Philippinen

Präsident will Urlaubsinsel Boracay schließen

Die Urlaubsinsel Boracay hat eigentlich weiße Strände.
Magalhaes/Wikimedia, gemeinfrei
Die Urlaubsinsel Boracay hat eigentlich weiße Strände.

Für die einen eine Trauminsel für die anderen eine Kloaka. Wegen Hygienemängeln droht auf der beliebten philippinischen Urlaubsinsel Boracay mehr als 50 Ferienanlagen die Schließung.

Präsident Rodrigo Duterte bezeichnete die Insel mit ihren eigentlich weißen Stränden, wo auch viele ausländische Touristen ihre Ferien verbringen, als „Kloake“. Das Staatsoberhaupt gab den Behörden nach Angaben eines Regierungssprechers sechs Monate Zeit, um einen Sanierungsplan auszuarbeiten.

Boracay – etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila – war vom Reisemagazin „Condé Nest Traveller“ vergangenes Jahr zur schönsten Insel der Welt gewählt worden. Eine Untersuchung ergab jedoch, dass viele Hotels ihr Abwasser samt Fäkalien direkt ins Meer einleiten. Die Wasserqualität ist nach einem offiziellen Bericht jedoch immer noch so gut, dass beim Schwimmen keine Gesundheitsgefahr besteht.

Duterte machte nach Angaben von Regierungssprecher Harry Roque die Behörden vor Ort für die Zustände verantwortlich. Zuvor hatte er in einer Rede sogar mit der völligen Schließung der Insel gedroht. „Entweder die räumen auf, oder ich mache das auf Dauer dicht“, sagte der Präsident. „Boracay ist aus der Ferne sehr schön. Aber wenn man in Boracay schwimmt, stinkt man nach Scheiße.“

Mehrere Hotels berichteten danach von Absagen. Von den etwa 30.000 Bewohnern leben die meisten vom Tourismus. (dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats