US-amerikanische Küste

Texas rüstet sich für drohenden Hurrikan

Am Wochenende wird Texas vom Hurrikan „Harvey“ getroffen. Es könnte der schlimmste Sturm seit mehr als einem Jahrzehnt werden. In der Region werden Menschen evakuiert und Flüge gestrichen.

Der Hurrikan „Harvey“ nimmt vor seinem Auftreffen auf die US-amerikanische Küste an Stärke zu. Das nationale Hurrikan-Center der USA stufte den Sturm am Freitag zum Hurrikan der Kategorie zwei hoch. Damit liegen seine Windgeschwindigkeiten bei über 154 Kilometern pro Stunde. „Harvey“ habe aber das Potenzial für Stufe drei – das entspricht Windgeschwindigkeiten von bis zu 208 Kilometern pro Stunde. Damit könne der Hurrikan ein lebensbedrohliches Ausmaß annehmen, warnte das Center.

Millionen von Menschen rüsten sich gegen den Sturm, der einer der schlimmsten seit zwölf Jahren in den USA werden könnte. Er könnte auch die erste große Naturkatastrophe der Amtszeit von Präsident Donald Trump werden. Der Hurrikan soll nach bisherigen Berechnungen in der Nacht von Freitag auf Samstag (Ortszeit) etwa um Mitternacht in der Region um Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas auf Land treffen und dann kegelförmig landeinwärts ziehen.

„Ich will nicht dramatisch klingen, aber ich fürchte eine epische Flutkatastrophe“, twitterte der Ex-Präsident der meteorologischen Gesellschaft der USA, Marshall Sheperd. Experten befürchten, dass mancherorts bis zu 75 Zentimeter Regen fallen können, vielleicht sogar bis zu 1,20 Meter. Im Schnitt sollen es „nur“ 30 bis 55 Zentimeter sein.

Die Einwohner der Hafenstadt Corpus Christi wurden aufgerufen, die Stadt freiwillig zu verlassen. Laut der Zeitung „Caller Times“ stand Bürgermeister Joe McComb vor der Entscheidung, eine Evakuierung sogar anzuordnen – anders als Geschäfte müssen sich Einwohner dem aber nicht beugen.

Das öffentliche Leben der Stadt wurde bereits weitgehend heruntergefahren. Erste Flüge wurden gestrichen. Wenn es schlecht läuft und der Sturm weiter nur langsam weiterzieht, könnte es bis in die nächste Woche hinein zwischen vier und sechs Tagen Sturzregen geben.

Das südliche Texas rüstete sich. Sandsäcke werden befüllt, Geschäfte mit Holzplatten vernagelt, Wasservorräte angelegt. Generatoren werden bereitgestellt, um zu erwartende großflächige Stromausfälle aufzufangen.

Die Vorhersagemodelle zeigen auch auf die Stadt San Antonio im Landesinneren. Die Millionenmetropole Houston, viertgrößte Stadt der USA, liegt am rechten Rand der Modelle. Insgesamt leben 16 Millionen Menschen im möglichen Einfallsgebiet des Sturms. „Harveys Fußabdruck wird gewaltig sein, weil er so lange dauert“, schrieb die „Washington Post“.

„Harvey“ begann, sich als Tiefdruckgebiet und dann als tropischer Sturm über dem derzeit extrem warmen Wasser des Golfs von Mexiko zusammenzubrauen. Kurz danach rief der texanische Gouverneur Greg Abbott für seinen Staat bereits den Notstand aus, das hat vor allem Gründe einer einfacheren finanziellen Unterstützung auch mit Bundesmitteln.

Eine große Rolle wird spielen, ob der Sturm zur Zeit von Flut oder Ebbe an der Küste eintreffen wird. Flut wäre schlecht, weil das Wasser dann bereits hoch stünde. Das Hurrikanzentrum warnte vor Überflutungen auch im Bundesstaat Louisiana und im nördlichen Mexiko Anfang der kommenden Woche. Texas erlebte seinen letzten Hurrikan 2008, er trug den Namen „Ike“. Damals starben dort sowie in Louisiana und Arkansas 21 Menschen. (dpa)

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