Soziale Netzwerke

Vorsicht vor der Facebook-Falle!

Auf Facebook mischen sich Privat- und Berufsleben wie nirgendwo sonst. Falsches Verhalten kann im schlimmsten Fall den Job kosten. Wir sagen Dir, wo zwischen Posts und Likes Gefahren lauern und wie Du sie umgehst.

von Nadine Wiesenthal, 18.02.2013, 11:56 Uhr
Foto: Thinkstock

Witzige Einträge im Facebook-Profil sind ein netter Zeitvertreib – sowohl für den Verfasser als auch für die anderen User. Es wird munter drauflos kommentiert, geteilt oder auf „like“ geklickt. Alles nur Spaß, oder? Das dachte sich auch ein 26-jähriger Auszubildender, der in seinem Profil als Arbeitgeber „Menschenschinder & Ausbeuter“ und „Leibeigener Bochum“ angab. Seine Tätigkeit dem Eintrag zufolge: „dämliche Scheiße für einen Mindestlohn minus 20 Prozent erledigen“. Für den Arbeitgeber war die Schmerzgrenze überschritten. Dem Azubi wurde fristlos gekündigt. Laut Arbeitsgericht Bochum fiel die Strafe zu hart aus – die Firma hätte erst abmahnen oder ein Gespräch führen müssen. Das Landgericht Hamm befand die Kündigung letztendlich aber doch für gültig.

Solche und ähnliche Fälle landen derzeit immer öfter auf den Schreibtischen der Arbeitsgerichte. Aber müsste Facebook nicht eigentlich Privatsache sein?

Kündigung wegen Posts

Die Arbeitsrechtlerin Franziska Hasselbach warnt: Wer zum Beispiel einen Kollegen grob beleidigt, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. In einem Fall hat ein Angestellter seinen Kollegen als „Speckrolle“ und „Klugscheißer“ bezeichnet. Er hatte viele Kollegen in seinem Facebook-Freundeskreis, die dem Betroffenen die Einträge gezeigt haben. Die fristlose Kündigung folgte auf dem Fuß.

Befreundet mit dem Chef

Das Gleiche gilt laut Anwältin Hasselbach, wenn man seinen Chef oder die Firma beleidigt. Besonders heikel wird es, wenn man anfängt, Firmengeheimnisse auszuplaudern. Denn in jedem Arbeitsvertrag gibt es eine Verschwiegenheitsklausel. Klar ist: „„Was den Kollegen oder dem Chef direkt zugeht, gilt, als hätte man es ihm vor allen Facebook-Freunden in Gesicht gesagt – genauso verhält es sich mit Kollegen“, so Expertin Hasselbach. Bevor man dem Chef oder Kollegen eine Freundschaftsanfrage schickt, sollte man sich also über die Konsequenzen im Klaren sein. Wenn die Kollegen dagegen selbst eine Freundschaftsanfrage lossenden, kann es schwierig sein, diese abzulehnen – schon aus Höflichkeit.

Soziale Netzwerke richtig nutzen

Der Account: Allgemeine Einstellungen wie Benutzernamen, Passwort oder E-Mail-Adresse finden sich in den Kontoeinstellungen. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man sich eine Kopie der Daten erstellen.
Privatsphäre: Damit nicht jeder alles mitbekommt, kannst Du über einen Button rechts neben Kategorien wie Bildern, Einträgen oder Interessen einstellen, wer diese sehen kann. Über die Funktion „Anzeigen als“ kannst Du dann überprüfen, was von Deinem Profil bestimmten Freunden dargestellt wird.
Gesichtserkennung: Diese Funktion erkennt Dich oder Deine Freunde auf Bildern und schlägt eine Markierung vor. Es will aber nicht jeder auf allen Bildern von Facebook erkannt werden. Über die Privatsphäre-Einstellungen gibt es den Punkt „Chronik und Markierungen“. Dort gibt es verschiedene Optionen. So sollte man einstellen, dass Markierungen immer erst vorher von Dir geprüft werden müssen, bevor sie erscheinen.
Foto schützen: Kaum zu glauben, aber wenn es nicht richtig eingestellt ist, kann Facebook Deine Bilder für Werbung bei Freunden auf Facebook nutzen. Unter „Kontoeinstellungen“ findest Du den Punkt „Werbeanzeigen“. Dort steht: „Facebook berechtigt Anwendungen Dritter bzw. Werbenetzwerke weder zur Nutzung Deines Namens noch zur Nutzung Deines Bildes für Werbeanzeigen.“ Hier einfach auf „Niemand“ stellen.

Geschlossene Gruppen

Viele äußern ihren Ärger über Kollegen, Kunden oder den Chef auf Facebook in „geschlossenen Gruppen“. Vor rechtlichen Konsequenzen schützt das nicht. Franziska Hasselbach: „Wenn man mit dem richtigen Namen auftritt oder übers Foto erkennbar ist, sollte man sich zurückhalten. Wie privat Facebook ist, hängt davon ab, wen man als Facebook-Freund hinzufügt.“ Ähnlich wie bei einer Party: Wie „privat“ die Party ist, hängt ganz von den Gästen ab.

Zwei Profile machen es leichter

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, legt sich am besten gleich zwei Profile an. Eins für die richtigen Freunde und eins für den Job. „Damit geht man Komplikationen aus dem Weg, und die Trennung lässt den Mitarbeiter professioneller wirken“, rät die Expertin. Dies werde jedoch von Branche zu Branche unterschiedlich gehandhabt.

Wie viel surfen ist erlaubt?

Wer während der Arbeitszeit einer Freizeitbeschäftigung wie Facebook nachgeht, verletzt damit die Hauptpflicht des Arbeitsvertrages – nämlich zu arbeiten. Deshalb die Facebook-Zeit am besten auf die Pausen beschränken.

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