Gesundheitstipps

Aktiv im Flieger

Fliegen kann ganz schön stressig sein, vor allem für den Körper. Wie man die Zeit an Bord besser erlebt, erfahrt ihr in unseren Gesundheitstipps.

von Astrid Schwamberger, 23.09.2011, 10:29 Uhr
Foto: photodisc

Der Luftdruck an Bord entspricht dem Druck, wie er in einer Höhe von 2400 Metern herrscht. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt des Blutes auch bei Gesunden von etwa 97 Prozent auf 90 Prozent. Durch den geringeren Druck in der Kabine dehnt sich zudem die Luft aus, die sich zum Beispiel in den Nasennebenhöhlen, im Mittelohr und im Darm befindet.

Knackpunkte


Besonders auf Langstreckenflügen kann die sehr trockene Luft in der Kabine dazu führen, dass das Blut dicker wird, sich in den Beinen staut und diese anschwellen. Bewegungsmangel und Flüssigkeitsverlust erhöhen also die Thrombose-Gefahr. Ein Flug über mehrere Zeitzonen bringt außerdem den Biorhythmus durcheinander. Das Wohlbefinden kann so erheblich gestört werden.

Essen und Trinken


Vor dem Flug sollten Reisende wenig essen. „Wenn Sie vorher eine fette Schweinshaxe verdrücken, könnte ihnen an Bord schlecht werden“, warnt Experte Jäger. Das Essen im Flieger dagegen ist leicht und belastet den Magen nicht. Die Menge auf dem Tablett reicht vollkommen.

Wichtig ist, während des Flugs viel zu trinken. Wasser oder Saftschorle sind ideal. Positiver Nebeneffekt: Der Gang zur Toilette sorgt für Bewegung. „Kaffee schwemmt Wasser aus dem Körper. Alkohol ist auch miserabel“, sagt der Mediziner. Wer gesund fliegen will, sollte daher darauf verzichten. Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt und kohlenhydratreiche, leichte Kost wirken sich auch positiv auf die innere Uhr, die Körpertemperatur, den Herzschlag und den Melantonin-Haushalt aus, der den Tag-Nacht-Rhythmus steuert.

Bewegen


Generell rät Experte Jäger, immer wieder aufzustehen und in der Kabine herumzugehen. Auch wenn das nicht geht, kann man etwas für die Muskulatur tun. „Man kann sich nämlich auch bewegen, ohne dass das nach außen hin sichtbar ist“, so der Arzt. In Büchern über Yoga, Feldenkrais, Pilates oder Qigong findet man einfache Übungen, die man auch im Sitzen praktizieren kann. So wird die „innere Muskulatur“ auf Trab gebracht. Der Reisemediziner empfiehlt, Übungen vor dem Urlaub zu studieren. „Wer dazu keine Lust hat, kann auch mehrmals kräftig die Waden anspannen und wieder loslassen“, sagt er.

Wohlfühlen


Um das Bordleben entspannt zu genießen, sollte man keine einengende Kleidung tragen. „Wer etwa einen dicken Bauch hat, sollte keinen Gürtel tragen, der die Blutzufuhr abschneidet“, sagt der Hamburger Mediziner. Bei langen Flügen ist es ratsam, die Schuhe auszuziehen. Stützstrümpfe sollten alle anziehen, die ein erhöhtes Thrombose-Risiko haben. Damit der Strumpf seine Wirkung entfalten kann, muss er vom Orthopädietechniker auf die Person angepasst sein.

Vor allem auf langen Strecken leiden auch die Schleimhäute unter der trockenen Luft. Abhilfe schaffen Tropfen mit physiologischer Kochsalzlösung, die in die Nase oder in die Augen gegeben werden. Schnupfensprays taugen nicht. Kontaktlinsenträger sollten während des Flugs eine Ersatzbrille tragen.

Um die Zeit über den Wolken gut zu überstehen, sollten sich Reisende auch eine ordentliche Portion Schlaf gönnen. Gegen störende Geräusche helfen am besten Ohrstöpsel. Hörakustiker bieten Stöpsel, die auf die eigenen Ohren angepasst werden. Eine Schlafbrille und ein aufblasbares Kissen können alles noch angenehmer machen.

Tipp: Im Flugzeug sollte man nicht schlafen, wenn bei der Ankunft im Urlaubsland Nacht ist. Sonst droht nämlich ein Jetlag. Schon bevor die Reise losgeht, können sich Urlauber etwas an die Ortszeit im Reiseziel anpassen, indem sie ihre Schlaf- und Aufstehzeit um eine Stunde täglich verschieben.

Bei Flügen nach Westen geht man später ins Bett als üblich, bei Flügen gen Osten eher. Nach der Landung sollten die Reisenden dann nicht zu viel planen. „Ruhe oder Wellness nach der Ankunft sind optimal“, rät Reisemediziner Jäger.

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