Recht

Sicher shoppen am Urlaubsort

Vermeintliche Schnäppchen am Ferienort haben ihre Tücken. Schnell werden entspannte Urlauber übers Ohr gehauen. Mit diesen Tipps kannst Du schon beim Verkaufsgespräch punkten.

13.08.2012, 15:16 Uhr
Foto: Brand X Pictures

Auf Verkaufsfahrt

Ein schöner Teppich, ein günstiger MP3-Player, edler Schmuck. Schnell kauft man in Ferienlaune etwas, das man eigentlich nicht braucht oder das völlig überteuert ist. In der Regel gilt das Recht des Urlaubsorts. Man kann den Vertrag nicht rückgängig machen. Ausnahme: Der Urlauber wurde auf einer vom deutschen Veranstalter organisierten Verkaufsfahrt zum Kauf animiert, dann kann man einen Vertrag innerhalb von zwei Wochen nach Übergabe bzw. Lieferung der Ware widerrufen.

»Tipp: Genau überlegen, ob man am Urlaubsort größere Anschaffungen machen will. Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen! Am Strand und in Strandgeschäften angebotene Produkte sind zudem oft minderwertig und nicht selten Fälschungen.

Ran an die Reklamation

Ärgerlich: Urlauber haben einen neuen Laptop im Ausland gekauft, der aber kaputt ist. Es gilt zwar nicht deutsches Recht, aber innerhalb der EU gibt es eine Richtlinie, die besagt, dass der Verkäufer zwei Jahre für mangelhafte Ware haftet. Man muss sein Recht aber am Urlaubsort einfordern. »Tipp: Wenn man sich eine größere Anschaffung im Ausland leisten möchte, am besten bei einer größeren Kette einkaufen. Viele Reklamationen werden EU-weit über Niederlassungen in Deutschland abgewickelt. Quittungen immer aufbewahren.

Vorsicht mit der Kreditkarte

Kreditkartenbetrug und falsche Abbuchungen sind für jeden Urlauber ein Horror.

»Tipp: Keine Blankobelege unterschreiben, zum Beispiel bei einer Mietwagenfirma oder im Hotel. Im Restaurant nur mit Lesegerät am Tisch oder Tresen abrechnen, die Karte also nicht aus der Hand geben. Wichtig: Telefonnummer zur Kartensperre immer griffbereit haben und bei Verlust der Karte sofort handeln.

Im Internet-Café

Weltweit seine E-Mails checken – das ist eine tolle Sache. Doch es lauern Gefahren.

»Tipp: In Internet-Cafés niemals Passwörter verwenden oder Online-Banking machen. Besser im Hotel nach einer gesicherten Verbindung fragen, doch auch hierbei Sorgfalt walten lassen.

Hinsehen beim Mietwagen

Wer einen Mietwagen im Ausland mietet, sollte die Vertragsbedingungen genau lesen. Oft findet man sie jedoch nur in der Landessprache. Und so ist schnell vereinbart, dass man bei der Übergabe den gefüllten Tank extra bezahlt. Ist dieser bei Rückgabe des Fahrzeugs noch halbvoll, zahlt man drauf. Wer nicht alle Beulen und Kratzer im Übergabeprotokoll vermerkt, dem wird nach Rückgabe oft ein Schaden auferlegt, den man gar nicht verursacht hat.

»Tipp: Auch wenn es manchmal etwas teurer ist, den Mietvertrag schon bei einem Anbieter in Deutschland abschließen, dann gilt deutsche Recht und bei Problemen kann man in Deutschland klagen. Bucht man beim Veranstalter, gehört der Mietwagen zum Reisevertrag und man hat zusätzliche Rechte bei Mängeln.

Nach dem Hoteldiebstahl

Wird im Hotelzimmer eingebrochen, haftet der Veranstalter dafür nicht (Landgericht Duisburg, Az. 12 S 23/05).

»Tipp: In solchen Fällen hilft nicht nur eine Gepäckversicherung. Auch die Hausratversicherung, abgeschlossen für die eigene Wohnung in der Heimat, springt meist ein.

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