Karriere

Hilfe, ich bin jetzt Chef!

Wer vom Kollegen zum Boss aufsteigt, hat eine große Chance – kann aber auch Fehler machen. TravelTalk sagt, worauf Du achten musst, wenn Du plötzlich zur Führungskraft wirst.

28.11.2012, 16:55 Uhr

Das war schon ein besonderer Tag, damals vor drei Jahren, für Chris­tian Grimmer. Wie immer betrat er das TUI Reise Center im bayerischen Nördlingen – und doch war etwas anders. Denn der gelernte Reiseverkehrskaufmann war aufgestiegen, vom normalen Expi zum Inhaber der Agentur mit ihren sechs Mitarbeitern. Für Grimmer bedeutete das: Gestern war er noch ein einfacher Kollege, heute schon verantwortlich für das Reisebüro, das er übrigens von seiner eigenen Mutter übernommen hatte.

„Das war ein echter Rollenwechsel“, sagt Grimmer, der sich natürlich in seiner neuen Position erst einmal zurechtfinden musste. Vorher habe er bei Problemen gemeinsam mit den anderen auf die Entscheidung des Chefs gewartet, „und jetzt war ich derjenige, der die Richtung vorgegeben hat.“ Jüngster Fall: Die Mitarbeiter kamen in Sachen Gehaltswünsche auf ihn zu, und „nach kurzer Bedenkzeit“ fällte Grimmer seine Entscheidungen, „im Sinne der Mitarbeiter“.

Unterm Strich zieht er ein positives Fazit seines beruflichen Aufstiegs, auch weil die Mitarbeiter es ihm „wirklich leicht gemacht“ hätten. Mit einigen von ihnen saß Grimmer zuvor 18 Jahre lang gemeinsam am Counter. Und noch etwas war besonders bei dem Wechsel auf den Chefsessel. Schließlich saß dort vorher seine Mutter, das Reisebüro blieb also in der Hand der Familie.

Für Boris Pilar von Pilchau kam sein Karrieresprung dagegen ziemlich unerwartet. „Positiv überrascht“ sei er gewesen, als er die Nachricht von seiner Beförderung erhielt, erzählt der 27-Jährige. Thomas Kloss, Leiter Eigenvertrieb bei Thomas Cook, schlug ihm vor, das Büro am Münchner Viktualienmarkt zu übernehmen, weil sich die bisherige Leiterin in Altersteilzeit verabschieden wollte. Für den jungen Chef war der Aufstieg ein nahtloser Übergang: Denn erst im September hatte er sein Fernstudium abgeschlossen. Parallel zum Job studierte er Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Tourismus- und Hotelmanagement.

Um sich auf die Position vorzubereiten, griff von Pilchau zum Telefonhörer – und rief die Büroleiter befreundeter Agenturen an. „Da habe ich viele gute Tipps bekommen“, sagt er. Für einen Vorteil hält es der Reiseverkehrskaufmann, die Kollegen vorher schon gekannt zu haben. Er ist sich sicher: „In einem völlig neuen Büro wäre es für mich schwieriger gewesen.“

Jetzt blickt Boris Pilar von Pilchau aber nach vorn. Gemeinsam mit seinen fünf Mitarbeitern will er sein Büro in Sachen Multi-Channel-Vertrieb voranbringen und etwa eine Facebook-Seite einrichten. Auch einen Zeitplan gibt der Büroleiter vor: „Wir haben eine Jahresstrategie entwickelt.“

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