Vermarktung

Mehr als Beach Life: Gran Canaria hat neue Zielgruppen im Blick

Überraschend ergreifend: die Adler-Show im Palmitos Park auf Gran Canaria.
Jan-Timo Schaube
Überraschend ergreifend: die Adler-Show im Palmitos Park auf Gran Canaria.

Konkurrenz für den Strand: Gran Canaria will mehr als nur ein Beachlife-Ziel sein – und vermarktet darum verstärkt Erlebnisse abseits von Sonne und Meer. Hier sind sieben wenig bekannte Seiten eines deutschen Urlaubsklassikers.

Ein Mega-Aquarium und dressierte Weißkopfadler

Am grauen Hafen von Las Palmas wartet ein überraschend modernes Highlight: das riesige, erst Ende 2017 eröffnete Aquarium Poeme del Mar. Im interaktiven Themenpark leben über 350 Fischspezies, darunter Zebrahaie, Zitteraale, Karettschildkröten und Mantarochen. Auch die Architektur ist spannend und bietet immer wieder überraschende Perspektiven. Herzstück ist das Tiefseeaquarium, das hinter einer 35 breiten und sieben Meter hohen Scheibe steckt und 5,5 Millionen Liter Wasser fasst. Lust auf noch mehr Tiere?

Ein Mix aus Tierpark und botanischen Garten ist der Palmitos Park. Hier sorgen neben dem Orchideenhaus und der Delfin-Show vor allem die Greifvögel-Show für Wow-Momente. Vor der imposanten Kulisse einer Schlucht fliegen dressierte Adler, Bussarde und Falken nur Zentimeter über die Köpfe der verdutzen Zuschauer hinweg in die Ferne und kehren wenig später gehorsam wieder zu ihren Trainern zurück.

Kanaren: Gran Canaria ist mehr als Strand


Wanderung bis zum Drachenschwanz

Eine leichte und gut ausgeschilderte Wanderung startet am Vulkanstrand in La Aldea de San Nicolás, einem Ort an der wilden Westküste. Am Ziel, dem Cola del Dragón („Schwanz des Drachens“), liegt den Wanderern wieder das Blau zu Füßen: Die Vulkanfelsen entlang der Steilküste stürzen sich ins Meer, der Ausblick hat das Zeug für Glücksgefühle, und der Wind sorgt für Erfrischung.

Ein softes Abenteuer ist auch der Aufstieg zum Roque Bentayga im Zentrum Gran Canarias mit Panoramablick über den Vulkankessel und die Schluchten von Tejeda. Hier, wo einst die Urkanarier ihren Göttern huldigten, erinnert die Landschaft teils an die Drakensbergen in Südafrika oder sogar den Grand Canyon in den USA. Vom 1404 hohen Gipfel blickt man auch auf das Wahrzeichen der Insel auf der anderen Seite der Schlucht, den Roque Nublo.

„Gran Canaria ist eine Wanderinsel mit vielen Schluchten und Gebirgen. Die Landschaft ist nicht grün, eher trocken, karg, schroff und wüst, aber das hat seinen ganz besonderen Reiz!“
Sabine Däuber (Holiday Land, Zweibrücken)

Großstadtflair in Las Palmas

Die Hauptstadt Gran Canarias mit 380.000 Einwohnern und ihren kolonialen Häuserfassaden, Einkaufsmeilen, Museen, Parks, Kathedralen und der Markthalle zeigt eine andere Seite der Insel. Ein Treffpunkt für Einheimische und Urlauber ist der lebhafte Stadtstrand samt Promenade besucht, Las Canteras genannt, ein echter Luxus direkt vor der Haustür! Im feudalen Kolumbushaus Casa de Colón in der Altstadt mit Hunderten originalen Ausstellungsgegenständen begeben sich Besucher auf die Spuren des berühmten Seefahrers, der bei seinen Reisen in die Neue Welt stets auf Gran Canaria Halt machte. Auch zum Ausgehen eignet sich die authentische Hauptstadt, und die Preise in den Bars und Restaurants sind moderat.

