Beratung

Gesund durch den Urlaub

Krank auf Reisen? Der Albtraum für Kunden. Ute Schwarz, Ärztin vom Centrum für Reisemedizin (CRM), erklärt, wie Urlauber die häufigsten Reiseübel vermeiden.

von Katrin Müller, 31.01.2012, 14:26 Uhr
Foto: Hemera

Montezumas Rache meiden


Durchfall ist die mit Abstand verbreitetste Erkrankung auf Reisen. Je nach Region und Art des Urlaubs sind 10 bis 80 Prozent der Reisenden betroffen. Die gute Nachricht für Ihre Kunden: Mit entsprechender Vorsorge treten die meisten Magen-Darm-Erkrankungen gar nicht erst auf:

  • Kein Leitungswasser trinken und beim Kauf von Wasserflaschen auf einen intakten Verschluss achten. Eiswürfel sind natürlich auch tabu.
  • Beim Essen gilt die Regel: Cook it, peel it or forget it! Kunden sollten nur gekochte oder gebratene Speisen essen und rohes Obst und Gemüse schälen.

  • Eiscreme, Säfte und offen herumstehende Speisen an Straßenständen meiden. Frisch Gebratenes oder Gekochtes ist dagegen in Ordnung.

  • Nicht vergessen: vor dem Essen immer die Hände waschen!

Sonne in Portionen

  • So wohltuend die warmen Sonnenstrahlen auch sind: Besonders Kunden hellen Hauttyps, Kinder und ältere Menschen sollten sich vorsehen.

  • In den ersten Urlaubstagen ist ein hoher Lichtschutzfaktor empfehlenswert, am besten 30. Ihre Kunden sollten wasserfeste Sonnencreme verwenden und sie mehrmals täglich auftragen. Wichtig: Das Sonnenschutzmittel muss 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden, damit es richtig wirkt.

  • Ein Sonnenbrand sollte möglichst schnell mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Im Anschluss können Kunden ein Antihistaminikum auftragen, das die Haut beruhigt, etwa Fenistil Gel (Apotheke).

  • ?Wer zu lange in der prallen Sonne liegt, bekommt leicht einen Sonnenstich. Erste Anzeichen: Schwindelgefühle beim Aufstehen und Kopfschmerzen. Vorsorge-Tipp der Expertin: viel trinken, Kopfbedeckung tragen.

  • ?Was viele nicht wissen: Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Antibiotika wie Doxycyclin, können durch intensive Sonneneinstrahlung zu Hautverfärbungen oder sogar einer phototoxischen Reaktion führen. Dabei rötet sich die Haut, brennt und juckt. Kunden sollten das vorher mit ihrem Arzt abklären und bei einer reisemedizinischen Beratung unbedingt ihre Medikamente erwähnen.

Verletzungen vorbeugen

  • Spaßverderber am Strand sind kleine Verletzungen wie Schnitte oder Schürfwunden. Da sie gerade in exotischeren Regionen zu Infektionen führen können, ist Vorsicht geboten.

  • Badeschuhe oder Sandalen schützen nicht nur vor scharfkantigen Muscheln, Steinen oder Scherben, sondern auch vor Parasiten: Spul- oder Hakenwürmer können durch die Fußsohlen in den Körper eindringen.

  • Schürfverletzungen und andere kleine Wunden sollten sofort desinfiziert werden. Hierfür eignet sich ein Spray oder zum Beispiel Betaisodona-Salbe.

  • Eine Tetanusimpfung ist Pflicht vor jedem Urlaub. Das gilt besonders auch für Schnorchler und Taucher unter ihren Kunden, die sich häufig an Korallen oder Felsen verletzen.

Vor Insekten schützen

  • Mückenstiche sind nicht nur lästig. In tropischen Regionen können sie gefährlich werden, da die Plagegeister Malaria und andere Krankheiten übertragen.

  • Während der Dämmerung sind Stechmücken besonders aktiv. Zu dieser Zeit sollte man outdoor langärmelige Oberteile und lange Hosen tragen.

  • Außerdem ist das regelmäßige Auftragen von Insektenschutzmittel das Beste. Ute Schwarz vom CRM schlägt zum Beispiel No-Bite-Produkte vor, die besonders lang anhaltenden Schutz bieten.

  • Wichtig: immer zuerst die Sonnencreme und danach das Insektenschutzmittel verwenden. Letzteres enthält Geruchsstoffe gegen die Plagegeister, die sonst überdeckt werden.

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