Mobile Reiseverkäufer

Ex-Chefs satteln um

Noch vor Jahren belächelt, haben sich mobile Reiseverkäufer in der Branche etabliert. Immer mehr ältere Touristiker sind dabei.

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von Evelyn Sander, 28.09.2016, 10:38 Uhr
Foto: Thinkstock

Kirsten Meyn feierte als Chefin 25-jähriges Jubiläum. Ihr Reisebüro Eppendorf in Hamburg lief gut. Und doch dachte sie immer wieder daran, es zu verkaufen, mal kürzer zu treten. Wenn die 57-Jährige nicht eine leidenschaftliche Touristikerin wäre: „Ich liebe meinen Job, seit über 40 Jahren.“ Jetzt hat sie Anfang des Jahres ihren Laden doch geschlossen, ist aber als mobile Reiseberaterin nach wie vor selbstständig. Meyn lächelt: „So verkaufe ich immer noch Reisen an meine Stammkunden.“

Immer mehr erfahrenen Touristiker entdecken das flexible Arbeiten für sich. Die TUI-Kooperationen Feria, Take Off und Holiday Profis sprechen gezielt Ladeninhaber an, die das Büro schließen wollen. Meyn ist jetzt Feria-Beraterin. „Gegenüber dem Kunden hat sich eigentlich nichts geändert, mein ReisebüroName ist geblieben, es gibt nur eben kein Ladenlokal mehr“, berichtet die Hamburgerin. Die meisten Stammkunden würden sowieso per Mail oder Telefon buchen.

Durch flexible Arbeitszeiten ist das Home Office auch für Eltern interessant, um Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. „Für viele junge Mütter ist es ein Sprungbrett zurück in den Job“, beobachtet Sascha Nitsche. Statt vom mobilen Vertrieb spricht der Chef von Solamento lieber vom Touristik Home Office. „Neben dem klassischen Reisebüro ist es einfach ein alternatives Arbeitsmodell.“ Eine Variante, die von neuen technischen Möglichkeiten sehr profitiere.

Das Bild vom rasenden Reiseverkäufer, der wie ein Staubsaugervertreter an der Tür klingelt und beim Käffchen auf Kunden-Sofas irgendwelche Reisen bucht, passte dabei noch nie. 90 Prozent der Anfragen und Buchungen laufen per E-Mail und Telefon. „Wir sehen uns heute auf Augenhöhe mit den stationären Reisebüros“, heißt es vom Verband Selbstständiger Reiseberater Deutschlands (VSRD).

Das bestätigt auch Kurt Koch, Geschäftsführer von TLT Urlaubsreisen. „Wir haben die volle Akzeptanz, weil wir zu 100 Prozent mit ausgebildeten und erfahrenen Reiseverkehrskaufleuten arbeiten.“ Dafür biete man mit den Marken Feria, Take Off und Holiday Profis Lösungen für verschiedene Ansprüche. Meldeten sich anfangs vor allem Mütter mit Teilzeitwunsch, seien unter den Neu-anmeldungen heute vor allem Inhaber, die ihr Ladenlokal aufgeben wollen.

 
 
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