Tapas-Himmel im Bilderbuchdorf

Der Weg zu den regionalen Delikatessen führt über eine Serpentinenstraße in die Berge: Das Design-Hotel Parador de Cruz de Tejeda liegt auf 1560 Metern Höhe und bietet neben einmaligen Aussichten auch kanarische Spezialitäten wie Brunnenkresse-Kroketten und Mandelkonfekt. Einen ultimativen Panoramablick auf Roque Nublo und Roque Bentayga und raffinierte Tapas bietet auch das Restaurante Cueva de la Tea – Blutwurst-Wantans mit Kaktusfeigen-Aloe-Sauce etwa oder frittierte Auberginen mit süßem Palmenharz.

Ein Geheimtipp für Gourmets ist das siebengängige Degustationsmenü im Los Guayres im Hotel Cordial Mogán Playa in Puerto de Mogán. Das A-la-Carte-Restaurant von Chef Alexis Álvarez wird vom Michelin-Führer empfohlen. Zu den modernen Spezialitäten gehören der butterweiche Rinder-Lendenbraten in einer Trompetenpilze-Sauce und das rote Thunfisch-Sashimi in einer Karotten- und Mandel-Vinaigrette.

„Ich sage meinen Kunden: Geht doch mal raus, es gibt so viele Ausflugsmöglichkeiten! Nehmt einfach einen Mietwagen besucht das Aquarium in Las Palmas oder erkundet den ursprünglichen Westen. Die Straßen sind gut, die Beschilderung auch, und die Wege sind kurz. “
Ulrike Magiera (Ulis Reiseservice, Erding)

Von Thalasso bis Brustvergrößerung

Gran Canaria blickt auf eine lange Geschichte des Kurtourismus zurück. Ein Fokus der Wellness-Zentren sind Thalasso- und Aloe-Vera-Behandlungen. Eine feine Adresse sind die Schönheitskliniken des San-Roque-Krankenhauses in Las Palmas. In den strahlend-weißen Behandlungsräume erleben Kunden die Segnungen der Laser-Technologie, können ihren Busen vergrößern, ihr Fett in Nichts auflösen oder den Körper via Body Shaping formen lassen. Das ganze High-Tech-Equipment verbirgt sich gänzlich unscheinbar hinter den alten Mauern eines der Stadtpaläste von Vegueta, dem ältesten Teil von Las Palmas.

Eher zum Relaxen, aber auch zur Gesundung sind die 34 Hydromassage-Stationen des Thermalrundgangs im Gloria Palace San Agustín. Temperatur des Meerwassers: entspannende 33 bis 37 Grad.

Lebendige Geschichte im Archäologiepark

Zur Zeitreise lädt der Archäologiepark rund um die 900 Jahre alte Cueva Pintada („Bemalte Höhle“) in Gáldar, die einst unter einer Bananenplantage entdeckt wurde. Seit 50 Jahren wird hier nun schon gegraben, und das freigelegte Areal mit 50 Häusern aus der Zeit der Urkanarier wird gehegt und gepflegt und von einem riesigen Dach beschützt. Die akribische Arbeit an der Geschichte kommt dabei ganz lebendig daher, wie der 3-D-Film über die Canarí-Königin Arminda beweist.

„Gran Canarias landschaftliche Vielfalt hat mich umgehauen: der karge Süden, die schroffen Berge, der grüne Norden. Toll und sehr authentisch finde ich auch Las Palmas mit seinem Großstadtflair, den kunstvollen Fassaden, den Museen, Parks und der Markthalle.“
Trixi Kaib (Reisebüro Nipps, Bornheim)

Unterwasserskulpturen und Schlangenrutschen

Yellow Submarine im Hafen von Puerto de Mogán: Mit Atlántia Submarine steigen Passagiere in das quietschgelbe U-Boot „Golden Shark“ – in 20 Metern Tiefe können sie Fischschwärme, ein Schiffswrack und einen künstlichen Skulpturenpark bestaunen. Untermalt wird das Unterwassererlebnis von Echolot-Sounds und Tschaikowskis „Schwanensee“.

Im Aqualand bei Maspalomas locken allerlei Rutschen, darunter die beiden neuen Themenrutschen „Snake Falls“ und „Anaconda“, eine schwindelerregende 200 Meter lange Abfahrt im Wasserreifen für vier Personen, bei der sich schnelle Geraden mit überraschenden Kurven abwechseln. Dazu kann man im Wasserpark sogar mit Seelöwen schwimmen. Praktisch ist, dass Familien ihr eigenes Essen und Trinken mitbringen dürfen.

Kanaren: Gran Canaria ist mehr als Strand



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