Ausbildungsstart

Die neue Macht der Azubis

Das neue Ausbildungsjahr ist gestartet. Der Reisebüro-Nachwuchs kommt mit großen Erwartungen. Können Ketten und Kooperationen sie erfüllen?

von Rabea Spiralke, 16.08.2018, 08:02 Uhr
Das passt: Heute müssen sich nicht mehr nur die Azubis bei den potentiellen Arbeitgebern beweisen, auch die Arbeitgeber selber legen sich für den Nachwuchs ins Zeug.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Bei Reiseland dürfen sie demnächst ganz allein das Kommando in einer Hamburger Filiale übernehmen, bei der TVG legt man sich mit einem Drei-Stufen-Konzept für den Nachwuchs ins Zeug und Best-Reisen hat erstmals ein Azubi-Camp organisiert: Mit aller Macht und viel Initiative kämpfen Reisebüro-Ketten und -Kooperationen gegen den Nachwuchsmangel. Und das Engagement scheint nun auch erste Früchte zu tragen – wenn auch sehr kleine: Bei Reiseland, RT Reisen und der Raiffeisen Vertriebs GmbH etwa starten im neuen Ausbildungsjahr 65 Nachwuchskräfte. Im vergangenen Sommer waren es 50.

Die Branche, so scheint es, zieht nach Jahren des Klagens über mangelnden Nachwuchs nun alle Register. Diesen Eindruck bestätigt etwa Albin Loidl, Geschäftsführer der Reisebüro-Kooperation Neckermann Reisen Partner: „Die Bereitschaft, in diesem Bereich zu investieren, wächst nach einigen Jahren der Stagnation.“ Und der Schlüssel scheint bei den Vertriebsorganisationen der direkte Kontakt zum Nachwuchs zu sein. Die Kooperation Best-Reisen etwa lud jüngst Auszubildende zum ersten Azubi Camp ein. Ein Wochenende lang bekamen die Nachwuchstalente hier kompaktes Basiswissen vermittelt – natürlich spielerisch, denn: „Die Azubis sollen noch mehr Spaß am Beruf entwickeln“, sagt Cornelius Meyer, Vorstand Marketing und Vertrieb bei Best-Reisen. 40 Tourismuskaufleute in spe starten bei der Kooperation ins neue Ausbildungsjahr, und die Nachwuchsoffensive soll auch künftig fortgesetzt werden.

Weniger Azubis, aber die Ausbilder legen sich ins Zeug

Auch AER gibt in Sachen Nachwuchs alles: Die Kooperation hatte kürzlich junge Expis zu den Academy Days nach Berlin eingeladen. Dort bekam der Touristiknachwuchs ein unterhaltsames Programm geboten, inklusive Abstecher in die Modewelt und großer Abschlussparty.

Die potenziellen Ausbilder legen sich ordentlich ins Zeug. Das müssen sie aber auch. Die Zahl der neuen Azubis sinkt seit Jahren, wenn auch zuletzt nicht mehr so stark. Zugleich hat sich aber auch der Anspruch der Azubis in den vergangenen Jahren verändert. „Die Auszubildenden fragen immer mehr danach, was das Unternehmen ihnen neben der Ausbildung an Zusatzleistungen bietet“, sagt etwa Cassandra Ferebee, Bereichsleiterin Personal und Training bei Reiseland.

Mehrwerte sind ein wichtiges Argument, weiß auch Birgit Aust, Chefin der Kooperation TVG: „Je attraktiver, frischer und in ausgewogenem Maße digitalisierter sich das Reisebüro den vielen jungen Leuten präsentiert, als desto interessanter wird es wahrgenommen werden.“

Online für die Ausbildung bewerben

Digitalisierung ist ein wichtiges Stichwort, denn die Generation Z ist vielen „alten Hasen“ am Counter bei diesem Thema weit voraus. In Sachen Facebook, Instagram & Co sowieso, aber auch beim Thema Bewerbung. Deshalb setzt etwa die Reisebüro-Kette Lufthansa City Center (LCC) bei der Suche nach Azubis auf die Online-Stellenbörse „Azubiyo“. Auf dem eigenen Internetportal be.lufthansa-city-center.com will LCC zudem den Nachwuchs „mit einem frischen Design“ überzeugen und wirbt mit einem Arbeitsplatz unter anderem mit „neuesten Technologien, kurzen Entscheidungswegen und Freiräumen für anspruchsvolles und kundenorientiertes Arbeiten“.

Die RTK nimmt den Bewerbern schon bei der Bewerbung die Scheu. So können sich mögliche Azubis über die App „Talent Hero“ ganz einfach und schnell bewerben. „Derart digitale Konzepte begeistern junge Menschen“, heißt es von der Kooperation.

Bei einem Merkmal sind sich aber alle Reisebüro-Ketten und -Kooperationen einig: der Qualität. „Die Ausbildung selbst bewegt sich auf einem hohen Niveau“, sagt etwa QTA-Sprecher Thomas Bösl. So können die Azubis aus Büros der Mega-Allianz nicht nur auf die gängigen Verkaufs- und Produktschulungen zurückgreifen, sondern zudem an extra für sie gestalteten Info-Reisen teilnehmen. Und das kommt an. „Immer wieder erreichen uns Bewerbungen, weil unsere Auszubildenden eine Ausbildung in unseren Unternehmen weiterempfohlen haben“, freut sich Bösl.

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