Touristik

Viele Wege führen zum Traumjob

Wir zeigen Wege, wie Sie frühzeitig die Fühler nach dem Traumjob ausstrecken, Kontakte knüpfen oder potenzielle Arbeitgeber unter die Lupe nehmen können.

04.11.2015, 09:44 Uhr
Foto: Thinkstock

So viel Glück wie Mary-Ann Vogel müsste man haben: Mit dem Bachelor-Abschluss in der Tasche startete sie mit einer Stelle ins Berufsleben, die extra für sie geschaffen wurde. „Ich hatte keine supertollen Noten“, gesteht die Absolventin der Best Sabel Hochschule, „aber ich habe bei dem richtigen Veranstalter mein Praktikum gemacht – und durfte bleiben.“ Mehr als zweieinhalb Jahre arbeitete Vogel als Marketing Assistant bei Meso Reisen in Berlin, bevor sie schließlich in die Marketing-Abteilung des Reiseclubs Cottbus wechselte.

Kontakte und Jobportale

Die Geschichte der jungen Touristikerin beweist einerseits, wie wichtig Praxiserfahrung ist, sie zeigt aber auch, dass Vitamin B eine Rolle spielt. Eine Erfahrung, die sie mit ihren Kommilitoninnen bei einem Podiumsgespräch während des ITB Young Professional Day teilte. Auch der Kontakt zu Dozenten, die oftmals aus der Praxis kommen und eigene Unternehmen haben, kann den Einstieg in den Beruf ermöglichen. Über Connections zu Insidern können Absolventen von interessanten Stellen erfahren, die gar nicht erst ausgeschrieben, sondern nur intern vergeben werden. „Nutzt eure Dozenten, nutzt eure Netzwerke“, so das Resümee.

Darüber hinaus gibt es eine Menge Möglichkeiten, frühzeitig die Fühler nach dem Traumjob auszustrecken, Kontakte zu knüpfen oder potenzielle Arbeitgeber unter die Lupe zu nehmen. Eine Fundgrube für Jobs aus den Bereichen Leisure und Business Travel ist der Stellenmarkt der fvw. Sowohl in der gedruckten Ausgabe als auch online unter fvw.de sind Jobs ausgeschrieben. Darüber hinaus werden die Angebote täglich auf der Facebook-Seite gepostet und freitags gebündelt als Job-Newsletter per E-Mail verschickt. Weitere Jobportale bieten die Yourcareergroup sowie Jobsterne.de mit Spezialisierung auf das Gastgewerbe.

Doch auch die allgemeinen Jobportale wie Monster und Stepstone sowie das Portal der Bundesagentur für Arbeit können zum Ziel führen. Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bieten dort offen Stellen an. Sie haben aber auch die Möglichkeit, durch die Lebensläufe zu surfen, die Bewerber eingestellt haben. Was aus Bewerbersicht mögli- cherweise wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen anmutet, ist jedoch eine Chance, viele Unternehmen kennenzulernen. BSH-Absolventin Linda Gasch hat beispielsweise den Job-Agent von Stepstone genutzt und wurde so auf die Hotelkette NH Hoteles aufmerksam. „Dadurch habe ich meinen Job als Booking Agent bekommen“, sagt sie.

Websites und Karrieretage

Stellenanzeigen veröffentlichen die Unternehmen aber auch auf ihren eigenen Websites oder auf separaten Portalen, die sie extra für die Personalsuche einrichten. So präsentiert der Hotelkonzern Accor auf Accorjobs.com nicht nur seinen weltweiten Bedarf an Arbeitskräften, sondern auch Videos und Podcasts mit Tipps von Mitarbeitern, den Test „Welcher Job passt am besten zu mir?“ und einen speziellen Bereich für Studenten und Absolventen. Im jährlichen Ranking des Forschungsinstituts Potentialpark landete Accorjobs in mehreren Kategorien auf dem Siegertreppchen.

Auf Tuchfühlung mit den potenziellen Arbeitgebern können Ein-, Auf- und Umsteiger auf Karrieremessen gehen. Hotelkaufmann Andreas Gelbke macht gerade eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Hotelbetriebswirt an der Hotelfachschule Bad Wörishofen und hat sich im April auf dem Recruiting Day in München umgeschaut: „Ich bin positiv überrascht, es sind sehr viele Entscheidungsträger vor Ort.“ Seine Kommilitonin, Restaurantfachfrau Lisa Egelkraut, ergänzt: „Man erhält viele fundierte Informationen aus einer Hand.“

Social Media und Apps

Einige Hotelketten nutzen aber auch eigene Karrieretage, um Mitarbeiter zu gewinnen. „Wo sonst haben Bewerber – auch bereits erfahrene Hotelmitarbeiter – die Möglichkeit, sich mit den obersten Führungskräften auszutauschen und direkt vor Ort konkrete Job-Angebote zu erhalten?”, wirbt Michel Gehrig, der als Vice President Talent Development für die Jobbörse von Kempinski verantwortlich ist.

Auch Social Media kann bei der Jobsuche hilfreich sein. So bietet zum Beispiel das Business-Netzwerk Xing Unternehmen jeder Größe die Möglichkeit, Stellenanzeigen zu schalten. Durch eine Kooperation mit der Jobsuchmaschine Kimeta werden weitere Jobangebote angezeigt. Außerdem posten Unternehmen offene Stellen über ihren Firmenauftritt. Bewerber, die sich finden lassen möchten, erhöhen ihre Chancen mit einem vollständig ausgefüllten Profil mit ansprechendem Foto.

Um die mobile Generation zu erreichen, setzen die Online-Jobportale und Unternehmen zunehmend auf Apps. Als „Erste dieser Art in der Branche“ bezeichnet die Hotelkette Marriott ihre neue Karriere-App fürs iPad, auf der Mitarbeiter in vier Sprachen 20 Karrierewege vorstellen – vom Generaldirektor über Hausdame und Frontoffice Supervisor bis zum Verkaufsleiter. Hinzu kommt eine Übersicht mit Praktikums- und Ausbildungsangeboten. Eine iPhone-Version soll folgen.

Stammtische und Netzwerke

Da immer wieder interessante Jobs unter der Hand vergeben werden, kann es sich für Nachwuchstouristiker lohnen, gezielt persönliche Kontakte zu knüpfen. Etwa bei einem der Reisebüro-Stammtische, die in vielen deutschen Städten stattfinden. Im Mittelpunkt stehen zwar meist Infos und Produktschulungen der Sponsoren. Beim Abendessen ist oft aber Zeit fürs Networking mit Kollegen aus anderen Büros, mit Büroleitern, Inhabern und Sponsoren.

Ein weltweites Touristiker-Netzwerk ist Ska°l International (www.skal.de). In Deutschland gibt es 32 Clubs; die Mitglieder treffen sich zum fachlichen und persönlichen Austausch oder zu Fachvorträgen. Wer jünger als 29 Jahre ist und eine Tätigkeit oder Ausbildung in einem Tourismusberuf nachweist, kann Mitglied bei Young Ska°l werden.

Das Who is Who der deutschen Reisebranche, Führungskräfte und Entscheidungsträger, spricht der Travel Industry Club an. Die 650 Mitglieder treffen sich zum Beispiel zu Themenabenden, Hintergrundgesprächen oder zum Blick hinter die Kulissen. Qualität statt Quantität heißt die Devise. So viel Exklusivität hat allerdings ihren Preis: Die Mitgliedschaft kostet 390 Euro pro Jahr, die Aufnahmegebühr 250 Euro – und Neulinge müssen einen Paten benennen.

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