Vergütung

Alternativen zur Gehaltserhöhung

Steuerbegünstigte Zusatzleistungen bringen oft mehr netto auf das Konto als eine Gehaltserhöhung. Und rechnen sich für beide Seiten.

von Magdalena Laßmann, 20.11.2014, 10:04 Uhr
Foto: Thinkstock

Das Thema Gehaltserhöhung ist ein rotes Tuch. Arbeitgeber schrecken generell zurück, weil sie feste Kosten scheuen. Außerdem bedeutet jedes Mehr an Brutto zusätzlich rund ein Viertel mehr an Abgaben. Und Arbeitnehmer freuen sich zwar zunächst, sind am Monatsende aber oft enttäuscht. Denn netto bleibt vom oft hartnäckig erstrittenen Plus nur etwa die Hälfte übrig. Ein Großteil geht für höhere Sozialabgaben und Steuern drauf. Da lohnt es sich für beide Seiten, über Alternativen nachzudenken. Als Lösung bieten sich die sogenannten Lohnextras an. Das können etwa Zuschüsse für die Kinderbetreuung oder Tankgutscheine sein. Sie bieten eine direkte Entlastung.

Allerdings sind einige Besonderheiten zu beachten: So müssen die Leistungen zusätzlich zum Gehalt erbracht werden, es dürfen also nicht Teile davon umgewandelt werden. Auch dürfen Arbeitnehmer und -geber nicht dieselben Extras doppelt geltend machen. Als größter Nachteil für die Arbeitnehmer gilt, dass diese Gehaltsextras nicht im Arbeitsvertrag fixiert werden. Die Zuwendungen könnten jederzeit wieder gestrichen werden. Was Arbeitnehmer auch bedenken sollten: Nur Gehaltszahlungen erhöhen die spätere Rente. Die Zuschüsse gehören nicht dazu.

Computer und Telefon

Der Arbeitgeber kann seinen Angestellten Telekommunikationsgeräte wie Smartphone, Tablet oder Fax sowie Laptops überlassen. Der Arbeitnehmer darf die Geräte sowohl beruflich wie privat nutzen. Er kann beispielsweise zu Hause damit im Internet surfen. Wird nur eine Übernahme der Kosten vereinbart, ist dies bis zu einer Pauschale von 50 Euro pro Monat steuerfrei. Zu beachten ist außerdem, dass die Geräte im Besitz des Unternehmens bleiben. Nur dann bleibt dieses Lohnextra steuerfrei.

Sachzuwendungen

Das sind kleine Bezüge, die einen Wert von maximal 44 Euro pro Monat haben dürfen. Dazu zählen zum Beispiel Tankgutscheine, die Übernahme von Stromkosten oder Genussmittel. Diese Sachleistungen können zu einem besonderen Anlass einmalig spendiert werden (dann für bis zu 40 Euro), oder in Form von regelmäßigen Zuwendungen. Dazu gehören etwa die Mitgliedsbeiträge für Fitnessclubs oder Sportvereine. Doch Achtung: in diesem Fall muss der Arbeitgeber den Vertrag mit dem Betreiber abschließen und auch direkt mit ihm abrechnen, sonst entsteht ein geldwerter Vorteil, der steuerpflichtig ist. Auch ein ÖPNV-Ticket gehört zu den Sachzuwendungen, solange es die Freigrenze nicht überschreitet. Jobtickets darüber sind mit 15 Prozent Steuer belegt. Geldzuwendungen sind grundsätzlich steuerpflichtig.

Gesundheit

Will ein Unternehmen die Gesundheit seiner Mitarbeiter fördern, ist das steuerbegünstigt möglich. So bleibt etwa die Übernahme von Gesundheitskursen wie der Besuch einer Rückenschule oder einer Rauchentwöhnung bis zu einem Betrag von 500 Euro im Jahr steuerfrei. Mitgliedsbeiträge sind hingegen pauschal zu versteuern (siehe Sachzuwendungen). Außerdem ist es denkbar, dass sich die Firma an den Kosten einer Kur beteiligt. Steuerfrei ist dies bis zu einem Betrag von 600 Euro möglich. Eine sogenannte Erholungsbeihilfe ist auch in Form eines Urlaubszuschusses denkbar. Dann gibt es 156 Euro pro Arbeitnehmer, 104 für den Ehepartner und 52 Euro pro Kind.

Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge ist ein weites Feld und bedarf vor dem Abschluss einer gründlichen Beratung. Ein solches Lohnextra geschieht in Form der Umwandlung von Arbeitsentgelt. Dazu kann der Arbeitnehmer bis zu vier Prozent seines Gehalts für die Altersvorsorge aufwenden. Auf diesen Vorsorgeanteil spart er dann Steuer und Sozialabgaben. Großzügige Arbeitgeber spendieren zusätzlich ein paar Euro, denn auch das ist dann abgabenfrei. Zu berücksichtigen ist bei der betrieblichen Altersvorsorge, dass die auszuzahlenden Beträge steuerpflichtig sind und auch Abgaben an die Krankenkasse fällig werden, sobald der Arbeitnehmer in Rente geht.

Nacht- und Feiertagszuschläge

Zuschläge für Arbeiten in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen sind steuerfrei. Um dies zu gewährleisten, muss der Arbeitgeber die tatsächlich geleisteten Stunden exakt vermerken. Diese Zuschläge sind aber nur bis zu einem variablen Prozentsatz lohnsteuerfrei. Der ist abhängig vom Stundenlohn und dem Zeitpunkt der geleisteten Arbeit. Grundsätzlich steuerpflichtig werden die Zulagen ab einem Stundensatz von über 50 Euro. Auch bei der Sozialversicherung gibt es eine Grenze: Wenn das Arbeitsentgelt, nach dem die Nacht- und Feiertagszuschläge berechnet werden, 25 Euro pro Stunde übersteigt, werden alle darüberliegenden Beträge sozialversicherungspflichtig.

Betreuung für kleine Kinder

Das Wichtigste vorneweg: steuer- und versicherungsfrei sind nur Leistungen zur Betreuung von nicht-schulpflichtigen Kindern. Egal ist hingegen, welches Elternteil die Betreuungskosten trägt und ob das Kind eine betriebliche oder außerbetriebliche Kindertageseinrichtung besucht. Vor allem für geringfügig Beschäftigte auf einer 400-Euro-Basis sind die Kindergartenzuschüsse von Vorteil, da sie nicht in die Prüfung der Geringfügigkeitsgrenze einberechnet werden. Ab 2015 sollen zusätzliche Notfall-Betreuungshilfen bis zu 600 Euro pro Jahr hinzukommen. Wer sein Kind zu Hause von einer Nanny oder von Verwandten betreuen lässt, kann keinen steuerfreien Bonus erhalten.

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