Wegen Überflutungen

Nigeria ruft den Notstand aus

Heftige Regenfälle führen in Nigeria zu schweren Überschwemmungen. Und die Behörden befürchten eine weitere Zuspitzung der Lage.

Innerhalb weniger Tage sind mindestens 100 Menschen infolge schwerer Überschwemmungen in Nigeria ums Leben gekommen. Die Opferzahl in den zehn betroffenen Bundesstaaten könne noch weiter steigen, warnte der Sprecher Sani Datti von der Katastrophenschutz-Behörde Nema. Die Überschwemmungen in dem bevölkerungsreichen westafrikanischen Staat wurden von heftigen Regenfällen ausgelöst, die noch weiter andaueren.

Betroffen waren vor allem Gebiete im Zentrum und im Süden des Landes entlang der Flüsse Benue und Niger. Die Regierung rief für vier Bundesstaaten – Kogi, Niger, Anambra und Delta – den Notstand aus. Die Katastrophenschutz-Einheiten der Armee wurden aktiviert, wie Präsident Muhammadu Buhari über Twitter erklärte. Die Lage in acht weiteren Staaten steht Medienberichten zufolge unter Beobachtung. Tausende Menschen, die auf der Flucht vor den Wassermassen seien, würden in Notunterkünften untergebracht.

Vereinzelte Überschwemmungen sind in Nigeria in der Regenzeit nicht unüblich, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Das nigerianische Wetteramt warnte, die Überschwemmungen würden dieses Jahr vermutlich schlimmer sein als jene fatalen vor sechs Jahren. Damals kamen etwa 360 Menschen ums Leben, rund zwei Millionen Menschen flohen vor den Wassermassen.

Nigeria mit seinen fast 200 Mio. Einwohnern gehört trotz großen Ölreichtums zu den 30 ärmsten Ländern der Welt. Die Infrastruktur ist großteils in schlechtem Zustand oder nicht existent. Dazu gehören zum Beispiel Staudämme oder Kanalisationssysteme, die im Fall schwerer Regenfälle helfen könnten, die Wassermassen zu regulieren. Wegen Nigerias anhaltend hohem Bevölkerungswachstum breiten sich Dörfer oft räumlich aus, weswegen immer mehr Menschen in Gebieten wohnen, die zuvor wegen Überschwemmungsgefahr gemieden wurden. (dpa)

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