Coronavirus-Folgen

Lufthansa bietet kostenfreie Umbuchung für China-Flüge

Am Flughafen Bangkok versuchen sich Passagiere durch einen Mundschutz vor der Übertragung der Viruskrankheit zu schützen. In Deutschland sind bislang keine speziellen Sicherheitsmaßnahmen durch die Behörden bestimmt worden.
Imago Images / Pacific Press Agency
Am Flughafen Bangkok versuchen sich Passagiere durch einen Mundschutz vor der Übertragung der Viruskrankheit zu schützen. In Deutschland sind bislang keine speziellen Sicherheitsmaßnahmen durch die Behörden bestimmt worden.

Airlines und Airports stellen sich auf den Ernstfall ein. Die Bundesregierung will Deutsche aus der Provinz Hubei herausfliegen.

Die Lufthansa muss China-Flüge kostenfrei umbuchen. Das haben die chinesischen Behörden angeordnet. Dies gilt für sämtliche Ziele, welche der Konzern zwischen dem 24. Januar und dem 23. Februar 2020 in dem Riesenreich anbietet (abseits von Hongkong). Die Flugscheine müssen vor dem 23. Januar 2020 gebucht worden sein. Insgesamt fliegt die Lufthansa 45 Mal pro Woche nach China, die Tochter Austrian Airlines neun Mal, die Swiss 21 Mal.

Einschränkungen oder gar eine Einstellung des Flugverkehrs ist dem Konzern zufolge derzeit nicht geplant. Man beobachte zwar die Situation und stehe mit den chinesischen Behörden in Kontakt, die Flüge würden aber wie gewohnt abheben. Die einzige europäische Fluggesellschaft, welche Wuhan direkt ansteuert – Air France – hat den Verkehr dorthin bereits gestoppt.

Auch Reiseveranstalter reagieren nunmehr auf die Situation: So hat Studiosus alle China-Touren mit Anreisetermin bis 15. April abgesagt, da der Veranstalter "nicht mit einer raschen Entspannung rechnet". Allen Gästen, die bis zum 31. Mai nach China abreisen wollten, bietet der Veranstalter eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung an. Die DER Touristik bietet für ihre Veranstaltermarken Dertour, Meiers Weltreisen und ADAC Reisen kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für China-Reisen mit Abreisetermin bis 31. März an.

Inzwischen gibt es laut chinesischen Behörden mehr als 4500 bestätigte Infektionsfälle. In Deutschland erkrankten mindestens 4 Personen, alle arbeiten beim Autozulieferer Webasto.

Ansteckungsgefahr nur "mäßig"

Laut aktueller Mitteilung des Ministeriums wird die Gefahr einer Einschleppung des Virus durch eine infizierte Person über den Flughafen "weiterhin als mäßig eingeschätzt, da es keine Direktflüge aus der betroffenen Region nach Frankfurt gibt und die chinesischen Behörden am 23. Januar massive Ausreiseverbote verhängt haben".

Ausgeschlossen werden könne eine Infektion jedoch nicht. Sollten Passagiere während des Fluges erkranken, "werden sie bereits im Flugzeug isoliert und am Flughafen durch Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes untersucht" heißt es. Das Ministerium stellt gleichzeitig aber auch fest: "Falls Personen das Virus aber in sich tragen, ohne schon Fieber zu haben, kann man das nicht erkennen." Man müsse die Situation also fortlaufend beobachten.

Taskforce ist allzeit bereit

Ähnlich äußert sich das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, das für die Verhütung von Virus- und Infektionskrankheiten am Flughafen München zuständig ist. Die dortige Taskforce sei in ständiger Bereitschaft. Aktuell werde das Risiko einer Ansteckung und Ausbreitung der Krankheit jedoch als gering eingeschätzt. Die bayerischen Gesundheitsbehörden und Flughäfen seien "für den unwahrscheinlichen Fall eines Auftretens einer solchen Erkrankung im Flugreiseverkehr gut vorbereitet" heißt es wörtlich auf der Seite des Landesamts. "Es existieren bewährte Alarmpläne, die im Ernstfall Anwendung finden." 

Weniger beruhigend klingt dagegen eine Äußerung von Außenminister Heiko Maas. Demnach will die Bundesregierung wegen der Ausbreitung der Viruserkrankung Deutsche aus China ausfliegen. Aktuell geht das Auswärtige Amt von einer zweistelligen Zahl deutscher Bürger in der Region Hubei aus. Andere Länder wie Frankreich und die USA haben bereits solche Rückholaktionen gestartet. 

Reisekonzerne verlieren an Börse

In wirtschaftlicher Hinsicht leidet Lufthansa allerdings bereits jetzt unter dem Virus: An der Börse verlor der Konzern bis zu fünf Prozent und rutschte damit auf seinen tiefsten Wert seit August vergangenen Jahres. Aber auch andere Fluggesellschaften sind betroffen. Schon am Freitag ging United Airlines um 5,23 Prozent runter, American Airlines verlor 3,06 Prozent.

Der DAX verlor bis Montag beis zum Mittag 2,04 Prozent, wobei das Minus bei den Reisekonzernen nicht nur im DAX mit teilweise bis zu sechs Prozent noch deutlicher ausfiel (TUI gab um bis zu drei Prozent nach).

Auch das Auswärtige Amt hatte kürzlich seinen Reisehinweis für China geändert. Demnach warnt es inzwischen vor Reisen in die Region Hubei. Zudem empfiehlt es, nicht notwendige Reisen nach China zu verschieben. 

Über die Krankheitssymptome und Maßnahmen zur Infektionsverhütung informieren das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation auf ihren Websites. Die Informationen laufen auch über Monitore am Frankfurt Airport, um Personal und Passagiere bestmöglich vorzubereiten, so ein Flughafensprecher. Zu den Hinweisen gehören im Westenlichen Hygienemaßnahmen wie das häufige Händewaschen mit Seife oder alkoholahaltigem Reinigungsmittel sowie das Vermeiden von engem Körperkontakt.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats