Neuer Tarifvertrag

Was Expis und andere Reiseprofis jetzt verdienen

Der neue Tarifvertrag für die Touristik hat es durchaus in sich. Es gibt mehr Geld – aber Veranstalter-Mitarbeiter profitieren stärker als Beschäftigte im Vertrieb. Und was verbirgt sich hinter der neuen variablen Vergütung für Reiseverkäufer? Hier die wichtigsten Infos zum Tarifvertrag und die neue Gehaltstabelle zum Download.

17.06.2015, 14:00 Uhr
Foto: Thinkstock

Warum gibt es künftig zwei Gehaltstabellen?

Bislang galt in der Touristik eine einheitliche Gehaltstabelle für tarifgebundene Unternehmen. Künftig gibt es Tabellen für den Veranstalterbereich und den Vertrieb. Damit wird eine Forderung der Arbeitgeber umgesetzt. Die hatten seit Jahren eine unterschiedliche Entlohnung gefordert. Begründung: Veranstalter und Vertrieb entwickeln sich unterschiedlich. Gerade Reisebüros seien unter Druck, Lohnerhöhungen hier nicht im gleichen Umfang möglich wie bei den Veranstaltern.

Wie entwickeln sich die Gehälter im Veranstalterbereich?

Die Vergütung steigt auf Basis der Gehälter von 2010 rückwirkend zum 1. Mai 2015 um 7,85 Prozent. Allerdings werden die von den Firmen zuvor geleisteten freiwilligen Lohnerhöhungen mit der nun vereinbarten Erhöhung verrechnet. Trotzdem dürfte unter dem Strich ein kleines Gehaltsplus stehen.

Womit können Mitarbeiter im Vertrieb rechnen?

Rückwirkend zum 1. Mai gibt es im Vertrieb fest vier Prozent mehr. Auch hier findet eine Verrechnung mit bereits geleisteten Zahlungen statt. Darüber hinaus könnte es über eine neue variable Gehaltskomponente eine weitere Lohnerhöhung um zwei Prozent geben, sicher ist das aber nicht.

Was verbirgt sich hinter der neuen variablen Vergütung?

Neben der bisherigen Leistungszulage in Stufe 5 aller Gehaltsgruppen, wird es im Vertrieb ein zusätzliches variables Vergütungselement geben. Wie das aussieht und welche Kriterien hier greifen, ist noch nicht

geklärt. Bis Ende Oktober haben die Tarifparteien Zeit, sich auf die Modalitäten zu einigen. Gelingt dies nicht, entfällt der Zuschlag in der aktuellen Tarifrunde.

Was ändert sich für Azubis?

Bislang galten für Auszubildende in West- und Ostdeutschland unterschiedliche Vergütungen. Künftig gilt ein einheitlicher Satz: Auf Basis der Gehaltstabelle West werden die Vergütungen um 75 Euro brutto im Monat angehoben. So erhalten Azubis im ersten Jahr 642 Euro, im zweiten Jahr 753 Euro und im dritten Jahr 897 Euro.

Wie lange läuft der Tarifvertrag?

Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags ist äußerst kurz. Sie beträgt nur sechs Monate. Danach kann der Vertrag von beiden Seiten gekündigt werden, um erneut über die Gehälter zu verhandeln. In diesem Fall bleibt zu hoffen, dass es nicht erneut viereinhalb Jahre bis zu einer Einigung von Verdi und der DRV-Tarifgemeinschaft dauert.

Die neue Gehaltstabelle für Vertrieb und Veranstalter können Sie sich hier herunterladen.

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