Lohngleichheit

Mehr Gehalt, mehr Ungerechtigkeit

Die Debatte läuft seit Jahren: Jetzt soll in dieser Woche der Gesetzesentwurf für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen verabschiedet werden. Eine Studie liefert neue Daten und zeigt auch, wie es in der Touristik-Branche aussieht.

von Evelyn Sander, 29.03.2017, 07:36 Uhr
Top oder flop? Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen.
Foto: Thinkstock

Das Gesetz zur Entgelt-Gleichheit soll mehr Transparenz über die Bezahlung von Männern und Frauen liefern. Neue Zahlen über die Gehaltslücke zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern liefert der Entgeltmonitor des Beratungsunternehmens Compensation Partner. Demnach liegt die unbereinigte Differenz zwischen den Gehältern der Geschlechter bei 25,2 Prozent. Dieser Wert sagt jedoch wenig aus, da er auch Berufstätige miteinander vergleicht, die auf ganz unterschiedlichen Hierarchie-Ebenen tätig sind.

Werden dagegen Männer und Frauen miteinander verglichen, die ähnliche Tätigkeiten auf vergleichbarer Hierarchie-Ebene ausüben, so schrumpft die Lücke auf 5,2 Prozent. Dabei spielt die Vergütungshöhe eine entscheidende Rolle: Je höher das Gehalt, desto größer sind die Lohnungleichheiten. Bei Beschäftigten mit einem Jahreseinkommen von 30.000 bis 35.000 Euro gibt es eine Entgelt-Lücke von 2,1 Prozent. Angestellte mit einem Gehalt von 55.000 bis 66.000 Euro kommen auf 8,2 Prozent. „Die Gehaltsspannen sind in gut bezahlten Berufen recht groß, was auch Auswirkungen auf die Entgelt-Lücke hat“, so Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Doch es gibt auch Branchen, in denen Frauen mehr verdienen als Männer. Allen voran die Touristik- und Freizeitbranche: Durchschnittlich 6,2 Prozent mehr Geld gibt’s dort für Frauen in der Verdienstklasse 30.000 bis 35.000 Euro. Besser als ihre männlichen Kollegen verdienen Frauen auch in der öffentlichen Verwaltung, in Ingenieurbüros oder in der Chemiebranche. In der höheren Verdienstklasse (55.000 bis 66.000 Euro) ändert sich dann das Bild: Da schrumpft auch in der Touristik der Vorsprung auf 4,2 Prozent. Und in den höher vergüteten Branchen verdienen Männer wiederum eindeutig mehr: Mit knapp 13 Prozent zeigt sich hier die Werbe- und PR-Branche mit der größten Entgelt-Lücke, dicht gefolgt vom Gesundheitswesen sowie Logistik, Transport und Verkehr.

Die Berater haben insgesamt 241.987 Vergütungsdaten in Deutschland untersucht. Für die Bereinigung der Daten wurden nur Berufe aus zwei Gehaltsklassen definiert, in denen jeweils ausreichend Männer- und Frauengehälter vorlagen und die sich in Bezug auf Angebot und Nachfrage ähnlich verhalten. Es wurden nur Beschäftigte ohne Personalverantwortung berücksichtigt.

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