Gesundheitstipps

Reisen mit Babybauch

Als Schwangere noch verreisen, geht das? Aber natürlich. TravelTalk sagt, wie werdende Mütter bequemer unterwegs sind – ob im Auto, Zug oder im Flieger.

von Astrid Schwamberger, 07.10.2011, 09:27 Uhr
Foto: iStockphoto

Eine Schwangerschaft muss kein Grund sein, auf Reisen zu verzichten. Die beste Zeit ist das mittlere Drittel, von Woche 14 bis 27. Erste Beschwerden sind dann meist überstanden. Der Bauch ist noch nicht so groß und das Risiko einer Fehlgeburt nur noch gering. Verläuft die Schwangerschaft unkompliziert, dürfen Frauen bis zur 36. Woche fliegen. Bettina Flörchinger, Frauenärztin am Centrum für Reisemedizin (CRM), empfiehlt jedoch, sich vorab bei der Airline zu erkundigen (Infos auch unter www.traveltalk.de). Der Mutterpass sollte immer im Handgepäck sein. „Reisen in Regionen mit Malaria-Risiko und Höhenaufenthalte oberhalb von 2500 Metern sind tabu“, warnt Flörchinger.

Knackpunkte


Durch die Schwangerschaft und den Bauch stellen sich bei Reisesituationen viele Fragen: Im Flieger und im Auto ist das Anschnallen weiterhin ein Muss. Nur: Wohin mit dem Gurt? Auch das Gepäck ist ein Thema. Schwangere dürfen es nicht mehr in gewohnter Weise heben oder ins Gepäckfach hieven. Vor allem in den ersten drei Monaten kann auch die Reisekrankheit auftreten. Sie entsteht, wenn die Sinnesorgane unterschiedliche Infos ans Gehirn liefern. Zudem besteht für Schwangere erhöhtes Thromboserisiko.

Essen und Trinken


Um der Reisekrankheit im Auto vorzubeugen, sollte man vorher nur wenig essen, etwa eine Banane. Auch Ingwer als Tee oder Präparat aus der Apotheke hilft. Wenn das nichts bringt, rät Gynäkologin Flörchinger zu einem Mittel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat. Ohnehin empfiehlt sie, lieber fünf kleinere Mahlzeiten statt drei große zu sich zu nehmen. Der Grund: Wenn der Embryo schon größer ist, drückt er die Organe nach oben. Die Folge: In den Magen passt nicht mehr so viel. „Im Flieger sollten Schwangere eventuell nicht alles essen“, empfiehlt sie. Joghurt oder Kuchen lieber für später aufheben. Fisch-, Fleisch- und Milchprodukte sollten gut durchgegart sein, die Milch pasteurisiert. Auch von der Speisekarte im Urlaubsland muss man streichen, und zwar: Tartar, englisch gebratenes Steak, Sushi, Austern und Rohmilchkäse. Dadurch können Krankheitserreger auf die Mutter, und in manchen Fällen auch auf das ungeborene Kind übertragen werden. Trinken sollte die werdende Mutter reichlich – auch um einer Thrombose vorzubeugen. Pro Stunde ein großes Glas, beispielsweise Wasser oder Apfelsaftschorle. Alkohol ist tabu, Kaffee in Mini-Mengen morgens und nachmittags okay.

Bewegen


Da sich das Blut vorwiegend in den Füßen und Unterschenkeln staut, gibt Flörchinger den Tipp, während des Flugs umherzugehen oder einfache Übungen zu machen: etwa die Füße abwechselnd in beide Richtungen kreisen zu lassen oder aus dem Zehenstand bis zur Ferse langsam abzurollen. Fährt eine Schwangere mit dem Auto in Urlaub, sollte sie alle anderthalb bis zwei Stunden Pausen einlegen. Aussteigen und sich an der frischen Luft bewegen ist das Beste. In der Bahn gibt es da keine Probleme: In den Gängen entlang zu gehen ist dort immer möglich.

Wohlfühlen


Wichtig ist, die Reise so bequem wie möglich zu planen. Für Flüge von mehr als drei oder vier Stunden rät Bettina Flörchinger, einen Platz am Gang mit Beinfreiheit zu reservieren. Schwangere, die länger als vier Stunden fliegen, sollten außerdem Kompressionskniestrümpfe tragen. Gegen die Reisekrankheit im Auto hilft selber fahren. Der zweitbeste Platz ist auf dem Beifahrersitz. „Nicht lesen, und nicht in die Straßenkarte schauen“, warnt die Ärztin, weil dann das Gehirn widersprüchliche Infos erhält. Im Zug tritt die Reisekrankheit seltener auf. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt einen Platz in Fahrtrichtung. Beim Anschnallen im Auto sollte der untere Gurt unterhalb des Bauches, der schräge Gurtteil oberhalb entlanggeführt werden, also unterhalb der Brust. „Geht der Gurt über den Bauch, kann es bei einem Aufprall zu Verletzungen der Gebärmutter oder des Mutterkuchens kommen“, erklärt Flörchinger. Die Schwangere sollte auch nicht mit zu schwerem Gepäck reisen und sich beim Verstauen helfen lassen. Bei der Bahn kann man Gepäck auch aufgeben.

» Bis wann nehmen Airlines Schwangere mit, was brauchen sie? Diese Infos kannst Du hier als Tabelle im pdf-Format herunterladen!

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