Viele Tote (Update)

Autobahnbrücke bei Genua stürzt ein

Bei Genua ist eine vierspurige Autobahnbrücke eingestürzt. Italiens Verkehrsminister spricht von einer „entsetzlichen Tragödie“. Dutzende Menschen kamen ums Leben. Die Stadt ist auch Ziel vieler Mittelmeer-Kreuzfahrten – Reedereien sehen aber keine Auswirkungen für ihre Reisen.

Beim Einsturz einer vierspurigen Autobahnbrücke in der italienischen Hafenstadt Genua sind am heutigen Dienstag mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag unter Berufung auf das Innenministerium in Rom. Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli sprach auf Twitter von einer „entsetzlichen Tragödie“, nannte aber keine Opferzahl.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe auf einem etwa 100 Meter langem Stück ein. Die Tageszeitung „La Repubblica“ schrieb online, dass mehrere Autos in die Tiefe gestürzt sein könnten. Laut Feuerwehr handelt es sich um den Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird und unter anderem Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet überquert.

Der Einsturz riss offenkundig mehrere Fahrzeuge mit. „Zahlreiche Autos“ seien zwischen den Trümmern eingequetscht, berichtete Ansa unter Berufung auf Polizeikreise.

Rettungskräfte hätten mindestens zwei Überlebende aus den Trümmern gezogen. Mehrere Lastwagen seien im Fluss Polvecera gelandet, über den die mehr als 40 Meter hohe Brücke der A10 auch führt. In der Nähe der Brücke seien nach dem Einsturz vorsichtshalber Häuser evakuiert worden.

Auf einem Video, den die italienische Polizei ins Internet stellte, sind zwei Teile einer abgebrochenen Brücke zu sehen. Zwischen beiden Seiten klafft eine riesige Lücke. In einem anderen Video sind Stimmen von Menschen zu hören, die aus der Ferne den Einsturz sehen und geschockt aufschreien.

„Wir stehen in engem Kontakt mit den Autobahnbetreibern und werden mit Vizeminister (Edoardo) Rixi vor Ort sein“, erklärte Verkehrsminister Toninelli. Er sprach der Stadt Genua seine Anteilnahme aus.

Kreuzfahrt-Anbieter rechnen nicht mit Einschränkungen

Inwieweit der Tourismus vom Einsturz der Brücke betroffen ist, ist noch nicht bekannt. In Genua legen viele Kreuzfahrtschiffe auf Mittelmeerrouten an. TUI Cruises teilte auf Anfrage mit, derzeit keine Gäste in der Stadt zu haben. Aida Cruises fährt Genua nicht an.

Costa Crociere teilte mit, dass der Brückeneinsturz keine Auswirkungen auf die kommenden geplanten Kreuzfahrten ab Savona habe. Alle Kreuzfahrten seien bestätigt. Auswirkungen auf die Abläufe werden nicht erwartet, heißt es von Costa weiter. Dennoch werde das Unternehmen alle gebuchten Gäste der kommenden Abfahrten darüber informieren, dass der Verkehr auf dem Weg nach Savona durch die Brückeneinsturz beeinträchtigt sein könne.

„Wir stehen in engem Kontakt zu den lokalen Behörden, den Verkehrsunternehmen und unseren Kollegen in Genua und verfolgen die Situation vor Ort sehr genau“, heißt es von MSC Cruises. Die Auswirkungen des Vorfalls auf die Gäste, die am kommenden Wochenende ihre Reise in Genua beginnen oder beenden, seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht final absehbar. Die Abfahrten am 18. August (MSC Opera und MSC Divina) sowie am 19. August (MSC Fantasia und MSC Seaview) werden wie geplant stattfinden, so MSC weiter. Landausflüge, die fürs Wochenende in Genua vorgesehen sind, seien derzeit nicht betroffen. Für die An- und Abreise nach Genua sollten Reisende aber zusätzliche Zeit einplanen. (dpa/HD)

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