Bewerbungsprozess

So können Unternehmen es besser machen

Was Bewerber bemängeln und wie Firmen den Bewerbungs- prozess optimieren können.

von Magdalena Laßmann, 24.08.2016, 15:49 Uhr
Foto: Shutterstock

Gäbe es Schulnoten zu verteilen, würden viele Arbeitgeber für den Verlauf eines Bewerbungsprozesses von Kandidaten nur die Note befriedigend bekommen. In puncto Wertschätzung, Professionalität des Vorstellungsgespräches, Transparenz des Prozesses oder gar zeitnahe Zu- beziehungsweise Absage haben die Nutzer des Portals Kununu, in dem Arbeitgeber in verschiedenen Kategorien bewertet werden können, nur mäßig gute Noten bekommen.

Mit einer schnellen Antwort können die Kandidaten immerhin grundsätzlich rechnen. Aber je länger der Kandidat mit dem Unternehmen zu tun hat, desto unzufriedener wird er. Dies spiegeln die Zahlen des Kununu-Rankings wider. Allerdings: Je länger es dauert, desto mehr Fallstricke können auftreten, desto komplizierter werden auch das Prozedere und die internen Abstimmungsprozesse.

Das Ranking betrifft die Zufriedenheit von Kandidaten während eines Bewerbungsprozesses, die Candidate Experience. Ein Thema, mit dem sich auch die großen touristischen Firmen auseinandersetzen. „Unsere Rekrutierungsprozesse sind schriftlich dokumentiert und werden regelmäßig von uns auf Optimierungspotenzial analysiert“, erklärt Inka Blume, Leiterin des TUI Recruiting Office. „Wir arbeiten mit sogenannten internen Service Level Agreements, um beispielsweise eine zeitnahe Rückmeldung an unsere Bewerber sicherzustellen.“

Je persönlicher, desto besser

Es kommt aber nicht nur auf eine schnelle Abwicklung an. Schaut man sich das Ranking genauer an, landen weiche Faktoren wie Wertschätzung oder Professionalität des Gespräches auf den unteren Plätzen. Dabei ist das doch der jungen Bewerbergeneration wichtig: „Die Generation Y achtet auf die Unternehmenskultur“, weiß Personalberater Uwe Sieblist (siehe Interview rechts). „Die Art und Weise, wie die Bewerber in den Stellenanzeigen oder während des Gespräches angesprochen werden, ist ein Spiegel dieser Kultur.“

Dies bestätigt auch die Trendstudie 2016 des Portals Stepstone: „Unehrlichkeit bei der Beschreibung des Unternehmens oder des Arbeitsplatzes ist für 84 Prozent der Befragten ein Grund für die Ablehnung und damit noch entscheidender als das Gehaltsangebot“, heißt es dort.

Es ist also wichtig, dass Unternehmen die Abläufe ihres Bewerbungsprozesses evaluieren und optimieren. Doch laut einer Umfrage von Texternel, einem Anbieter von Recruiting-Technik, haben 65 Prozent der Unternehmen keine Ahnung, wie viele Bewerber aufgrund von umständlichen oder langwierigen Prozessen abbrechen. Das ist verschenktes Kapital, womöglich bricht der beste Kandidat wegen solcher Prozessmängel ab.

Deshalb handeln professionelle Personalabteilungen entsprechend: „Wir holen proaktiv Feedback bei unseren Bewerbern ein, um uns hierüber ein Bild zu verschaffen“, sagt TUI-Personalerin Inka Blume. „Diese Rückmeldungen nutzen wir zur Optimierung unserer Rekrutierungsprozesse mit dem Ziel, die Zufriedenheit unserer Kandidaten zu steigern.“

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