Türkei

Image-Schaden durch Nazi-Vergleich

Die wachsenden politischen Spannungen mit der Türkei drohen nach Einschätzung des Tourismusforschers Torsten Kirstges, das Image des Urlaubslandes zu beschädigen.

„Wenn sich die zum Teil antieuropäische und antideutsche Haltung, die sich inzwischen immer mal wieder auch in Äußerungen von türkischen Regierungsmitgliedern zeigt, weiter manifestiert, wird das natürlich das Image der Türkei als Reiseziel für Deutsche weiter beschädigen“, sagte Tourismusforscher Torsten Kirstges der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Wochenende die Absagen für Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder in Deutschland als „Nazi-Praktiken“ bezeichnet.

Reiseveranstalter und der Branchenverband DRV wollten die Äußerungen Erdogans nicht kommentieren. Thomas Cook hatte nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen wieder eine steigende Nachfrage für das Land am Bosporus festgestellt.

Das Unternehmen ist unter anderem mit der Marke Öger Tours stark im Türkei-Geschäft vertreten. Branchenprimus TUI betonte: „Auch in diesem Jahr besuchen viele unserer Gäste die Türkei, auch Kunden, die zum ersten Mal in dem Land Urlaub machen.“

Bis Ende Januar lagen die Türkei-Buchungen für die wichtige Sommersaison nach Angaben der GfK-Konsumforscher in den Reisebüros allerdings 58 Prozent unter den bereits schwachen Vorjahreszahlen. Nach Anschlägen und der Krise nach dem gescheiterten Militärputsch hatten viele Bundesbürger bereits 2016 das Urlaubsland gemieden. (dpa)

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