Fachkräftemangel

Worauf der begehrte Nachwuchs Wert legt

Der Kampf um gute Fachkräfte ist hart, in vielen Büros sind Jobs nicht besetzt. Neu ist das ganz und gar nicht. „Den Kampf um die Talente gibt es seit 20 Jahren“, sagt Doris Albiez, Managerin bei Dell Deutschland beim Networking-Event „War for Employees“ des Travel Industry Club (TIC).

06.09.2018, 09:23 Uhr
Foto: Gettyimages

Was sich jedoch verändert hat, ist, wie schnell die Lücke größer wird: Waren 2017 noch rund 55.000 Stellen unbesetzt, werde die Zahl für 2018 bereits auf 180.000 geschätzt. „Die Lage spitzt sich dramatisch zu“, sagt Albiez, die sich dennoch optimistisch gibt: „Wer wissen will, wie die Zukunft wird, muss einfach mit jungen Menschen sprechen und vor allem: ihnen zuhören.“ Das Problem sei, dass viele Unternehmer nicht wüssten, wie der Nachwuchs tickt. „Ich finde das großartig, wenn Firmen gezwungen werden, über sich und ihre Werte nachzudenken“, so die Managerin, die sich ständig mit dem Nachwuchs austauscht.

Statt für Dienstwagen oder Chefposten interessiere sich die Generation Y für Homeoffice, gute Technikausstattung, Sabbaticals, Verantwortung und nachhaltiges Engagement. Wer sich darauf als Arbeitgeber nicht einstelle, habe keine Zukunft. Wie es heute aber in der Realität aussieht, berichtete Sebastian Indrunas in der TIC-Diskussionsrunde: „Unternehmen stellen sich dar wie vor 30 Jahren“, findet der duale Student und Vertreter der Generation Y. Immer seien Firmen „dynamisch“ und vermitteln das Gefühl, dass es ein großes Glück sei, dass man sich überhaupt bei ihnen bewerben dürfe. Darauf hat der Student aber keine Lust. Er wünscht sich stattdessen Führungskräfte, die sich als Coach verstehen und ihn weiterbringen.

„Firmen machen zwar Employer Branding, aber es bleibt oft beim reinen Marketing und wird nicht gelebt“, beobachtet auch Florian Stege, Gründer von Voya Travel. Um Top-Leute zu bekommen und zu halten, baue er sein Start-up um die Bedürfnisse der Mitarbeiter herum auf. Homeoffice, Weiterbildung und eine coachende Führung der Mitarbeiter gehören dazu. Auch Hotelier Alexander Aisenbrey stellt seine Mitarbeiter klar in den Mittelpunkt, setzt auf den Mix von erfahrenen und jungen Kollegen und auf direkte Kommunikation statt E-Mails.

Dabei schätzt Managerin Albiez, dass Diskussionen um den Fachkräftemangel bald gar kein Thema mehr sind: „Durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz fallen in Zukunft Millionen Arbeitsplätze weg.“ Dann seien Projekt-Arbeit und ein bedingungsloses Grundeinkommen gefragt. Da sei die Politik gefordert. Und zwar heute. Albiez: „Dieser disruptive Prozess wird die Wirtschaft komplett auf den Kopf stellen. Das kommt schneller, als wir glauben.“

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