Ultrakonservatives Königreich

Saudi-Arabien öffnet Visa-Portal für potenzielle Besucher

Eindruck von den Straßen Riads – das Königreich gilt als ultrakonservativ, will sich nun aber für den Tourismus öffnen.
SofiLayla/Creative Commons CC0
Eindruck von den Straßen Riads – das Königreich gilt als ultrakonservativ, will sich nun aber für den Tourismus öffnen.

Saudi-Arabien plant schon länger eine Öffnung für Touristen. Nun können sich potenzielle Besucher um eine Einreisegenehmigung anlässlich einer Sportveranstaltung bewerben.

Urlaub in Saudi-Arabien? Klingt widersprüchlich, soll aber demnächst möglich werden: Das ultrakonservative Königreich verteilt seit einigen Tagen Visa für Touristen über ein neues Internetportal. Die Seite www.sharek.sa kann ab sofort für Bewerbungen zu einer Einreisegenehmigung für ein im Dezember stattfindendes Rennen der Elektro-Rennserie der Formel E genutzt werden, teilte das Informationsministerium in Riad mit.

Inmitten vorsichtiger gesellschaftlicher Reformen plant Saudi-Arabien schon seit längerem auch die Öffnung für Touristen. „Das ist ein aufregender Meilenstein für uns“, sagte Prinz Abdulasis bin Turki, der stellvertretende Vorsitzende der Sportbehörde des Landes. Durch Sportereignisse wollen man ein internationales Publikum erreichen.

„Der beste Weg, Saudi-Arabien zu besuchen, ist durch den Sport.“ Die Förderung des Tourismus abseits religiöser Reisen zu muslimischen Pilgerstätten ist Teil der ehrgeizigen Reformagenda des Landes. Durch ausländische Urlauber sollen neue Einnahmequellen erschlossen werden.

Der Golfstaat dürfte für westliche Reisende aber auch bei gelungener Öffnung ein besonders exotisches Ziel bleiben: In Saudi-Arabien gelten strenge religiöse Vorgaben und Bekleidungsvorschriften für Frauen. Zudem ist Alkohol im Königreich tabu. (dpa)

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