Technikwissen

Fit für die E-Touristik

IT steht im Lehrplan fast aller Tourismus-Studiengänge. Denn das nötige Rüstzeug verschafft Berufseinsteigern gute Chancen, um im Job Fuß zu fassen.

von Astrid Schwamberger, 26.02.2015, 10:35 Uhr
Foto: Thinkstock

Die Informations- und Kommunikationstechnik hat einen rasanten Siegeszug in der Touristik hingelegt: Neue Dienstleister und Anbieter sind entstanden, Prozesse wurden umgekrempelt. Auch die Endkunden haben ihr Verhalten verändert: Sie nutzen im Internet Infos und Angebote rund um die Uhr. In sozialen Netzwerken tauschen sie mit Freunden, Familien und Fremden ihre Erfahrungen und Eindrücke. Buchungsportale und Bewertungsplattformen sind nicht mehr wegzudenken.

Mehr denn je bestimmt die Technik den Alltag in der Reisebranche. Etablierte Mitarbeiter müssen sich genauso wie Nachwuchskräfte permanent neuen Herausforderungen stellen. So steht das Thema Technik in ihren diversen Spielarten auch in den Tourismus-Studiengängen auf dem Programm.

Wer in der E-Touristik Fuß fassen will, sollte in jedem Fall ein generelles Verständnis für Daten haben und für alles, was damit zusammenhängt: Erfassung, Schnittstellen, Transfer, Weiterverarbeitung, Sensibilität. Der Umgang mit Standardprogrammen wie MS-Office ist etwa für Rolf Geppert, Leiter Personalentwicklung DER Touristik, selbstverständlich. Kenntnisse touristischer Buchungstechnik, wie etwa Bistro, sollten diese ergänzen. „In der Regel bringen die Bewerber das nötige Rüstzeug dafür bereits mit“, sagt der Personalchef und fügt hinzu: „Wir stellen keine größeren Unterschiede zwischen den Hochschulen hinsichtlich der Technikkompetenz fest.“

TaTsächlich sind in nahezu allen Tourismus-Studiengängen entsprechende Themen integriert. Einen großen Stellenwert haben sie zum Beispiel an der Fakultät für Tourismus der Hochschule München. „Informationstechnologie“ ist ein Pflichtmodul im Bachelor-Studiengang Tourismus-Management im zweiten Semester. Darüber hinaus können sich die Studenten wahlweise für das „Kompetenzfeld E-Tourism“ im sechsten oder siebten Semester entscheiden. Insgesamt sind zwei Kompetenzfelder zu belegen. Auf dem Programm stehen E-Business und Online-Marketing im Tourismus, Webtools sowie Online-Portale in der Praxis.

Die theoretischen Inhalte werden durch eine Exkursion und den Besuch von Praxisunternehmen – im Wintersemester ging es zu JT Touristik nach Berlin – sowie anhand von Praxisbeispielen vertieft. Im Master-Studiengang Tourismus-Management an der Hochschule München taucht E-Tourism im zweiten Semester sogar als Pflichtmodul auf.

Foto: FVW

Touristikprofi versus Technikfreak

Wer als Berufseinsteiger Fuß fassen will, sollte auf jeden Fall ein touristisches Verständnis haben. Ein Blick in die Chefetagen von Online-Reiseportalen liefert den Beweis, erklärt Martin Meux vom Verband Internet Reisevertrieb (VIR): „Viele haben einen touristischen Background.“

Doch was ist mit der anderen Seite der Medaille, der Technikkompetenz? Das ist ein ziemlich vager Begriff, findet der Branchenkenner. Denn „jeder, der sich heute nicht ganz wegsperrt und zum Beispiel ein Smartphone bedient, bringt ein gewisses Technikverständnis mit“, fasst er zusammen. Die Meinung, dass E-Touristiker ausgewiesene Technikexperten sein müssen, teilt er nicht. Auch ist Meux der Ansicht, dass es in der E-Touristik nicht in erster Linie darum geht, perfekt programmieren zu können. IT-Kompetenz haben schließlich ganz andere Mitarbeiter wie Entwickler oder Informatiker.

Die zenTralen Fragen, mit denen sich E-Touristiker hauptsächlich beschäftigen, seien vielmehr: Welche Trends und Entwicklungen gibt es? Was möchten die Kunden? Wie kann ich schnell darauf reagieren? „Die Bereitschaft, neue Wege oder auch Risiken einzugehen, ist da entscheidend“, sagt Meux. Es gehe darum, das große Gesamtbild zu verstehen und zu wissen, warum es wichtig ist, sich mit einem Player wie Traveltainment zu beschäftigen. Und wie die touristische Wertschöpfungskette funktioniert. Touristiker sollten die Schnittstellen kennen. Meux plädiert dafür, den touristischen E-Commerce „niemals losgelöst von klassischen Tourismusunternehmen und einer klassischen Ausbildung zu betrachten“.

Social MeDia ist ein weiteres, wichtiges Schlagwort: Gut zwei Drittel der Internet-Nutzer sind einer Studie des Fachverbands Bitkom zufolge mindestens in einem sozialen Netzwerk aktiv. Auf Facebook ist das Reisen sogar das am weitesten verbreitete Thema. Berufsstartern sei daher geraten, Eigeninitiative zu zeigen. Das gilt ebenfalls in der Ausbildung der Tourismuskaufleute. Das Wort „Social Media“ steht zwar nicht in der Ausbildungsordnung, ist aber dennoch ein „relevanter Bestandteil der Ausbildung“, heißt es beim Deutschen Reise Verband.

0

Aktuelle Jobs und Stellenangebote, ob im Reisebüro, bei Reiseveranstaltern oder im Business Travel – hier finden Sie den Job der wirklich zu Ihnen passt. zu den Touristikjobs

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten