Erneute Grenzschließungen

Welche Reisen in nordische Länder noch möglich sind

Der arktische Vogelzug lockt jedes Jahr zahlreiche Vogelbeobachter nach Südostfinnland. Jetzt hat das Land seine Grenzen geschlossen.
Thomas Halloran
Der arktische Vogelzug lockt jedes Jahr zahlreiche Vogelbeobachter nach Südostfinnland. Jetzt hat das Land seine Grenzen geschlossen.

Nach der vorübergehenden Öffnung schließen immer mehr nordische Länder ihre Grenzen wieder. Grund ist die erneute Ausbreitung des Corona-Virus. Dänemark, Norwegen, Island, Schweden, Finnland – ein Überblick.

Die nordischen Länder konnten sich bereits bei der Wiederöffnung ihrer Grenzen auf keinen einheitlichen Termin einigen. Während Dänemark seine Grenze für deutsche Urlauber schon Mitte Juni 2020 wieder öffnete, folgten die Finnen am 13. Juli, die Norweger am 15. Juli.

Angesichts der erneuten Ausbreitung von Corona in Europa schließen viele nordische Länder ihre Grenzen nun wieder beziehungsweise verhängen Zwangs-Quarantäne für Einreisende. Finnland etwa ist seit 28. September 2020 wieder geschlossen, Dänemark seit 24. Oktober 2020. Norwegen verlangt, dass Besucher sich die ersten 10 Tage ihrer Reise in einem Haus oder Hotelzimmer selbst isolieren.

Islands Regierung hat inzwischen alle Länder weltweit als Hochrisikogebiete eingestuft und verlangt Quarantäne und Tests.

Die Übersicht im Einzelnen:

Dänemark: Grenzen dicht für Deutsche

Dänemark: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Hovedstaden (einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen und der Insel Bornholm) wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.

Auch Dänemark ist inzwischen stärker von COVID-19 betroffen. In der Region in und um Kopenhagen beträgt die Inzidenz mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese Region zum Risikogebiet eingestuft wurde.

Nachdem Dänemark lange Zeit seine Grenzen für Deutsche geöffnet hatte, sind sie seit dem 24. Oktober 2020 wieder geschlossen. Als Grund gibt Dänemark die rasant ansteigende Zahl an Corona-Erkrankungen in Deutschland an.

Schon bislang waren die dänischen Grenzen nur für sehr wenige Nationalitäten geöffnet, darunter die Deutschen. Sie verbringen gern Ferienhausurlaub im Land. Nun aber dürfen auch Deutsche nicht mehr einreisen. Ausnahmen gelten nur für Einwohner Schleswig-Holsteins. Dort liegen die Corona-Zahlen in Schleswig-Holstein deutlich unter dem deutschen Durchschnitt.

Die Anti-Corona-Regeln sind in Dänemark strenger als in Deutschland. So dürfen Menschen aus solchen Ländern nicht mehr einreisen, in denen über zwei Wochen hinweg durchschnittlich mehr als 30 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner registriert worden sind. Deutschland hat diesen Wert längst überschritten.

Finnland: Reisewarnung Österbotten

Finnland: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Österbotten mit der Stadt Vaasa wird ab dem 17. Oktober 2020 aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.

Von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die übrigen Regionen Finnlands wird derzeit vor dem Hintergrund geltender Reisebeschränkungen und Quarantäneregelungen abgeraten.

Finnland war von COVID-19 weniger betroffen. Derzeit steigen die Neuinfektionen jedoch deutlich. Regionale Schwerpunkte sind der Großraum Helsinki (Region Uusimaa) und die Region Österbotten. Dort beträgt die Inzidenz mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese Region ab dem 17. Oktober 2020 als Risikogebiet eingestuft wird.

Die Modalitäten einer Einreise nach Finnland hängen vom Infektionsgeschehen im Herkunftsland ab, das den epidemiologischen Grenzwert von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nicht überschreiten darf. Die finnischen Behörden überprüfen diesen Wert regelmäßig.

Seit dem 12. Oktober gelten für alle Schengen-Staaten Einreisebeschränkungen für die Einreise nach Finnland. Bereits seit dem 28. September gelten diese für die Einreise aus Deutschland. Das bedeutet, dass nicht notwendige, touristische Reisen nach Finnland nicht gestattet sind.

Island: Quarantäne und Tests

Island: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Island wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

Island ist von COVID-19 ist inzwischen stärker betroffen und verzeichnet aktuell einen sprunghaften Anstieg der Fallzahlen. Die Zahl der Neuinfektionen überschreitet 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Island als Risikogebiet eingestuft wurde.

Island selbst hat weltweit sämtliche Länder als Hochrisikogebiete eingestuft. Reisende müssen vor der Abreise nach Island ein Registrierungsformular ausfüllen, das u.a. Kontaktdaten, Flug- und Aufenthaltsdaten sowie Informationen zum Gesundheitszustand und zu Voraufenthalten abfragt.

