Wahlversprechen

Einreise in die USA bald schwieriger?

Wie lange können Deutsche noch relativ problemlos in die USA reisen?
CBP/James Tourtellotte
Wie lange können Deutsche noch relativ problemlos in die USA reisen?

Die Forderung von Donald Trump nach einem Einreisestopp für Muslime hat für Aufregung gesorgt. Auch die Deutschen hat er ins Visier genommen. Was könnte das für Urlauber, Studenten oder Arbeitnehmer bedeuten, die in die USA wollen?

Nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gibt es noch viele Fragezeichen. Unklar ist, ob er all seine Wahlversprechen umsetzen wird. Angekündigt hat er auch, dass er im Kampf gegen den Terrorismus eine besondere Sicherheitsüberprüfung von Zuwanderern aus Ländern wie Deutschland für angebracht hält. Was kann das bedeuten?

Deutsche Urlauber können derzeit relativ problemlos in die USA reisen. Das Visa Waiver Program ermöglicht ihnen eine visumsfreie Einreise. „Gerade Urlaubs- und Geschäftsreisende profitieren mit diesem Verfahren bei der Einreise in die USA“, teilt der Deutsche Reise Verband (DRV) auf Anfrage mit. Im vergangenen Jahr sind knapp 2,3 Mio. Menschen aus Deutschland in die USA gereist. Bisher hätten verschärfte Sicherheitschecks und Einreisebestimmungen „nichts an der Attraktivität des Reiselands und seiner Anziehungskraft auf deutsche Urlauber geändert“.

Studierende und Wissenschaftler, die an einer US-amerikanischen Hochschule studieren, lehren oder forschen, benötigen zur Einreise in die USA auf jeden Fall ein Visum. Nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sind die Erfahrungen bei der Einreise aber „wieder sehr gut“. Insgesamt förderte der DAAD im Jahr 2015 rund 5000 Menschen aus Deutschland, einige von ihnen für Vortrags- oder Kongressreisen, andere für Praktika, Sprachkurse oder zum Studium. Der DAAD betont allerdings auch, dass die amerikakritische Haltung unter den deutschen Studierenden zu Rückgängen bei den Austauschzahlen führen könnte.

Wer in den USA eine Beschäftigung aufnehmen möchte, muss ein Arbeitsplatzangebot in den Vereinigten Staaten vorweisen. Außerdem muss der Arbeitgeber ein sogenanntes Petitionsformular ausfüllen, bevor der der Arbeitnehmer ein Visum beantragen kann. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit berät Fachkräfte, die in den USA und anderen Ländern arbeiten möchten.

Zu diesem Zeitpunkt mag noch niemand vorhersagen, ob sich die Visa-Bestimmungen unter Trump ändern – und wenn ja, wie. Aber: „Generell gibt es seit Jahrzehnten ein großes Interesse an den USA“, erklärt Beate Raabe von der ZAV. Das Interesse an englischsprachigen Ländern sei sowieso sehr hoch – auch nach der Brexit-Entscheidung der Briten habe man in dieser Hinsicht für Großbritannien keinen Rückgang gespürt. (dpa)

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