Unruhen nach Benzinpreis-Erhöhung

Auswärtiges Amt gibt Iran-Reisenden Hinweise

Bei Unruhen im Iran sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars bislang rund 1000 Menschen festgenommen worden.

Sie hätten am Samstag mehr als 100 Banken und mehrere Kaufhäuser in Brand gesetzt, berichtete die Agentur am Sonntag. Die landesweiten Proteste richten sich gegen den Beschluss der iranischen Regierung, Benzin zu rationieren und zu verteuern.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna wurde bei den Unruhen im Westiran auch ein Polizist getötet. Er sei bei Zusammenstößen mit Demonstranten in der Stadt Kermanschah umgekommen, berichtete die Agentur. Bei Krawallen in der südiranischen Stadt Sirdschan gab es am Freitag einen Toten und mehrere Verletzte, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung bekanntgab.

Das Auswärtige Amt in Berlin wies am Sonntag darauf hin, dass es derzeit in Folge der Benzinpreis-Erhöhung in Teheran und vielen anderen Städten des Irans zu teils gewaltsamen Demonstrationen, Straßenblockaden und Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften kommt. Das Auswärtige Amt riet weiterhin von Film- oder Tonaufnahmen von Demonstrationen und dem Umfeld ab, da dies als Spionagetätigkeit gewertet werden könne. Internet-Dienste, vor allem soziale Medien und auch Telefonnetze könnten zeitweilig abgestellt werden, hieß es.

Das Internet ist im Iran massiv gestört, viele Menschen hatten seit Samstagnachmittag keinen Zugang mehr. Die Berichterstattung über die Proteste ist dadurch erschwert. Nach Angaben des iranischen Telekommunikationsministeriums wurde das Internet auf Anweisung des Nationalen Sicherheitsrats für 24 Stunden "limitiert". Die Nichtregierungsorganisation Netblocks, die Internet-Blockaden registriert, schrieb am Samstag auf Twitter, die landesweite Internet-Nutzung sei binnen etwa einer Stunde auf nur noch sieben Prozent der normalen Nutzung gefallen.
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