Arbeitsplatzanalyse

Reif für ’n neuen Job?

Miese Kollegen, nerviger Chef, unangenehme Aufgaben – manchmal scheint es besser zu sein, sich einen neuen Job zu suchen, als im jetzigen kaputtzugehen. Aber nicht immer.

von Marius Leweke, 09.05.2012, 13:28 Uhr
Foto: Stockbyte

Hast Du immer weniger Spaß am Job? Hellt selbst eine teure Buchung Deine Stimmung nicht auf? Fühlst Du Dich öfter krank? Hast Du schon an Kündigung gedacht? Dann ist es an der Zeit, die eigene Lage in Ruhe zu analysieren und über Konsequenzen nachzudenken.Wichtig ist, sich mit der eigenen Situation gründlich auseinanderzusetzen. „Es gilt, die Ursachen für die Unzufriedenheit klar herauszuarbeiten“, sagt Christine Bailly, die als Coach und Bildungsmanagerin Erfahrung im Umgang mit derartigen Stresssituationen gesammelt hat.

Klassische Auslöser seien etwa innerbetriebliche Veränderungen – ein neuer Chef, neue Aufgaben oder neue Strukturen. Da rät die Expertin, mit kühlem Kopf und ohne Schuldzuweisungen aufzuschreiben, was einen nervt. Bei der anschließenden Analyse ist es hilfreich, sich mit der Familie, kritischen Freunden oder auch einem Coach zu beraten. Bisweilen genügt schon der Blick von außen, um besser mit Stressfaktoren umgehen zu können.

Im nächsten Schritt sollte man dann auch das Gespräch suchen – mit dem Kollegen am Counter nebenan oder dem Chef. Christine Bailly: „Wer etwas verändern will, muss aktiv werden.“ Kollegen bewerteten die „nervige“ Situation häufig anders und seien sich gar nicht bewusst, „dass andere sich damit quälen“. Wichtig: Werden dabei Änderungen – sei es im Verhalten oder in betrieblichen Abläufen und Strukturen – versprochen, sollte man den Betroffenen auch die Zeit zur Umsetzung lassen. Zur umfassenden Analyse gehört auch, über das Befinden außerhalb des Arbeitsplatzes nachzudenken. Sind es vielleicht private Probleme, die mit ins Büro genommen werden und die Arbeitsleistung beeinträchtigen? Zum Beispiel Konflikte in der Beziehung oder ein Trauerfall? „Die eigentliche Wurzel des Leidens liegt bei einem selbst“, sagt Beraterin Bailly, die auch eine Checkliste zum Thema „Wechseln oder bleiben“ erarbeitet hat. Oft lösen sich Probleme, so ihre Erfahrung, dadurch, dass man sie offensiv angeht.

Sollten aber alle Versuche, die eigene Lage zu ändern, nicht fruchten, kann „der Wechsel in einen anderen Job das einzig Richtige sein“. Dann kann es durchaus etwas bringen, sein berufliches Glück in einem anderen Reisebüro zu suchen. Gerade die im Zusammenhang mit Stress im Job häufig zu beobachtende „innere Kündigung“ oder die Flucht in die Krankheit bringe überhaupt nichts, so die Expertin: „Lieber sollte man seinen Erfolg oder den Neuanfang feiern.“

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