Israel

Tel Aviv ist eine Stadt zum Staunen

Anders, aufregend, überraschend: das Viertel Florentin in Tel Aviv.
Guy Yechiely
Anders, aufregend, überraschend: das Viertel Florentin in Tel Aviv.

Das andere Israel: Tel Aviv hat sich – auch dank Flugsubventionen, Veranstalter-Kooperationen, Marketing-Maßnahmen und vielen neuen Hotels – zum Trendziel gemausert, vor allem bei Städtereisenden. Hier sind die Highlights der Metropole am Mittelmeer.

Baden, Surfen, Sonnen, Feiern, Joggen, Tanzen, Radfahren, Beachvolleyball oder ein Drink in einem der Cafés und Bars: Der 14 Kilometer lange Sandstrand von Tel Aviv ist so etwas wie ein riesiges Wohnzimmer für die ganze Stadt. In losen Abschnitten beherbergt er so vielfältige Gruppen wie Surfer, Partygänger, die LGBT-Community oder Yoga-Gruppen. Als bester Abschnitt für Schwimmer gilt der Hilton-Strand mit seiner schönen Bar. Bei den Locals beliebt ist der Frishman Beach.
Tipp: Schöne und weniger belebte Strände findet man auch in den Vororten Herzliya und Bat Yam.

Tel Aviv: City Break mit großer Vielfalt


Schmelztiegel der Geschmäcker

Von Fine Dining über Farm-to-Table und vegan bis zu Streetfood: Tel Avivs Restaurantszene ist riesig und die multikulturellen Köche sind sehr experimentierfreudig. Für kulinarische Entdeckungen wie gemacht sind die Trendviertel Florentin und Neve Tzedek, aber auch Jaffa, der Rothschild Boulevard und die Straßen Ahad Haam und Dizengoff Straße. Klassiker der israelischen Küche sind sind das Pfannengericht Shakshuka und natürlich Falafel, Schawarma und Hummus.
Tipp: Der Sarona Market mit über 90 Lokalen, Imbissen, Bars und Feinkostläden im restaurierten Sarona-Viertel, einer früheren Siedlung der deutschen Templer-Bewegung, ist ein Hotspot für Schlemmer.
„In dieser pulsierenden Strandstadt an der israelischen Mittelmeerküste treffen alte Geschichte und moderner Lifestyle aufeinander.“
Forbes Travel Guide, "Top 20 Destinations for 2020"

Shoppen mit Flair

Die Straßen Dizengoff mit der Center Mall, die Sheinkin und Ben Yehuda sind die zentralen Einkaufsmeilen von Tel Aviv mit zig Geschäften, Boutiquen und Cafés. Fans von Mode und Design zieht es ins Künstlerviertel Neve Tzedek. Wer lieber ursprünglich einkauft, ist auf dem quirligen Carmel Markt mit dem größten Obst- und Gemüseangebot der Stadt richtig. Zweimal die Woche lockt der Nahalat-Binyamin-Markt in unmitelbarer Nachbarschaft mit handgemachter Kleinkunst, aber auch Clowns, Kartenlegern, Wahrsagern und Straßenmusik.
Tipp: Ein Fest für Antiquitäten-Jäger ist der Shuk-Hapishpeshi-Flohmarkt in Jaffa. In den engen Gassen hat auch die aufstrebende Fashionszene der Stadt ein Zuhause gefunden.
20 Prozent mehr Übernachtungen
2019 konnte Israel mit 289.000 Touristen erneut einen Besucherrekord aus Deutschland verzeichnen. Tel Aviv ist eines der großen Zugpferde: Laut der Tel Aviv Hotel Association ist die Zahl der Übernachtungen von deutschen Touristen im letzten Jahr um 20 Prozent gestiegen.

Von van Gogh bis Graffiti


Für moderne Kunst in all ihren Facetten gibt es keine bessere Adresse als das Museum of Arts mit Werken von Degas, Kokoschka, van Gogh, Monet, Lichtenstein und Picasso. Im Diaspora Museum dreht sich alles um die Vielfalt jüdischer Exilkultur seit der babylonischen Gefangenschaft. Das Eretz Israel Museum ist eine Schatzkammer archäologischer, anthropologischer und historischer Funde aus der über 3000-jährigen Geschichte der Region. Darunter ist auch der Ruinenhügel Tel Quasile, eine Ausgrabungsstätte, in der zwölf verschiedene Siedlungsschichten freigelegt wurden.
Tipp: Berühmt für Streetart sind das Hipsterviertel Florentine und das Künstlerquartier Kiryat Melecha. Es werden auch Graffiti-Touren angeboten.
Mehr Hotels in der Metropolregion

Seit 2010 hat sich die Zahl der Zimmer in der Metropolregion auf aktuell 13.000 verdoppelt. Viele Hotels sind in Bau, in den nächsten fünf Jahren werden laut der Tel Aviv Hotel Association weitere 5.000 Zimmer dazukommen.

