NRA-Mitglieder

Airlines und Autovermieter streichen Rabatte für US-Waffen-Lobby

In den USA geht der Streit um schärfere Waffengesetze weiter. Viele Unternehmen streichen ihre Vergünstigungen für Mitglieder der Waffen-Lobby NRA. Auch die Touristikbranche gab Rabatte – und rudert nun zurück.

Keine Rabatte mehr für US-Waffen-Fans: Im Streit um schärfere Waffengesetze nach dem Schulmassaker in Florida kappen Firmen ihre Verbindungen zur Waffen-Lobby NRA. Die National Rifle Association galt bislang als unantastbar. Sie sieht keine Verbindung zwischen den lockeren Gesetzen und den toten Kindern und kritisiert die Firmen als „feige“. Präsident Donald Trump stellt zwar eine Gesetzesinitiative in Aussicht, steht aber weiterhin fest zu den Waffenbesitzern.

Eine Reihe von Unternehmen ging nach einer Welle von Boykottaufrufen in sozialen Medien auf Distanz zur NRA, darunter auch Firmen aus der Touristik. So streichen unter anderem die großen Fluggesellschaften United und Delta Air Lines, die Autoverleiher Hertz und Enterprise sowie mehrere Hotelketten bisherige Vergünstigungen für NRA-Mitglieder.

Auch Überlebende des jüngsten Schulmassakers in Parkland mit 17 Toten schlossen sich der Forderung unter dem Hashtag #BoykottNRA an. Seit dem Blutbad, das ein 19-Jähriger mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 anrichtete, ist in den USA eine heftige Debatte über die laschen Waffengesetze entbrannt. Schüler, Eltern und Lehrer der betroffenen Schule stellten sich an die Spitze einer Bewegung, die Verschärfungen verlangen. Dazu zählt ein generelles Verbot des Verkaufs von Sturmgewehren an Zivilisten.

Die National Rifle Association sperrt sich gegen jede Verschärfung und sieht darin eine Verletzung des in der US-Verfassung verankerten Grundrechts auf Waffenbesitz. Mit ihren fünf Millionen Mitgliedern ist sie extrem einflussreich, vor allem viele republikanische Politiker kommen in den Genuss von NRA-Wahlkampfspenden. (dpa)

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