Karriere

Mobile Reiseberater

Viele Counter-Profis – nicht nur Mütter – wollen arbeiten, wann sie wollen, flexibel sein. Immer mehr machen sich daher als mobile Reiseberater selbstständig.

von Christine Watz, 09.09.2011, 00:00 Uhr
Inge Scheffler mobil: Ihren PKW hat sie für ein Jahr beim Buchungswettbewerb von Solamento gewonnen.
Foto: Pivat

Sie schäumt ihr Auto ein, neben ihr steht ein Eimer mit Putzwasser, in ihrer Hosentasche steckt das Handy. Wenn’s klingelt, hebt Inge Scheffler ab und macht eine Buchung mit einem Kunden. „Gut, dass ich kein Bildtelefon habe“, lächelt die mobile Reiseberaterin aus Geilenkirchen. Straßengeschäft ist natürlich die Ausnahme. Normalerweise arbeitet sie im Büro im Haus oder zu Hause beim Kunden. Seit März 2008 ist sie in eigener Sache unterwegs und arbeitet als Inges’s Reisewelt mit Solamento zusammen. Mobil zu sein macht viel für sie möglich. Am meisten genießt sie, bei Arbeitszeiten flexibel zu sein. Damit kommt sie auch dem Trend entgegen, dass viele ihrer Kunden erst ab 21 Uhr oder am Wochenende Zeit haben und zu bequem sind rauszugehen. Ein Reisebüro zu eröffnen kam für die Selbstständige nicht in Frage. „Das ist ein zu großer Kampf.“ Auch die Kosten waren ihr zu hoch. Damit ist sie nicht allein.

Manche Reiseverkäufer, die ihr eigener Chef werden wollen, scheuen dieses Risiko. Ein weiterer Vorteil am mobilen Dasein für Inge Scheffler: „Man ist zwar Einzelkämpfer, aber nie allein, hat Hilfe, etwa Urlaubsvertretung durch den Vertriebsverbund.“ Schon jetzt, nach acht Monaten, läuft ihr aufstrebendes Kleinunternehmen gut, ist aber ausbaufähig. Sie verdient mehr als zuletzt im Reisebüro. Eines jedoch ärgert sie: „Dass ich nicht früher als Mobile angefangen habe.“

Interview

Foto: PR

Im Gespräch mit Sascha Nitsche, Geschäftsführer von Solamento Reisen, über Chancen und Anforderungen im mobilen Reisevertrieb.

Tt: Machen die meisten mobilen Reiseberater ihren Job als Nebenberuf oder auch hauptberuflich?

Sascha Nitsche: Für die meisten ist es ein idealer Nebenjob. Durchschnittlich verdienen sie 50.000 Euro im Jahr bei uns. Die Frauen, die mobil unterwegs sind, haben den Anspruch, trotz kleiner Kinder im Job bleiben zu können. Und die meisten haben keinen finanziellen Druck. Nur sehr wenige machen es hauptberuflich. Um etwa 2000 Euro netto im Monat zu verdienen, muss man mindestens 350.000 Euro Jahresumsatz machen.

Tt: Was muss man als Mobiler an Eigenschaften mitbringen?

Nitsche: Man muss engagiert, flexibel und dienstleistungsbereit sein, verkäuferisches Talent, Mut und ein kluges Köpfchen haben, also unternehmerisch denken. Das alles macht am Ende den Erfolg aus.

Tt: Welche Illusionen machen sich Reiseverkäufer häufig, die als Mobile starten wollen?

Nitsche: Manche gehen davon aus, 40.000 Euro im Monat zu schaffen. Und das ohne gute Kontakte zu haben, um so viele potenzielle Kunden ansprechen zu können – Freunde, Bekannte oder Vereinsmitglieder. Aber man muss gut vernetzt sein. Andere unterschätzen auch diese Arbeit, bei der man sehr aktiv sein und auf andere zugehen muss.

Tt: Was passiert, wenn ein mobiler Berater keinen Umsatz bringt?

Nitsche: Jeder braucht nach dem Start eine Anlaufphase. Bei Solamento bekommen die Leute diese Chance und genug Zeit. Wir schauen das etwa ein Jahr lang an. Wer es bis dahin nicht geschafft hat, einige Reisen zu verkaufen, für den macht es keinen Sinn, dabei zu bleiben.

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