Alle Reisenden können wählen, ob sie sich in einer 14-tägige Quarantäne begeben oder einen COVID-19-Test bei Einreise durchführen lassen. Der Test ist kostenpflichtig: 9.000,- ISK (etwa 58,- Euro) bei Zahlung vor Einreise im Zusammenhang mit dem o.g. Registrierungsformular und 11.000,- ISK (etwa 70,- Euro), bei Zahlung nach Einreise. Nur Kartenzahlung wird akzeptiert, Barzahlung ist nicht möglich. Kinder, die im Jahr 2005 oder später geboren wurden, sind von den Tests und der Quarantäne ausgenommen.

Nach der Einreise müssen sich alle Reisenden für 5-6 Tage in häusliche Quarantäne begeben und sich dann einem zweiten (kostenfreien) COVID-19-Test unterziehen. Erst nach Erhalt eines negativen Testergebnisses darf die Quarantäne beendet werden, im Falle eines positiven Testergebnisses wird eine Isolation angeordnet.

Transitreisen über Island sind möglich und unterliegen keinen Quarantänebestimmungen. Für Weiterreisen nach Nordamerika gelten die Reise- und Sicherheitshinweise für die USA.

Norwegen: 10 Tage in Quarantäne

Norwegen war von Covid-19 weniger betroffen. Regionaler Schwerpunkt ist derzeit die Provinz Viken.

Von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Norwegen wird ab 29. August 2020 vor dem Hintergrund geltender Quarantäneregelungen bei Einreise aus Deutschland abgeraten.

Seit dem 29. August 2020 gilt für Reisende aus Deutschland wieder eine Quarantänepflicht, da Norwegen Deutschland zum Risikogebiet erklärt hat. Nach Einreise ist eine zehntägige Quarantäne in einer geeigneten Unterkunft zu absolvieren. Bei Einreise ist eine feste Adresse und geeignete Unterkunft für die nächsten zehn Tage durch aussagekräftige Dokumente (z. B. Buchungsbestätigung) nachzuweisen.

Wird dieser Nachweis nicht erbracht, kann die Einreise verweigert werden. Eine Unterkunft gilt dann als geeignet, wenn Kontakt mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts vermieden wird. Unterkünfte (auch Campingplätze) mit gemeinschaftlicher Nutzung von Waschräumen, Küchen usw. entsprechen daher nicht den Vorgaben. Personen in Quarantäne dürfen ihre Unterkunft nur in unbedingt nötigen Fällen verlassen, z. B. um dringende Lebensmitteleinkäufe zu tätigen.

Bei Aufenthalten für einen kürzeren Zeitraum ist eine feste Unterkunft für den gesamten Aufenthalt nachzuweisen. Die Entscheidung, ob die Einreise erlaubt wird, obliegt in jedem Fall der norwegischen Grenzpolizei. Die Quarantäne darf bei Symptomfreiheit zum Zwecke der Heimreise verlassen werden.

Personen, die innerhalb der letzten sechs Monate von COVID-19 genesen sind und dies durch medizinische Dokumente nachweisen können, sind von der Quarantänepflicht ausgenommen.

Bei einer Einreise über einen Flughafen in einem von Norwegen als quarantänepflichtig eingestuften Gebiet (z.B. Kopenhagen, Stockholm, Amsterdam) gilt ebenfalls die zehntägige Quarantänepflicht, auch wenn der Transitbereich des Flughafens nicht verlassen wurde. Eine Übersicht über die von Norwegen zu Risikogebieten deklarierten Länder bietet das Norwegian Institute of Public Health.

Die Einreise über Gebiete, die von Norwegen als quarantänepflichtig eingestuft werden, führt zu zehntägiger Quarantäne. Bei Einreisen aus Deutschland und anderen als Risikogebieten klassifizierten Ländern können inländische Anschlussflüge bei Symptomfreiheit angetreten werden. Es muss dann am Zielort unmittelbar häusliche Quarantäne angetretene werden.

Schweden: Teilreisewarnungen

Schweden: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Regionen (län) Jämtland, Jönköpping, Örebro, Östergötland, Stockholm und Uppsala wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.

Schweden war von COVID-19 zunächst stark betroffen. Nach zwischenzeitlicher Stabilisierung auf niedrigerem Niveau, steigt die Zahl der Neuinfektionen stark. Regionale Schwerpunkte liegen im Großraum Stockholm und den Provinzen Uppsala, Örebro, Jämtland, Jönköping und Östergötland. In diesen Regionen (län) überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese Regionen als Risikogebiete gelten.

Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen unterliegen keinen Einreisebeschränkungen. Alle Grenzübergänge sind geöffnet.

Die Durchreise durch Schweden ist möglich. Die Einreisebestimmungen des Ziellandes müssen beachtet werden. Nachbarländer wie Norwegen und Finnland lassen eine Einreise aus Schweden nur bedingt zu. Informationen zur Einreise in Norwegen bzw. Finnland finden Sie in den Reise- und Sicherheitshinweisen für Norwegen und Finnland.
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