Wintereinbruch

Schnee und Eis sorgen in Deutschland für Verkehrschaos

Der Wintereinbruch hält Einsatzkräfte in der Nacht in Atem. Polizei und Feuerwehr müssen zu Hunderten von Unfällen ausrücken. Am Montagmorgen herrscht dann zumeist ein ganz anderes Bild – ein paar Grad machen den Unterschied.

Der Wintereinbruch hat in weiten Teilen Deutschlands zu chaotischen Verkehrslagen geführt, ehe Tauwetter die Lage weitgehend entspannte. In einigen Regionen zählte die Polizei in der Nacht zum Montag Hunderte Einsätze. Die Bergungsarbeiten dauerten bis in den frühen Morgen. Allein die Beamten in Leipzig mussten innerhalb von vier Stunden zu etwa 100 Verkehrsunfällen ausrücken.

In vielen Regionen Deutschlands hatten Polizei und Rettungsdienste reichlich zu tun. Da viele Autofahrer angesichts von Eis und Schnee das Tempo drosselten, gingen Unfälle aber meist glimpflich aus: In den meisten Fällen sei es bei Blechschäden geblieben, sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn (Baden-Württemberg). Zum Start des Berufsverkehrs waren die Fahrbahnen in vielen Teilen Deutschlands dank Temperaturen über Null wieder frei.

Zuvor gab es zahlreiche Unfälle: In Schleswig-Holstein prallte ein Auto mit vier Senioren gegen einen Baum. Eine 87-Jährige erlitt tödliche Verletzungen, die drei weiteren Insassen wurden schwer verletzt. Im Wagen saßen zwei Ehepaare. Der Fahrer kam am Sonntagabend aus zunächst ungeklärter Ursache in Kisdorf von der Fahrbahn ab – laut Polizei war möglicherweise Glätte die Ursache.

Schnee und Glätte sorgten auch in Ostdeutschland bis in den Morgen für viele Unfälle. Zwischen Sonntag 17.30 Uhr und Montagmorgen 4 Uhr ereigneten sich laut Polizei allein in Brandenburg 136 Unfälle – 66 davon wetterbedingt, 21 Menschen wurden leicht verletzt. In Sachsen-Anhalt gab es am Sonntag laut Polizei insgesamt fast 300 Unfälle mit mindestens 42 Verletzten. In der Nacht zum Montag habe es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen keine schweren wetterbedingten Unfälle oder größeren Behinderungen gegeben, erklärte die Polizei. Allerdings sei örtlich im morgendlichen Berufsverkehr noch mit glatten Straßen zu rechnen.

Am Alpenrand warnte der Deutsche Wetterdienst am frühen Montagmorgen vor Unwettern. Erwartet wurden unter anderem starke Winde.

Nach dem Wintereinbruch in Nordrhein-Westfalen waren die Fahrbahnen zum Wochenstart wieder größtenteils frei. Für den Berufsverkehr am Montagmorgen erwarteten die Polizeileitstellen keine größeren Behinderungen, wie die Sprecher sagten. Am Sonntag hatte Schneefall den Verkehr schwer beeinträchtigt – es gab etliche Unfälle.

Nach dem Sturz eines Weihnachtsbaums auf ein Kinderkarussell sucht die Polizei nach der Ursache. Auf einem Weihnachtsmarkt in Eschweiler bei Aachen war der Baum am Sonntagnachmittag gebrochen und auf das Karussell gekippt. Es werde ermittelt, ob der Baumstamm wegen Windböen nachgegeben habe oder ob ein Fehler beim Aufstellen des Baums gemacht worden sei, sagte ein Sprecher der Aachener Polizei. Fünf Erwachsene wurden bei dem Unglück verletzt, ein schwer verletzter 49-Jähriger kam ins Krankenhaus.

Die Bahn sperrte wegen des Wintereinbruchs vorübergehend die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, die Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main war am Morgen wieder frei. Man habe sich für die Sperrung entschieden, um mögliche witterungsbedingte Schäden zu beheben, damit die Züge am Montag wieder pünktlich rollen, hieß es bei der Bahn.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt entfielen am Sonntag bis zum Nachmittag mehr als 260 Flüge, verzögerten sich oder wurden umgeleitet. Eine Fraport-Sprecherin nannte die Situation am Sonntag „dramatisch“. Selbst auf den geräumten und gestreuten Bahnen seien wegen des anhaltenden Schneefalls nicht die vorgeschriebenen Bremswerte erreicht worden.

In Leipzig lief eine traditionelle Schneeball-Schlacht am Sonntagabend aus dem Ruder: Etwa 150 Menschen waren zur sogenannten Connewitzer Schneeball-Schlacht zusammengekommen, bei der seit einigen Jahren zum jeweils ersten Schneefall oft Hunderte mitmachen. Am Ende kippte die Stimmung: Unbekannte zündeten Müllcontainer an und bewarfen Löschkräfte der Feuerwehr mit Flaschen. (dpa)

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