Recht

Was gilt beim Arbeiten in der Freizeit?

Was darf der Arbeitgeber verlangen und wo liegt die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit? Die Arbeitsrechtsexpertin Sabine Fuhrmann von der Rechtsanwaltskanzlei Spirit Legal hat die Antworten.

von Nadine Wiesenthal, 25.09.2014, 10:17 Uhr
Foto: Thinkstock

Das Bild ist keine Seltenheit. Der Vater sitzt mit Laptop am Pool, während die Kinder den Urlaub genießen. Smartphone, Tablet und Laptop machen es möglich, dass Arbeitnehmer heutzutage immer und überall erreichbar sind. Arbeit im Urlaub ist keine Ausnahme mehr. Laut einer Umfrage des Bewertungsportals Tripadvisor unter 16.000 berufstätigen Usern lesen 57 Prozent ihre Job-E-Mails auch im Urlaub.

Wie die fvw-Arbeitgeber-Studie zeigt, legen Arbeitnehmer Wert auf die Work-Life-Balance. 67 Prozent der 800 befragten jungen Touristiker sind nicht bereit, für ihre Karriere auf Freizeit oder Hobbys zu verzichten. Stellt sich die Frage: Was darf der Arbeitgeber verlangen und wo liegt die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit? Wie Arbeitsrechtsexpertin Sabine Fuhrmann von der Rechtsanwaltskanzlei Spirit Legal erläutert, sind zunächst die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausschlaggebend.

Das Arbeitszeitgesetz sieht vor, dass täglich acht Stunden gearbeitet werden darf – höchstens aber 48 Stunden in der Woche. Auch die Pausen spielen eine Rolle: Zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens elf Stunden Ruhephase liegen. Der Urlaub ist dem Gesetzgeber ebenfalls heilig und darf eigentlich nicht gestört werden. Der gesetzliche Mindesturlaub bei einer Fünf-Tage-Woche liegt allerdings nur bei 20 Tagen – in dem Urlaub, der darüber hinaus gewährt wird, kann der Arbeitgeber verlangen, dass sein Mitarbeiter erreichbar ist. Für leitende Angestellte gelten ohnehin andere Regeln. Das Arbeitszeitgesetz findet auf sie nämlich keine Anwendung.

Wann für alle Beschäftigten ein Recht auf Unerreichbarkeit gilt, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Laut Fuhrmann muss immer eine Abwägung der Interessen von Unternehmen und Mitarbeiter stattfinden. Ist die E-Mail so wichtig, dass sie am Sonntag beantwortet werden muss? Ist der Mitarbeiter der einzige, der sich um eine Aufgabe kümmern kann und wie geschäftskritisch ist diese? Transparente Lösungen sind aus Sicht der Rechtsanwältin Betriebsvereinbarungen, die diese Fragen klar regeln. Eine Pflicht zur Reaktion gebe es nur in Ausnahmefällen.

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