Die Weiße Stadt

Herausragende architekturgeschichtliche Bedeutung: Ein Muss für Tel-Aviv-Besucher ist das Unesco-Weltkulturerbe "Weiße Stadt". Das Ensemble von rund 4000 Häusern im Bauhaus- und Internationalen Stil wurde in den 30er und 40er-Jahren von Architekten gebaut, die vor den Nazis aus Dessau und Berlin geflohen waren. Keine andere Stadt der Welt verfügt über so viele Gebäude der deutschen Architektur-, Kunst- und Design-Schule in dieser Dichte.
Tipp: Zum Bauhausjubiläum 2019 wurde im Max-Liebling-Haus das Besucherzentrum White City Center  mit einer Dauerausstellung eröffnet.
„Das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt, dass sich ein ganzes Volk mit dieser Architektur identifiziert.“
Golan Yaron, Programmdirektorin White City Center

Arabische Atmosphäre in der alten Hafenstadt

Das antike Jaffa, einst ein arabisches Fischerdorf und dann eine bedeutende Hafenstadt, ist der älteste Teil von Tel Aviv. Mit seinem historischen Kern steht Jaffa im Kontrast zum hochmodernen, pulsierenden Tel Aviv, das erst 1909 gegründet wurde. Gerade deshalb lohnt ein Besuch – gern auch als verlängerter Strandspaziergang. Zuletzt wurde die Altstadt kräftig restauriert. Heute locken auch hippe Restaurants, Cafés, Boutiquen und Galerien.
Tipp: Im Nalaga'at Center sind alle Mitarbeiter – auf der Theaterbühne, im Restaurant, im Café – blind, taub oder beides. Es wird getanzt, musiziert, erzählt, und statt Applaus erhalten die tauben Schauspieler am Ende ein Schulterklopfen.
Flug-Subventionen greifen
Ab dem Sommerflugplan starten mehr als 90 Direktflüge pro Woche ab sieben deutschen Flughäfen nach Tel Aviv. Dazu gibt es wöchentlich über 40 Verbindungen aus Österreich und knapp 40 aus der Schweiz.

Party-Metropole im Nahen Osten

Club, Bars, Restaurants, Livemusik und jede Menge Kulturevents: Ganz Tel Aviv scheint nach Sonnenuntergang auf den Beinen zu sein. Kein Wunder, dass Tel Avivs als die "Stadt, die niemals schläft" oder als "Miami des Nahen Ostens" bezeichnet wird. Ausgehmeilen für Nachtschwärmer gibt es viele, natürlich die Strandpromenade oder den Alten Hafen im Norden der Stadt, aber auch Jaffas Altstadt oder das Barhopping- und Clubbing-Mekka Florentin
Tipp: Die Pride Parade (2020 am 12. Juni) ist der Party-Höhepunkt des Jahres der LGBT-Community – und setzt zugleich ein Zeichen für Gleichberechtigung und Toleranz.
In knapp 30 Minuten in der Heiligen Stadt

Nach langer Bauzeit wurde Ende 2019 die Schnellbahnstrecke zwischen Tel Aviv und dem 60 Kilometer entfernten Jerusalem Städten eröffnet. Im Laufe des Jahres soll die Strecke (Kosten: rund 1,8 Mrd. Euro) in beiden Richtungen alle 20 Minuten angeboten werden. Der Zug hält auf beiden Routen am Ben-Gurion-Flughafen.

Fahrradfreundliche Stadt

Wo geht das schon? Radfahren auf einer eigenen Spur auf dem Rothschild Boulevard und links und rechts die Häuser im  Bauhaus-Stil bestaunen. Oder auf der breiten Strandpromenade – teils auf eigenen Wegen – mit Meerblick zu radeln und immer wieder einen Stopp einlegen, um zu schwimmen, einen Drink zu nehmen oder einfach nur zum People Watching. Tel Aviv ist eine überraschend fahrradfreundliche Stadt. Das Radwegenetz ist rund 120 Kilometer lang. Viele Hotels verleihen gratis Räder.
Tipp: Der städtische Bikesharing-Dienst Tel-O-Fun bietet 200 Verleihstationen. Notwendig ist nur eine Kreditkarte.

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