Neues Reisewarnungssystem

Vor diesen 69 Ländern wird nicht mehr gewarnt

Auch vor Kuba wird nicht mehr gewarnt.
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Auch vor Kuba wird nicht mehr gewarnt.

Seit dem 1. Oktober geht die Bundesregierung wie angekündigt anders mit Reisewarnungen um. Nur noch vor expliziten Risikogebieten wird gewarnt, ansonsten wird nur noch abgeraten. Die fvw gibt einen Überblick.

Die bislang geltende pauschale weltweite Reisewarnung gehört ab sofort der Vergangenheit an. Wie ausführlich berichtet, streicht die Bundesregierung nun für zahlreiche Länder diesen Hinweis.

Die pauschale Warnung entfällt, das heißt, nun werden solche Länder aufgeführt vor denen auch künftig ausdrücklich gewarnt wird. Für alle anderen Staaten existiert eine solche Warnung ab sofort nicht mehr. Nur für den Fall, dass deutsche Urlauber in den entsprechenden Ländern Einreisebeschränkungen wie einer mehrtägigen Quarantäne-Pflicht unterliegen, wird vor Reisen abgeraten. Das "Abraten" liegt in seiner Bedeutung aber deutlich unter dem "Warnen". So können Kunden nicht mehr kostenlos stornieren, zudem tritt in aller Regel bei einem Notfall die Auslandskrankenversicherung in Haftung.

Und doch: Ganz so simpel, wie sich die neue Regelung anhört, ist sie nicht. Das hängt damit zusammen, dass in Zukunft zwar nur noch vor Risikogebieten gewarnt wird – dass diese sich jedoch immer wieder verändern. Das heißt, je nach Entwicklung der Corona-Situation kann ein Staat (oder eine Region) zu einem Risikogebiet werden, wenn es dort in den jeweils zurückliegenden sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Das wiederum kommt meist nicht überraschend. Ein Trend in Richtung Grenzwert-Überschreitung bei den Corona-Neuinfektionen deutet sich oft schon mehrere Wochen im Voraus an. Die entsprechenden Trends zumindest für die europäischen Länder lassen sich auf der Website des Europäischen Zentrums für Seuchenbekämpfung nachverfolgen.

Alle Länder, die aktuell auf der Risikoliste des Robert-Koch-Instituts stehen und vor denen damit gewarnt wird, sind unter diesem Link zu finden.

Für Staaten, die nicht in der Auflistung zu finden sind, entfällt die Warnung automatisch. Sie werden im Folgenden aufgeführt. Doch Vorsicht: Beschließen einzelne dieser Länder ihrerseits Einreisebeschränkungen für deutsche Touristen, rät die Bundesregierung vor Reisen ab. Dies ist bei derzeit sämtlichen Ländern der Fall. Ob und welche Beschränkungen gelten – die sich tagesaktuell verändern können –, darüber gibt das Auswärtige Amt Auskunft.

1. Antigua und Barbuda
2. Australien
3. Barbados
4. Botswana
5. Brunei Darussalam
6. China
7. Cookinseln
8. Dominica
9. Fidschi
10. Grenada
11. Hongkong
12. Japan
13. Kambodscha
14. Kanada
15. Kiribati
16. Korea (Süd)
17. Kuba
18. Laos
19. Macau
20. Malaysia
21. Marshallinseln
22. Mauritius
23. Mikronesien
24. Myanmar
25. Namibia
26. Nauru
27. Neuseeland
28. Palau
29. Ruanda
30. Salomonen
31. Samoa
32. Seychellen
33. Singapur
34. Sri Lanka
35. St. Kitts und Nevis
36. St. Lucia
37. St. Vincent und die Grenadinen
38. Taiwan
39. Thailand
40. Tonga
41. Tuvalu
42. Uganda
43. Uruguay
44. Vanuta
45. Vietnam

Vor Reisen in alle der genannten 45 Ländern wird wegen Einreisebeschränkungen abgeraten.

Zudem wurden für einige nordische und baltische Länder, in denen Deutsche derzeit nicht oder nur mit Quarantäne-Pflicht einreisen dürfen, die Warnung in einen Abrate-Reisehinweis umgewandelt.

Insgesamt wird damit vor 69 Ländern nicht mehr gewarnt:

- vor den 45 in der Liste genannten Staaten
- vor 17 der 26 EU-Mitgliedern (außer Belgien, Frankreich, Luxemburg, Malta, Niederlande, Rumänien, Slowakei, Spanien und Tschechien)
- vor den Schengen-assoziierten Staaten Liechtenstein, Norwegen und Schweiz
- vor einigen Gebieten von Großbritannien, Monaco, San Marino und Vatikan.

Regionale Reisewarnungen wurden nicht berücksichtigt.
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