein Teilzeit-Studium an der privaten Fachhochschule BBW. Nach dem Frühstück geht’s dann zum Job als Assistentin der Geschäftsführung bei der Apartment-Vermittlung Heimathafen. „Das hat mein Leben ganz schön umgekrempelt“, sagt sie. Freitags auf Party – geht nicht, Shoppen am Samstag – das war mal. Freitagabends und samstags geht sie zur Hochschule, sonntags ist Lernen angesagt. „Abends in der Woche schaffe ich das nicht mehr.“ An das straffe Pensum hat sie sich gewöhnt. Auch die Kosten, immerhin 1890 Euro pro Semester, schrecken sie nicht. „Ich weiß, wofür ich es mache!“ Sie möchte gern zu einem Veranstalter. Bis es so weit ist, setzt sie die Theorie in die Praxis um und bastelt gerade an einem Marketing-Plan für ihre Chefin.

Ihr Tipp: Setzen Sie sich nicht zu hohe Ziele: sie müssen erreichbar sein!

Praktikum und Studium gleichzeitig

Julia Meixner (20), Erfurt
Foto: Privat

Jeden Montag morgen schaltet Julia Meixner um: Auf ihren Job im Sun & Fly-Reisebüro oder aufs Studium an der Fachhochschule Adam Ries in Erfurt. „Am Anfang war’s nicht leicht, beides unter einen Hut zu kriegen“, sagt die 20-Jährige. Alles war neu – an der Hochschule wie auch am Counter. Und beides ist wichtig: Bei ihrem dualen Studium geht das eine nicht ohne das andere. In sieben Semestern erreicht Julia den Bachelor und gleichzeitig ein Praktikumszeugnis vom Reisebüro. Nur Tourismus zu studieren, kam für die Abiturientin nicht in Frage: „Da fehlt mir der Praxisbezug.“ Bei ihrem dualen Studium kann sie bereits mit ihren Counter-Erfahrungen punkten. „Als an der FH Reiserecht drankam, war das für mich nichts Neues.“ Für ihren Reisebüro-Job bekommt Julia Meixner kein Gehalt, dafür übernimmt das Reisebüro die Studiengebühren von 440 Euro im Monat. Für die junge Frau kein Problem: „Ich wohne noch bei meinen Eltern.“ Dass sie kürzer treten muss und nur wenig Freizeit hat, stört sie nicht: „Ich habe mein Ziel!“ Später will sie zum Veranstalter. Dafür beißt sie auch gern mal die Zähne zusammen.

Ihr Tipp: Immer dranbleiben und nichts schleifen lassen!

Steuerrechtlektionen im Urlaub

Melanie Scholz (27), Rodgau
Foto: Privat

„Nach der Ausbildung wollte ich einfach noch weiter“, erinnert sich Melanie Scholz, Expi im Reisebüro Keller in Rodgau. Sie träumt vom eigenen Büro – irgendwann. Doch ohne Abitur schied ein Studium aus. So schrieb sie sich fürs Fernstudium an der SGD für den Touristikfachwirt ein, zahlt insgesamt rund 3000 Euro. Doch mit „ein paar Heftchen auf dem Sofa lesen“ hat das Ganze nichts zu tun. „Es ist nicht leicht!“ Sie lernt in der Mittagspause, abends, am Wochenende und im Urlaub, wie letztens in der Alpenhütte. „Wenn ich entspannt bin, klappt’s am besten.“

Da ist auch Steuerrecht kein Problem. Schwierig bleibt die Frage, was von all den Lektionen am Ende wichtig ist. Was an den Counter passt, hat sie längst in ihren Job übernommen. „Ich kann heute bei Rechtsfragen ganz anders argumentieren.“ Auch der Mail-Newsletter sieht jetzt anders aus. Und wenn ihr alles zu stressig ist, lässt sie Bücher auch mal Bücher sein, trifft Freunde oder spielt Squash. Ende des Jahres sind die letzten Prüfungen. Ihre Belohnung ist schon gebucht: „Ich will in Ägypten tauchen.“ Ohne Bücher.

Ihr Tipp: Nutzen Sie die Präsenzseminare für den direkten Austausch!

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