Gesundheit

Wie gehen Expis mit EHEC um?

Habt Ihr ein merkwürdiges Gefühl, wenn Ihr Kunden die Hand gebt? Liegt schon Desinfektionsspray im Büro? Esst Ihr noch Salat in der Mittagspause? Oder seid Ihr erleichtert, dass man jetzt die Sprossen verdächtigt? TravelTalk hat Expis gefragt, ob und wie sich die Diskussion oder auch Angst um EHEC auf Ihren Job und Ihr Leben auswirkt.

06.06.2011, 17:48 Uhr

Barbara Granderath, Reisebüro Schneider, Köln:

„Mich nervt diese Panikmacherei. Auf der einen Seite ist es zwar nicht unbegründet, aber am Ende weiß man als Verbraucher doch nichts mehr und ist verunsichert. Vor allem die Medien und Institute handeln meiner Meinung nach eher verantwortungslos, denn bis gestern gab es doch noch nichts Konkretes. Ich selbst esse zurzeit vorsichtshalber keinen Salat, keine Tomaten und Gurken. Und das, wo ich doch Salat so gern mag.“






Foto: privat
Brigitte Siemering, Travel & Home, Hamburg:


„Seitdem EHEC in Hamburg hochkocht, haben wir Sagrotan-Spray bei uns stehen. Wir desinfizieren unsere Hände im Büro. Es ist ein komisches Gefühl. Gemüse esse ich nicht mehr roh, nur noch gekocht oder gegrillt. Obst wasche ich ganz heiß und schäle es. Seit wir einen Fall in der näheren Bekanntschaft haben, gehe ich anders mit dem Thema um. Viel emotionaler. Ich hoffe, dass es jetzt nur die Sprossen sind und nicht noch mehr. Wer profitiert, sind jedenfalls die Reiseversicherer. Heute kam eine Kundin, die kurzfristig eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat. Vorher hätte sie das nicht gemacht.“

Foto: Torsten Zimmermann
Michael Schäfer, Holiday Land, Mühlheim:


„Wir haben im Reisebüro nichts verändert. Desinfektionsmittel haben wir hier schon seit der Schweinegrippe. Gerade erst sprachen wir über das Thema. Ich esse momentan keinen Salat, nur den von meinen Eltern aus dem Garten. Gurken esse ich, natürlich geschält. Aber Salat kann man ja schlecht heiß waschen...“



Foto: Torsten Zimmermann
Denise Willeke, Die Reiseinsel, Bad Lippspringe:


„In meiner Umgebung kenne ich niemanden, der an EHEC erkrankt ist. Vielleicht gehen wir deshalb lockerer damit um. Ich habe von Anfang an nicht gedacht, dass es Salat, Gurken oder Tomaten sind. Ich habe mit vielen Leuten in Hamburg geredet. Wenn ich dort wohnen würde, hätte ich vermutlich auch so reagiert. Aber hier...? Letzte Woche waren’s die Gurken, jetzt sind’s vermutlich die Sprossen, was kommt nächste Woche? Die Erdbeeren? Davon lasse ich mich nicht beeinflussen. Ich wasche sowieso alles, jetzt eben etwas länger und heißer.“

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