Malaysia

Borneo weckt Sehnsucht nach Abenteuer und Wildnis

Fütterungszeit im Semenggoh-Reservat: Auf Borneo leben die letzten Orang-Utans.
Tourism Malaysia , Tourism Malaysia
Fütterungszeit im Semenggoh-Reservat: Auf Borneo leben die letzten Orang-Utans.

Bis 2020 will Malaysia die 30-Millionen-Besuchermarke knacken. Damit das klappt, setzt das südostasiatische Land auch auf Aktiverlebnisse in den zwei Bundesstaaten Sabah und Sarawak auf Borneo. Sie stehen für Abenteuer in der Wildnis. Zugleich sollen Ökotourimus und Naturschutz mehr in den Fokus rücken.

Das Partnerland der ITB 2019 vermarktet hierzulande vor allem die Themen Inseln, Strände, Kultur und Natur. Letztere ist wohl der größte Schatz der  Destination. Malaysias Regenwälder gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. 19 Nationalparks schützen sie, zwei (Kinabalu und Gunung Mulu) stehen unter Unesco-Schutz, dazu kommen noch viele Reservate.

Kein Massenziel: Wildnis für Insider


Ein Sehnsuchtsziel ist vor allem Borneo. Die drittgrößte Insel der Welt „steht wie kaum eine andere Region für Natur und Ursprünglichkeit“, sagt Nicole Dieckmann, Produktleiterin bei Dertour und Meiers Weltreisen. Auch Spezialisten  haben Natur- und Aktiverlebnisse auf Borneo im Programm: Tischler Reisen zum Beispiel bietet die Besteigung des Mount Kinabalu an und East Asia Tours macht sich auf die Spuren der "Borneo Big 5": Nasenaffe, Orang Utan, Krokodil, Nashornvogel und Borneo-Zwergelefant.
„Borneo steht wie kaum eine andere Region für Natur und Ursprünglichkeit.“
Nicole Dieckmann, Produktleiterin Asien, Dertour

Hotspots Sabah und Sarawak

In den beiden malaysischen Bundesstaaten Sabah und Sarawak im Norden Borneos können Touristen durch den Dschungel wandern, Höhlen erforschen und den seltenen Orang-Utans begegnen. Übernachtet wird in einfachen bis luxuriösen Lodges und Resorts mitten im Urwald. Noch sind Sabah und Sarawak Insider-Tipps für Wildlife-Fans, Aktive und Entdecker.

Immerhin: Der wichtigste Quellmarkt in Europa ist Deutschland, wenn auch auf niedrigem Niveau. So empfing Sarawak zum Beispiel im vergangenen Jahr rund 7200 deutsche Urlauber. Besonders beliebt ist der Nationalpark Gunung Mulu: 2017 kamen von den insgesamt 23.000 Gästen mehr als 2000 aus Deutschland.

Borneo: Drittgrößte Insel der Welt
Malaysia besteht aus der malaysischen Halbinsel mit der Hauptstadt Kuala Lumpur im Westen und im Osten aus den zwei weitaus weniger bevölkerten Bundesstaaten Sabah und Sarawak auf Borneo. Bei der Einreise wird an den Flughäfen von Kota Kinabalu (Sabah) und Kuching (Sarawak) ein separates 30 Tage gültiges Visum erteilt.

Der dezimierte Urwald soll besser geschützt werden

Damit die Tier- und Pflanzenwelt bestehen bleibt, sollen Ökotourismus und Naturschutz künftig noch stärker Hand in Hand gehen – dafür sollen auch zwei Regierungsinitiativen sorgen. Schon jetzt arbeiten einige Incoming-Agenturen und Unterkünfte nach Nachhaltigkeitsprinzipien. Auch das Industrieministerium spielt mit: Nach dem Erreichen der gesetzlichen Bestandsuntergrenze von 50 Prozent versicherte die Behörde, dass kein Urwald mehr der Palmölproduktion weichen muss. Inzwischen werden sogar Wildwechsel-Korridoren durch die riesigen Plantagen gebaut.

Drei Tipps für Wildnisfans

Für Gipfelstürmer: Nationalpark Kinabalu
Der Nationalpark im Norden von Sabah  ist ein Unesco-Weltnaturerbe – und die Heimat des 4095 Meter hohen Mount Kinabalu. Geführte Gipfeltouren im April, Juli, August und Dezember mit Übernachtungen in Berghütten sind ein Muss für geübte Bergsteiger (Anmeldung erforderlich) – der Lohn ist ein traumhafter Sonnenaufgang! Leichte Wanderrouten führen auf Dschungelpfaden in etwa 1500 Meter Höhe, zu bewundern gibt es fleischfressende Kannenpflanzen, 750 Orchideenarten und die größte Blüte der Welt, die Rafflesia.

Spitzen und Fledermäuse im Nationalpark Gunung Mulu


Für Höhlenforscher: Nationalpark Gunung Mulu
Im Nationalpark Gunung Mulu liegen die größten Höhepunkte unter Tage. Die Sarawak Chamber ist die größte Höhlenkammer der Welt: ein über 100 Kilometer langes Tunnelsystem mit unterirdischem Fluss und Gängen, die bis zu 355 Meter in die Tiefe führen. Bei der Hirschhöhle spielt sich zur Dämmerung ein Spektakel ab: Wie ein Schwarm ziehen Tausende Fledermäuse in den Urwald auf der Suche nach Insekten. Besucher können mit Guide, Taschenlampe und Regenjacke die längste Höhlenpassage der Welt erkunden. Gut zu wissen: Gunung Mulu ist auch für seine Baumwipfelpfade und Kalksteinnadeln mit steilen Wanderwegen und seltenen Orchideenarten bekannt.

„Für Paare und Individualreisende, die Action und Abenteuer inmitten einer urwüchsigen Natur suchen, garantiert Borneo ein großartiges Naturerlebnis.“
Birgit Ladstätter, DER Reisebüro in Sindelfingen
Für Affenliebhaber: Orang-Utan-Zentren
Knapp die Hälfte der weltweiten Orang- Utan-Population lebt auf Borneo. Dort gibt es mehrere Einrichtungen zum Schutz, zur Aufzucht und Auswilderung für die vom Aussterben bedrohten Tiere: etwa das bei Kuching gelegene Semenggoh- Reservat und Matang Wildlife Centre in Sarawak sowie das Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Centre bei Sandakan in Sabah. Hier werden Orang-Utans, die in Gefangenschaft gelebt haben, oder verwaiste Babys, in ihrer natürlichen Umgebung aufgepäppelt und auf das Leben in der Freiheit vorbereitet. Ein echtes Affentheater sind die öffentlichen Fütterungen, bei denen sich die Primaten an dafür vorgesehenen Plätzen inmitten des Waldes den Bauch vollschlagen können.

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