Beruf

Ab morgen nur noch halbtags

Sich weiterbilden? Mehr Zeit für Kinder und Partner? Das Leben entschleunigen? Es gibt viele Gründe, weniger zu arbeiten. TravelTalk sagt, wie sich der Wunsch umsetzen lässt.

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von Sylvia Buckl, 13.06.2012, 10:59 Uhr
Foto: (M) Brand X/BananaStock

Karol Drozynski arbeitet gern im Reisebüro. Aber an manchen Tagen ist er einfach nicht da. Dann findet man ihn im Hörsaal an der Uni. Der 29-Jährige hat es geschafft, seine Arbeit nach der Ausbildung so zu reduzieren, dass er sich nebenbei zum Tourismusmanager weiterbilden kann. Auch wenn er manchmal an seine Grenzen stößt: „Ich glaube, das Modell ist eine Win-win-Situation.“

So wie Drozynski arbeiten auch viele Kollegen nicht in Vollzeit: In den Büros von Reiseland sind etwa ein Drittel in Teilzeit, Chefin Wibke Bachor sieht das positiv: „Die Mitarbeiter bleiben motiviert.

Trotz Teilzeit eine vollwertige Arbeitskraft zu sein – diese Wertschätzung ist nicht selbstverständlich. „Nicht mehr alles zu wissen und das Gefühl, nicht mehr so gebraucht zu werden wie früher", das machte Kerstin Schmitt aus dem Reiseland-Büro in Wuppertal zu schaffen. Mittlerweile sprechen die Fakten aber für sich: „Ich mache im Verhältnis so viel Umsatz wie unsere besten Verkäufer.“

Die 47-Jährige arbeitet ihren Kindern zuliebe nur noch zwölf Stunden in der Woche, mittwochs immer ganztägig und freitags am Nachmittag. Eine Kollegin mit einer Dreiviertelstelle kommt am Freitagvormittag. Der Übergabeaufwand sei gering, sagt Kerstin, langwierige Vorgänge könne sie sich einteilen. Die Reiseverkäuferin ist überzeugt: „Von der Arbeit her ist das Reisebüro ein ideales Umfeld für Teilzeit.“

Anfangs sollten Expis aufpassen, dass sie sich nicht übernehmen: Man müsse die Arbeit sehr gut einteilen. Manchmal habe sie das Gefühl, sie hätte viel länger gearbeitet, als es eigentlich der Fall war, sagt Kerstin Schmitt. Sie warnt davor, „sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen, das schaffen zu wollen, was man zuvor in Vollzeit geleistet hat“.

Schließlich muss man sich Teilzeit finanziell leisten können. Karol Drozynski verdient die Hälfte einer Vollzeitkraft, muss aber als Student außer Rentenbeiträgen keine Beiträge in die Sozialversicherung zahlen.

Nächste Seite: Experten-Tipps zum Thema "Arbeitszeit reduzieren".

 
 
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